Biss, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bisses · Nominativ Plural: Bisse
Aussprache
Ungültige SchreibungBiß, s. Regelwerk: § 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Biss‹ als Erstglied: Biss-Stelle · Bissstelle · Bisswunde · bissfest
 ·  mit ›Biss‹ als Letztglied: Abbiss · Einbiss · Flohbiss · Gewissensbiss · Hundebiss · Kreuzbiss · Natternbiss · Schlangenbiss
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Zugriff mit den Zähnen
Beispiele:
ein wütender, tückischer, scharfer, giftiger Biss
sich vor dem Biss der Schlange, des Hundes hüten, schützen
Seitz hielt mitten im Biß inne [O. M. GrafMitmenschen56]
gehoben, bildlich stechender Schmerz
Beispiele:
ein Mitleiden ... das ihr zugleich als ein scharfer Biß ins Gewissen schnitt [HeyseIII 3,612]
ich fürchte zuweilen den Biß der Kälte [FreytagAhnen8,368]
2.
die durch Beißen verletzte Stelle am Körper
Beispiele:
ein schlimmer, gefährlicher, harmloser Biss
jmd. hat einen Biss am Bein, an der Hand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter ↗Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter ↗beizen und ↗bitter (s. d.) genannten Formen. Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. ↗beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in ↗bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentl. ‘ein kleiner Bissen’.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aggressivität Apfel Bissen Durchsetzungsvermögen Genick Giftschlange Klapperschlange Kobra Küsse Mamba Mumm Nacken Schlange Schlangenfrau Siegeswillen Spinne Vampirs Vogelspinne Wade Witz Zecke giftigen herzhaften knackigen nötigen rhythmischen satirischen tödlichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Biss‹.

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem Biß in den Arm beendete Asta die Flucht.
Bild, 16.06.2005
Da hat der Biss gefehlt, das war einfach nur grausam.
Die Welt, 24.03.2003
Nach dem ersten Biß war es jedoch nicht mehr so schlimm.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 164
Ihr Biß gilt als unbedingt tödlich und führt schon nach kürzester Zeit, nach 2 - 3 Minuten, das Ende herbei.
Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 170
Die meisten Bisse sind obendrein harmlos; nur selten kommt es zu lokalen Hautzerstörungen.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 109