Biss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bisses · Nominativ Plural: Bisse
Aussprache 
Ungültige Schreibung Biß
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Biss‹ als Erstglied: Biss-Stelle · Bissstelle · Bisswunde · bissfest
 ·  mit ›Biss‹ als Letztglied: Abbiss · Einbiss · Flohbiss · Gewissensbiss · Hundebiss · Kreuzbiss · Natternbiss · Schlangenbiss · Storchenbiss
Mehrwortausdrücke  Biss haben · jmdm., etw. fehlt der Biss
eWDG

Bedeutungen

1.
Zugriff mit den Zähnen
Beispiele:
ein wütender, tückischer, scharfer, giftiger Biss
sich vor dem Biss der Schlange, des Hundes hüten, schützen
Seitz hielt mitten im Biß inne [ O. M. GrafMitmenschen56]
gehoben, bildlich stechender Schmerz
Beispiele:
ein Mitleiden … das ihr zugleich als ein scharfer Biß ins Gewissen schnitt [ HeyseIII 3,612]
ich fürchte zuweilen den Biß der Kälte [ FreytagAhnen8,368]
2.
die durch Beißen verletzte Stelle am Körper
Beispiele:
ein schlimmer, gefährlicher, harmloser Biss
jmd. hat einen Biss am Bein, an der Hand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter beizen und bitter (s. d.) genannten Formen. Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentlich ‘ein kleiner Bissen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Biss  ●  Happen  ugs. · Happs  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Biß‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Biß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Biss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem ersten Biß war es jedoch nicht mehr so schlimm. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 164]
Der letzte Biss fehlte dagegen wieder einmal den deutschen Herren. [Die Zeit, 19.01.2011 (online)]
Den einen fehlte der Biß, den anderen ging die Veränderung nicht weit genug. [Die Zeit, 17.08.1990, Nr. 34]
Auch ein nachträglicher Schutz ist noch bis zu vier Tage nach einem Biß möglich. [Die Zeit, 15.04.1988, Nr. 16]
Ein Biß, vorausgesetzt, der Hai ist groß genug, und der Film ginge unter. [Die Zeit, 19.06.1987, Nr. 26]
Zitationshilfe
„Biss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Biss>.

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