Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bissen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bissens · Nominativ Plural: Bissen
Aussprache 
Worttrennung Bis-sen
Wortbildung  mit ›Bissen‹ als Letztglied: Brotbissen · Fleischbissen · Gabelbissen · Leckerbissen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. abgebrochenes, abgebissenes Stück einer Speise, Happen
    1. [umgangssprachlich, bildlich] ...
    2. [übertragen] ⟨ein fetter Bissen⟩ reicher Gewinn
    3. ⟨ein harter Bissen⟩ etw., das jmdm. zu schaffen macht
  2. 2. [umgangssprachlich] ⟨ein Bissen⟩ kleine Mahlzeit, Imbiss
eWDG

Bedeutungen

1.
abgebrochenes, abgebissenes Stück einer Speise, Happen
Beispiele:
ein fetter, leckerer, großer, kleiner, magerer, schmaler Bissen
der Hund schnappt nach einem Bissen
einen Bissen Brot in den Mund stecken
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
keinen Bissen anrühren (= nicht essen)
jmdm. die besten Bissen zuschieben, zustecken (= jmdn. bevorzugen, indem man ihm das Beste gibt)
mir blieb der Bissen im Halse stecken (= ich war verblüfft)
jmdm. die Bissen in den Mund zählen (= genau aufpassen, wie viel jmd. isst)
sich [Dativ] den (letzten) Bissen vom Munde absparen (= die Ausgaben auf das Allernötigste beschränken)
übertragen ein fetter Bissenreicher Gewinn
Beispiel:
Selbst der König von Dänemark schnappte sich hin und wieder [als Pirat] einen fetten Bissen von der See weg [ BredelVitalienbrüder28]
ein harter Bissenetw., das jmdm. zu schaffen macht
Beispiel:
Der Professor war freilich ein harter Bissen [ HeyseI 2,235]
2.
umgangssprachlich ein Bissenkleine Mahlzeit, Imbiss
Beispiele:
willst du einen Bissen mit uns essen?
wir wollen erst einen Bissen zu uns nehmen
bekommt man hier einen Bissen (zu essen)?
man konnte eines nahrhaften Bissens gewärtig sein bei Buddenbrooks [ Th. MannBuddenbrooks1,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter beizen und bitter (s. d.) genannten Formen. Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentlich ‘ein kleiner Bissen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gabelbissen · Gabelfrühstück · Häppchen · Lunchpaket · Pausenbrot · Vesper · Zwischendurch-Mahlzeit · Zwischenmahlzeit · kleine Stärkung · leichte Mahlzeit  ●  Fingerfood  engl. · Imbiss  Hauptform · Imbs  regional · Jause  österr. · Jausenbrot  österr. · Marende  regional · Neinerln  österr. · Snack  engl. · Unternessen  österr. · Znüni  schweiz. · Zvieri  schweiz. · Bissen  ugs. · Brotzeit  ugs., süddt. · Happen  ugs. · Stärkung  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Biologie, Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bissen · Häppchen · Miniportion · Mundvoll
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bissen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bissen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bissen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie fing sofort an zu essen und gleich nach dem ersten Bissen war ihr Hunger wieder da. [Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 305]
Trotzdem schob ich die Bissen langsam, gewissermaßen nachdenklich in den Mund. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 71]
Für ihn ist das jungfräuliche Weib ein besonders pikanter Bissen. [Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652]
So gilt der zur Erde gefallene Bissen fast überall als nicht gegönnt. [Röhrich, Lutz: Bissen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 694]
Doch als sie dann endlich duftend vor seiner Nase steht, kriegt er keinen Bissen runter. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Zitationshilfe
„Bissen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bissen>.

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