Bitterkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bitterkeit · Nominativ Plural: Bitterkeiten
Aussprache
WorttrennungBit-ter-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungbitter-keit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
bitterer Geschmack
Beispiele:
die Bitterkeit einer Speise
[sie tranken] trotz der Bitterkeit immer wieder von dem Getränke [StifterBergkristall2,327]
2.
bitteres Gefühl, Verbitterung
Beispiele:
eine geheime, melancholische, berechtigte Bitterkeit ergreift jmdn.
viel Bitterkeit hat sich (in ihm) angesammelt
Bitterkeit empfinden
Bitterkeit stieg in ihr auf
Die Bitterkeit vieler Erfahrungen ist in diesen Bänden [St. ZweigBalzac480]
Alle Bitterkeiten (= bitteren Umstände) eines aussichtslosen Lebens bekam ich zu spüren [O. M. GrafMitmenschen126]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bitter · bitterlich · Bitterkeit · Bitternis · erbittern · Erbitterung · verbittern · Verbitterung
bitter Adj. ‘herb und unangenehm im Geschmack’, übertragen ‘schmerzlich, scharf, beißend’, verstärkend ‘sehr, groß’, ahd. bittar (8. Jh.), mhd. bitter ‘scharf, schneidend, beißend, schmerzhaft, schmerzbereitend’, speziell ‘bitter von Geschmack’, asächs. bittar, mnd. mnl. nl. bitter, aengl. biter, engl. bitter, anord. bitr (germ. *bitra-), mit Hochstufe got. baitrs (germ. *baitra-) gehört mit dem Suffix germ. -ra- zu ↗beißen (s. d.). Die zu erwartende hd. Verschiebung des im Westgerm. durch Einfluß des nachfolgenden r geminierten t zu tz ist unterblieben (vgl. auch Otter, zittern). Ursprünglich ‘beißend, schneidend, scharf’ (die mhd. Dichtung spricht von swerten bitter, eigentlich ‘beißenden Schwertern’), doch wird das Adjektiv schon früh auf den Geschmack und auf andere Empfindungen bezogen (bitterer Ernst, Schmerz, bittere Reue). Seit dem 18. Jh. dient bitter auch zur Verstärkung: bittere Not, Kälte; sich bitter rächen. bitterlich Adj. ‘ein wenig bitter’, verstärkend ‘groß, sehr’, mhd. bitterlich. Bitterkeit f. ‘bitterer Geschmack, bitteres Gefühl, Verbitterung’, mhd. bitterkeit; voraus geht ahd. bittarīgheit ‘Schärfe, Bissigkeit, Verbitterung (der Rede)’ (Hs. 12. Jh.). Bitternis f. gehobener Ausdruck für ‘Bitterkeit, bitteres Gefühl’, Plur. Bitternisse ‘Leiden’ (1. Hälfte 19. Jh.). erbittern Vb. ‘in bitteren Groll, in Zorn versetzen’, mhd. erbittern ‘kränken, zu Zorn und Haß treiben’, gebildet zum Simplex ahd. bitt(a)ren ‘zum Zorn, zur Auflehnung reizen, mit Kummer, Leid, Bitternis erfüllen’, auch ‘mit bittrem, unangenehmem Geschmack, widerlichem Geruch erfüllen’ (9. Jh.), mhd. bittern; dazu Erbitterung f. ‘bitterer Groll’ (17. Jh.). verbittern Vb. ‘verärgern, mißmutig machen’, spätmhd. verbittern; mit verstärkender Vorsilbe ver-. In konkreter Bedeutung ‘bitter machen’ selten, dagegen in übertragenem Gebrauch seit frühnhd. Zeit häufig; früher in bezug auf Personen gleichbed. mit erbittern. In neuerer Zeit bezieht sich erbittern in der Regel auf das Eintreten einer vorübergehenden Erregung, verbittern auf das Entstehen eines anhaltenden Gemütszustandes. Verbitterung f. anfangs ‘augenblickliche, vorübergehende Gemütserregung’ (16. Jh.), heute ‘andauernder Zustand bitteren Grolls’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bitterkeit · ↗Erbitterung · ↗Verbitterung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Enttäuschung Frustration Groll Hauch Haß Hohn Larmoyanz Melancholie Resignation Sarkasmus Scham Schärfe Selbstmitleid Syllogismus Süße Traurigkeit Trotz Verzweiflung Wehmut Wut Zorn Zynismus durchklingen mischen mitschwingen resigniert vermerken versüßen zurückdenken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bitterkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war wirklich voller Bitterkeit über dieses Regime, das mich einfach so in Haft gesetzt hatte.
Der Tagesspiegel, 08.11.2003
Über zehn Jahre dauerte die Ehe, und am Ende stand Bitterkeit.
Die Zeit, 24.06.1983, Nr. 26
Ihre Herzen waren bis zum Rande voll von Bitterkeit, aber keines sprach davon.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 38
Das war aber der einzige süße Tropfen in einem großen Becher Bitterkeit.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 1024
Es regte sich in ihm eine Bitterkeit gegen das Schicksal.
Huch, Friedrich: Pitt und Fox, München: Langewiesche-Brandt 1910 [1909], S. 244
Zitationshilfe
„Bitterkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bitterkeit>, abgerufen am 17.09.2019.

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