Blässe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blässe · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Bläs-se
Wortbildung  mit ›Blässe‹ als Letztglied: ↗Leichenblässe · ↗Todesblässe · ↗Wachsblässe
eWDG, 1967

Bedeutung

blasses Aussehen
Beispiele:
die Blässe des Gesichts
eine fahle Blässe
mir fiel seine Blässe auf
Röte und Blässe wechselten in ihrem Gesicht
übertragen
Beispiel:
Der angebornen Farbe der Entschließung / Wird des Gedankens Blässe angekränkelt [Schlegel-Shakesp.HamletIII 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blaß · erblassen · verblassen · Blässe · bläßlich
blaß Adj. ‘von schwacher Farbe, bleich’, ahd. blas ‘weißstirnig’ (auch in der Zusammensetzung blasros ‘Pferd mit weißem Stirnfleck’, Hs. 13. Jh.), mhd. blas, auch ‘kahl, schwach, gering, bleich’, asächs. blas ‘glänzend weiß’ gehören mit ↗Blesse (s. d.) und den dort behandelten Wörtern zu einer nur im Germ. nachweisbaren Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’, die als ie. *bhles-, *bhlos- anzusetzen wäre, wozu auch mnl. bles, anord. blesōttr ‘mit weißem Stirnfleck’, ferner mhd. mnd. blas ‘Fackel, brennende Kerze’, aengl. blæse ‘Fackel, Feuer’. Das Adjektiv blaß gewinnt seine heutige Bedeutung ‘bleich’ offenbar erst gegen Ende des 13. Jhs. Luther verwendet das Adjektiv nicht, gebraucht aber erblassen. Die seit dem Frühnhd. bezeugten Verben erblassen und verblassen ‘blasser werden’ werden bis Anfang des 19. Jhs. ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander gebraucht. Erst danach wird erblassen im Sinne eines plötzlichen Blaßwerdens sowie übertragen für ‘sterben’, verblassen bei Sachen im Sinne von dauernder Verfärbung verwendet. Blässe f. ‘blasses Aussehen’ (Mitte 17. Jh.). bläßlich Adj. ‘ein wenig blaß’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Blassheit · Blässe · ↗Fahlheit · ↗Farblosigkeit · ↗Weiße · fahle Farbe

Typische Verbindungen zu ›Blässe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blässe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Blässe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der zerbrechlich wirkende Mann ist von geisterhafter Blässe, denn er denkt ausschließlich nachts, tagsüber schläft er.
Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22
Früher war Blässe schick, weil sie ein Zeichen war, dass man nicht arbeiten musste im Freien, auf dem Feld.
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2002
Es ist noch nicht so lange her, da war vornehme Blässe modern.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 80
Er war blaß, und einen Moment glaubte ich, meine eigene Blässe in seinem Gesicht zu erkennen.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 612
Unter ihrer braunen Haut lag Blässe, die Blässe nach einer Überanstrengung.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 208
Zitationshilfe
„Blässe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bl%C3%A4sse>, abgerufen am 13.07.2020.

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