Blackout, der oder das

Alternative Schreibung Black-out
Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Blackout(s) · Nominativ Plural: Blackouts
Aussprache  [blɛkˈʔaʊ̯t] · ['blɛkʔaʊ̯t]
Worttrennung Black-out
Rechtschreibregeln § 45 (E2), § 55 (3)
Herkunft aus gleichbedeutend blackoutengl

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. vorübergehender, meist flächendeckender Ausfall von elektrischen oder elektronischen Geräten bzw. Systemen; vorübergehender Ausfall (von Teilen) der digitalen Infrastruktur
    1. a) (großflächiger) Stromausfall
    2. b) Störung bzw. Ausfall einer Funkübertragung
  2. 2. das absichtliche (flächendeckende) Abschalten von etw., insbesondere von elektrischen oder elektronischen Geräten bzw. Systemen oder von Kommunikationsmitteln
    1. a) (staatlich angeordnetes) Abschalten oder Verbot von Medien, um die Verbreitung bestimmter Informationen zu verhindern
    2. b) das Verdunkeln von Räumen, Gebäuden, Städten o. Ä. durch das Ausschalten oder Abdecken von Lichtquellen; besonders während des Zweiten Weltkriegs zum Schutz vor Luftangriffen
  3. 3. plötzlicher, zeitweiliger Ausfall von Körperfunktionen
    1. a) plötzlich auftretender, kurz andauernder Verlust des Sehvermögens (z. B. bei Kreislaufproblemen oder starker Beschleunigung) oder der damit häufig einhergehende Verlust des Bewusstseins
    2. b) vorübergehendes (plötzliches) Aussetzen des Erinnerungsvermögens; (vorübergehender) Verlust der Erinnerung an einen bestimmten Zeitraum, eine Erfahrung, etw. Gelerntes o. Ä.; geistige Abwesenheit
  4. 4. [übertragen, besonders Sport] vorübergehende ungewohnt schlechte Leistung; (folgenschwerer) Fehler, der meist aufgrund von Unachtsamkeit bzw. fehlender Konzentration geschieht
  5. 5. [Theater, Kabarett, Film] das schlagartige Ausschalten der Beleuchtung am Ende eines Stücks, einer Szene oder eines Sketches, um beispielsweise die dramatische oder komische Wirkung zu verstärken
    1. ● [besonders Kabarett, übertragen] kurzer Sketch, dessen Schluss nach einer überraschenden Pointe durch plötzliches Verdunkeln der Szene erfolgt
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
vorübergehender, meist flächendeckender Ausfall von elektrischen oder elektronischen Geräten bzw. Systemen; vorübergehender Ausfall (von Teilen) der digitalen Infrastruktur
siehe auch Aussetzer (1 a), Shutdown (b)
Beispiele:
Ein gigantisches Blackout im Computersystem lähmt seit Tagen Italiens Postämter. [Der Standard, 07.06.2011]
Kurze Zeit später fiel dann in weiten Teilen Deutschlands das Handynetz aus. Ursache für den Blackout war der Ausfall zentraler Datenbanken. [Die Welt, 22.04.2009]
Auf einer Fachkonferenz in Seoul haben Wissenschaftler […] vor einer einfachen Möglichkeit gewarnt, mit der man das optische Gehirn eines autonomen Autos lahmlegen kann. Ausreichend sind bestimmte Bilder aus farbigen Pixeln, die ein Aggressor lediglich auf einem T‑Shirt tragen oder als Logo auf einer Einkaufstasche verwenden müsste, um autonome Autos zu verwirren. Sobald deren Kameras diese Farbmuster erfassen, verheddern sich die Algorithmen in logischen Widersprüchen. Das Forscherteam […] konnte zeigen, dass damit ein Black-out des Systems provoziert wird, selbst wenn der Farbklecks in der betreffenden Straßenszene weniger als ein Prozent der Fläche ausmacht. [Die Welt, 01.11.2019]
Es war der wohl größte Blackout der Unternehmens‑Geschichte: Mittwochabend waren Facebook, Instagram und WhatsApp gestört. Laut »Digitaltrends« konnten sich rund 30 Prozent aller Nutzer über zwölf Stunden nicht mehr einloggen […] oder hatten Probleme wie verschwindende Follower. [Bild, 15.03.2019]
Nautiker nennen den plötzlichen Ausfall der Hauptmaschinen, die das Schiff antreiben, einen »Blackout«. [Süddeutsche Zeitung, 06.05.2008]
Es habe »erhebliche Beeinträchtigungen« [auf der Stadtbahnstrecke] gegeben, das Kundeninfosystem im Ostbahnhof sei »total ausgefallen«. […] Gerüchteweise hieß es, der Ausfall der Signal‑ und Gleisanlagen im Stellwerk Rummelsburg sei eine Ursache für den Blackout. [die tageszeitung, 26.05.1998]
a)
(großflächiger) Stromausfall
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein großflächiger, landesweiter, massiver, stundenlanger, totaler, völliger Blackout
als Akkusativobjekt: einen Blackout befürchten, fürchten, verhindern
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Auslöser, die Ursache für den Blackout; von dem Blackout betroffen [sein]; jmd. warnt vor Blackouts
als Aktiv-/Passivsubjekt: ein Blackout droht
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Blackout in der Stromversorgung; Blackouts im Sommer, im Winter
als Genitivattribut: die Gefahr eines Blackouts
Beispiele:
Immer wieder fällt der Strom aus. Im Sommer erlebte Manhattan sogar einen Blackout, der mehrere Stunden dauerte, weil irgendwo ein alter Transformator brannte. [Die Welt, 11.12.2019]
Es wäre der »Größte anzunehmende Unfall« (GAU), hätte Chaos, Panik und möglicherweise Unruhen auf den Straßen zur Folge: ein flächendeckender Stromausfall in Deutschland, ein sogenannter »Blackout«. Bisher gab es in Deutschland nur kleinere Stromausfälle, mit überschaubaren Folgen. [Bild, 03.12.2019]
Aufgrund der hohen Standards ist es […] unwahrscheinlicher geworden, dass Hacker über geknackte intelligente Stromzähler einen großflächigen Blackout verursachen. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.2017]
spezieller Die große Peinlichkeit, ganzen Regionen stundenweise den Strom kappen zu müssen, blieb dem Atomland Frankreich bisher jedoch erspart, ebenso der »Schwarzfall«, der Blackout (= Stromausfall in einem Kernkraftwerk, genauer »Station Blackout«). [Süddeutsche Zeitung, 30.01.2017]
In Erinnerung blieb auch ein Blackout 2008, als ein Eichhörnchen Kabel anknabberte und beim Schweizer Radio und Fernsehen am Leutschenbach die Lichter ausgingen. [Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2016]
Erst im Juli erlebten 600 Millionen Menschen das größte Blackout in der Geschichte Indiens. [Der Standard, 09.10.2012]
So soll es etwa 2013 zu einem kritischen Vorfall im österreichischen Energienetz gekommen sein, der fast zu einem Black-Out geführt hätte. Auslöser war zwar ein Fehler, kein Angriff; Hacker könnten aber verheerenden Schaden anrichten. [Der Standard, 11.01.2015] ungültige Schreibung
b)
Störung bzw. Ausfall einer Funkübertragung
α)
Funktechnik Störung bzw. Ausfall der Funkübertragung aufgrund von Sonnenaktivität
Beispiele:
Sonnenaktivitäten wirken sich auch auf die hoch‑ und niedrigfrequente Funkvermittlung aus. So werden Funksignale, die sonst von der Ionosphäre, einer oberen Schicht der Erdatmosphäre reflektiert werden, absorbiert. Der gewünschte Empfänger ist unter Umständen nicht mehr erreichbar. Stundenlange »Blackouts« für den Funkverkehr auf der Sonnenseite der Erde könnten die Folge sein. [Der Spiegel, 08.06.2000 (online)]
Ein Blackout beim Empfang von Kurzwellen kann durch Röntgenstrahlen von der Sonne verursacht werden. [Leipziger Volkszeitung, 17.09.2014]
Ein Blackout, ausgelöst durch einen geomagnetischen Sonnensturm, traf 2003 auch Schweden und das Europäische Flugradar. In den USA mussten Flüge verschoben werden, ein Forschungssatellit ging verloren. [Süddeutsche Zeitung, 21.11.2013]
Wie empfindlich GPS ist, zeigt sich daran, dass es bei starken Sonnenwinden großflächig ausfällt und so einem ganzen Kontinent den Blackout bescheren kann […]. [Die Welt, 16.04.2011]
Mega‑Explosion auf der Sonne! Strahlenhagel prasseln Richtung Erde. Plasmawolken rasen auf uns zu. Experten befürchten Blackouts von Satelliten, Handys und TV‑Geräten. [Bild, 22.01.2005]
β)
Raumfahrt Unterbrechung der Funkverbindung zur Bodenstation bei Eintritt eines Raumfahrzeugs in die Erdatmosphäre
Beispiele:
Der Moment, in dem alle Kommunikation abbricht, Minuten der Stille in der Phase höchsten Risikos – das ist zunächst durchaus kein Katastrophenmoment. Auf jeder Mission verliere man den Kontakt zu den Raumfähren, hat Ron Dittemore erklärt, der Manager des Shuttle‑Programms – ein starkes Ionenfeld, das Objekte beim Eintritt in die Erdatmosphäre umgibt, bringt den Funkverkehr zum Erliegen. »Blackout« heißt das in der Sprache der Nasa. […] [Süddeutsche Zeitung, 03.02.2003]
Astronauten kennen den Blackout als Ausfall des Funkkontaktes zwischen Raumschiff und Bodenstation. Das geschieht jeweils für mehrere Minuten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. [Leipziger Volkszeitung, 17.09.2014]
Die heißen Gase, die den Raketenmotoren entströmen und die sich glockenförmig hinter ihr ausbreiten, sobald sie in eine Schicht dünnerer Luft eintritt, bilden ebenso einen für Radiowellen undurchdringlichen Schirm. Hier freilich läßt sich das Blackout mit einem Trick vermeiden: Man stellt die Antennen der Bodenstationen so weit von dem Startplatz entfernt auf, daß die Radiostrahlen auf dem direkten Weg zwischen Sender und Empfänger an der heißen Gasglocke vorbei die Antennen des Projektils erreichen. [Die Zeit, 25.10.1968]
2.
das absichtliche (flächendeckende) Abschalten von etw., insbesondere von elektrischen oder elektronischen Geräten bzw. Systemen oder von Kommunikationsmitteln
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein verordneter Blackout
Beispiele:
Zu einem gewollten Black-out kommt es am Samstag in mehr als 150 Ländern der Welt. Der WWF (= World Wide Fund For Nature, eine Naturschutzorganisation) rief alle Haushalte, Unternehmen, Behörden und Organisationen auf, sich an der Earth Hour 2013 zu beteiligen und die Lichter von Wohnungen und Gebäuden am Samstagabend eine Stunde lang abzuschalten. [Der Standard, 22.03.2013]
Die seit Monaten andauernde Energiekrise in Kalifornien hatte sich am Mittwoch zugespitzt. Erstmals wurde gezielt Hunderttausenden von Haushalten der Strom abgedreht, um Energie einzusparen. […] Die verfügten »Blackouts« am Mittwochabend dauerten jeweils 60 bis 90 Minuten. [Der Spiegel, 18.01.2001 (online)]
[…] mittags hatte ich schon so viele Meinungen gehört, dass ein Blackout hermusste. Kein Social Media für mich. Handy aus. Pause. [Die Welt, 10.01.2020]
Portugal habe seit 2000 einen umfrage‑ und politikfreien Tag vor der Wahl, einen »Tag des Schweigens, an dem die Politik quasi ausgeschaltet ist, ein verordnetes Blackout«, sagt Politologin Sully. [Der Standard, 29.02.2016]
Bisher weigert sich Kalifornien, das seit Januar selbst Strom einkauft, überhöhte Großhandelspreise zu bezahlen. Wenn jedoch der Energiebedarf steigt, könnte der Staat in Zugzwang geraten. Denn das gegenwärtige Dilemma lässt ihm nur zwei Möglichkeiten: Entweder zahlt er aus Steuermitteln die überhöhten Gebühren der Stromkonzerne oder aber die kalifornischen Politiker verordnen Unternehmen wie Privatabnehmern den staatlich beschlossenen Blackout. [Die Welt, 24.04.2001]
a)
(staatlich angeordnetes) Abschalten oder Verbot von Medien, um die Verbreitung bestimmter Informationen zu verhindern
siehe auch Zensur (2)
Beispiele:
Im Herbst 2016 schlug die Staatsmacht zuletzt Lehrerproteste gewaltsam nieder. Anfang 2017 reihte sich Kamerun in die Reihe der Länder ein, die das Internet als Quelle des Unmuts ausmachten: Mitte Januar schaltete die Regierung »aus Sicherheitsgründen« das Internet im englischsprachigen Kamerun ab. Gute 90 Tage dauerte der Blackout. [Der Spiegel, 06.10.2017 (online)]
Im übrigen Tunesien und in der globalisierten Medienwelt war über Monate hinweg nichts davon [von den Unruhen im Südwesten Tunesiens] zu erfahren. Das Regime Ben Ali hatte einen nachrichtenmässigen Blackout verhängt. [Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2011]
spezieller[…] Die englischsprachige Version von Wikipedia protestiert mit einem 24‑stündigen Blackout (= das vorübergehende Abschalten von Internetseiten als Protestaktion) gegen Netzsperren. [Die Zeit, 18.01.2012 (online)]
1945 haben die Alliierten alle damals gängigen deutschen Medien an einem Tag vorübergehend abgeschaltet und sie nannten das als Spezialausdruck »Blackout«. [Rhein-Zeitung, 03.04.2013]
Erinnern wir uns an den letzten amerikanischen Angriff auf den Irak während des Golfkriegs: keine Fotos, keine Berichte, nur Gerüchte, daß Panzer, von Bulldozern geschützt, die irakischen Schützengräben überrollten und Tausende Soldaten in Erde und Sand begruben. Was dort vorging, war in seiner schieren mechanischen Effizienz so grausam, daß Bilder die öffentliche Meinung zu negativ beeinflußt hätten und eine totale Zensur verhängt wurde, ein Blackout. [Die Zeit, 31.03.1999]
b)
das Verdunkeln von Räumen, Gebäuden, Städten o. Ä. durch das Ausschalten oder Abdecken von Lichtquellen
besonders während des Zweiten Weltkriegs zum Schutz vor Luftangriffen
Im deutschsprachigen Raum wird zur Bezeichnung der Luftschutzmaßnahme häufiger der Ausdruck Verdunkelung gebraucht.
Synonym zu Verdunkelung
Beispiele:
Im Krieg fotografierte er nächtliche Strassen des verdunkelten, nur vom Mondlicht erhellten London während des Blackout. Er schwärmte: »Der Blackout war absolut phantastisch schön. Das Mondlicht war so sanft wie Bühnenlicht.« [Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2004]
Blackout bedeutet laut Fremdwörterbuch »Verdunklung in Kriegszeiten« […]. [Süddeutsche Zeitung, 10.08.2002]
übertragen Doch es war ein Schauspiel, das die meisten von uns noch nie zuvor erlebt hatten und wohl auch kein zweites Mal erleben werden. Und dabei hatte alles so harmlos angefangen. Dichte Wolkenfelder lagen den ganzen Vormittag über Borna. Kaum einer hoffte noch, den kosmischen Blackout (= Sonnenfinsternis) wirklich sehen zu können. [Leipziger Volkszeitung, 12.08.1999]
3.
plötzlicher, zeitweiliger Ausfall von Körperfunktionen
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: einen Blackout erleiden
a)
plötzlich auftretender, kurz andauernder Verlust des Sehvermögens (z. B. bei Kreislaufproblemen oder starker Beschleunigung) oder der damit häufig einhergehende Verlust des Bewusstseins
siehe auch Ohnmacht (1)
Beispiele:
Ohnmachten sind relativ häufig: Etwa 40 Prozent aller Menschen kippen mindestens einmal in ihrem Leben um. Meist sind die Betroffenen nur kurze Zeit bewusstlos und erholen sich in der Regel schnell wieder davon. Dennoch ist ein solcher Blackout belastend – und beim Treppensteigen oder Autofahren schlimmstenfalls sogar lebensgefährlich. [Die Welt, 20.05.2019]
Die deutsche Meisterin [im 1.500-Meter-Lauf] gab nach etwa 1.000 Metern wegen Kreislaufbeschwerden auf. »Ich weiß nicht, was mit mir los war. Ich hatte einen Blackout, mir wurde schwarz vor Augen, und ich bekam keine Luft mehr«, sagte Simone Weidner. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.1993]
Mir wurde übel, die Muskeln begannen zu krampfen. Zehn Kilometer bevor ich ausstieg, wurde mir erstmals schummrig, ich hatte dann immer mal wieder kleine Blackouts und entschied: Ich mache hier nicht weiter. Sonst riskiere ich zu viel. [Welt am Sonntag, 08.12.2019]
Als Siebenundsechzigjähriger fliegt er […] in israelischen Kampfjets mit: »Ich konnte mir nicht vorstellen, diesen Film zu drehen, ohne selbst zu fliegen, ich hielt es für notwendig, am eigenen Leib den Blackout zu erfahren, das Ohnmächtigwerden (…) das alle Piloten von Jagdflugzeugen kennen.« […] Er aber hielt mit nur verhältnismäßig kurzem Bewusstseinsverlust Fliehkräfte von 7 G aus, mithin das Siebenfache seines eigenen Körpergewichts. [Die Welt, 04.09.2010]
Während der spektakulären Manöver sind die Piloten extremen Beschleunigungen und Fliehkräften ausgesetzt […] Dabei wird das Blut vom Kopf in die Beine gedrückt; nach sechs Sekunden drohen Tunnelblick, Blackout oder Bewusstlosigkeit. [Süddeutsche Zeitung, 26.04.2010]
Als Unfallursache Nummer eins gilt unter Freitauchern die Blitz‑Ohnmacht knapp unterhalb der Wasseroberfläche. […] »Der Blackout kommt ohne Vorwarnung«, berichtet [die Freitaucherin] Isigkeit, »deshalb ist Freitauchen ohne Absicherung lebensgefährlich.« [Der Spiegel, 09.10.2000]
b)
vorübergehendes (plötzliches) Aussetzen des Erinnerungsvermögens; (vorübergehender) Verlust der Erinnerung an einen bestimmten Zeitraum, eine Erfahrung, etw. Gelerntes o. Ä.; geistige Abwesenheit
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein angeblicher Blackout; ein totaler, völliger Blackout
in Präpositionalgruppe/-objekt: sich auf einen Blackout berufen
α)
aufgrund von starker körperlicher oder psychischer Belastung, z. B. bei Angst, Stress, Erschöpfung, Traumata o. Ä.
Beispiele:
Ein Schüler kann noch so gut auf eine Prüfung vorbereitet sein. Wenn das Adrenalin zu sehr steigt, er Angst hat und unter Stress gerät, ist er quasi handlungsunfähig. Er hat einen sogenannten Blackout. [Die Welt, 06.05.2019]
Wenn die Piloten Einsätze fliegen, bekommen sie das alles vor lauter Adrenalin oft gar nicht mit. Erst nach dem kurzen Blackout merken sie, was sie eigentlich erlebt haben. Es ist wie ein verzögerter Schock. [Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2017]
Im Sitzungssaal machte der 56‑Jährige deutlich, dass er sich an den Unfall nicht erinnern könne. »Er ist traumatisch belastet, hat einen völligen Blackout«, sagte sein Verteidiger. [Münchner Merkur, 25.06.2020]
Aber ich habe keine Erinnerung an die Rennen und daran, was ich danach gemacht habe – Blackout. Ich weiß noch, dass ich mich beim Vorlauf über 400 Meter Freistil gut fühlte, aber nicht mal an die Vorbereitungen auf das Finale oder an den Tag danach kann ich mich erinnern. Wie ausgelöscht. Es war so überwältigend, und nach den Erfolgen strömte so viel auf mich ein, dass ich das scheinbar nur wie im Rausch wahrgenommen habe. [Die Welt, 11.07.2019]
Im Unterricht oder wenn er mit Freunden unterwegs ist, hat er manchmal Blackouts, plötzlich ist er für kurze Zeit abwesend und hört nicht, was um ihn herum passiert. Wenn ihn dann jemand laut anspricht, kommt er wieder zu sich. [Zeit Magazin, 26.11.2017]
»Das kennt jeder, dass einem einfachste Dinge gerade nicht einfallen«, sagt Peter Henningsen, Chef der Psychosomatik an der TU München. »Pathologisch ist ein Blackout hingegen bei traumatisierten Patienten. Sie steigen immer wieder mal aus. Ein unspezifisches Bedrohungssignal reicht, und es kommt zum kleinen Gedächtnisverlust.« [Süddeutsche Zeitung, 23.11.2013]
[…] mit Atemtechnik beherrsche man nicht nur seine Sprechstimme, sondern auch sein Lampenfieber, weil das Gehirn mit ausreichend Sauerstoff versorgt werde: die beste Vorbeugung gegen den von allen Rednern gefürchteten Blackout. [Süddeutsche Zeitung, 05.01.2002]
β)
aufgrund von (übermäßigem) Alkohol- oder Drogenkonsum
Beispiele:
Typisch für die Einnahme von K.‑o.‑Tropfen ist […] ein Blackout, also die totale Amnesie. In diesen Fällen erinnern sich die Opfer von Beimischungen hinterher an nichts mehr. [Welt am Sonntag, 11.11.2012]
Während der Bahnfahrt habe er eine Flasche Whisky und zwei Jägermeister getrunken, danach habe er einen völligen Blackout gehabt und erinnere sich an nichts mehr. [Süddeutsche Zeitung, 02.10.2003]
Der drogenabhängige[…] Beschuldigte, gab an, wegen der kurz vorher konsumierten Drogen einen Ohnmachtsanfall und – damit verbunden – einen totalen Blackout erlitten zu haben. [Mittelbayerische, 25.02.2016]
Erinnerungslücken und Filmrisse sind häufige Reaktionen auf die Drogeneinnahme – worauf es Kriminelle anlegen. Junge Frauen beschreiben nach nächtlichen Diskobesuchen ähnliche Erlebnisse: mehrstündige Blackouts, die Erinnerungen an den Abend trüben. Alkohol muss dafür nicht immer die Ursache sein. Die GHB‑Droge, auch K.o.‑Tropfen genannt, kann der Grund für solch einen Filmriss sein. [Saarbrücker Zeitung, 19.04.2014]
Durch Interviews mit 64 Alkoholikern konnten die Wissenschaftler zwei verschiedene Arten des Blackouts definieren. Bei den sogenannten »En bloc«‑Blackouts ist ab einem ganz bestimmten Zeitpunkt jede Erinnerung an Ereignisse und Personen komplett verschwunden […]. Bei den fragmentarischen Blackouts sind Erinnerungen noch da, aber sie sind lückenhaft. Solche Blackouts treten häufiger auf – doch sie sind ebenfalls tückisch. [Der Wissenschaftler] Goodwin stellte fest, dass bei dieser Art des Blackouts den Betroffenen oft gar nicht bewusst ist, dass sie Dinge vergessen haben. Erst wenn andere sie auf etwas hinweisen, was geschehen ist, kommen die Erinnerungen zum Teil zurück. [Welt am Sonntag, 06.11.2011]
4.
übertragen, besonders Sport vorübergehende ungewohnt schlechte Leistung; (folgenschwerer) Fehler, der meist aufgrund von Unachtsamkeit bzw. fehlender Konzentration geschieht
siehe auch Aussetzer (2 a, 2 b)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein folgenschwerer, kollektiver, unerklärlicher Blackout; ein totaler, völliger Blackout
als Akkusativobjekt: sich einen Blackout leisten; einen Blackout nutzen
in Präpositionalgruppe/-objekt: von einem Blackout profitieren
als Aktiv-/Passivsubjekt: der Blackout kostete [den Punkt, Sieg, Titel]
Beispiele:
Der Einzug ins Pokalachtelfinale hat die Gemüter nach der 1:5‑Klatsche gegen Leverkusen etwas beruhigt. Dennoch hat Borussia noch etwas gutzumachen. In Sinsheim soll klargestellt werden, dass der Blackout von letzter Woche verdaut ist. [Der Spiegel, 27.10.2017 (online)]
Die ersten beiden Führungen wurden nach 123, beziehungsweise 111 Sekunden wieder verspielt – wegen schlimmer individueller Fehler. Derartige Blackouts hatten dreimal in den ersten fünf Runden [die Mannschaft von] Langnau nach Führungen den Weg in die Niederlage gewiesen. [Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2017]
Günter Perl […] ist einer der besten deutschen Video‑Schiris. Eigentlich. Doch ausgerechnet Perl sorgte für einen der größten Blackouts seit Einführung des Video‑Beweises vor einem Jahr. Der Münchner griff bei dem klaren Handspiel von Herthas Rekik gegen Stuttgart (3:1) nicht ein. [Bild, 06.05.2019]
Deutschlands bester Golfprofi Martin Kaymer hat seinen zweiten Heimsieg nach einem Blackout am vorletzten Loch verpasst und muss weiter auf seinen ersten Tour‑Triumph seit vier Jahren warten. […] Noch bis zum 17. Loch durfte Kaymer bei neun unter Par auf ein Stechen mit Wallace und damit auf den Sieg hoffen. Doch ein völlig missglückter Chip hinter das Grün raubte ihm die Chance. [Süddeutsche Zeitung, 25.06.2018]
Beim 1:3 gegen Real Madrid wurde [Loris] Karius zur tragischen Figur. Mit zwei unvorstellbaren Patzern schenkte er den Spaniern den Titel. Jetzt kommt raus: Karius erlitt kurz vor seinen Blackouts eine Gehirnerschütterung! [Bild, 05.06.2018]
Spätestens beim 17:13 eine Viertelstunde vor Schluss schalteten die deutschen Handballer gedanklich offenbar ab, was zum kollektiven Blackout führte. [Süddeutsche Zeitung, 24.01.2017]
5.
Theater, Kabarett, Film das schlagartige Ausschalten der Beleuchtung am Ende eines Stücks, einer Szene oder eines Sketches, um beispielsweise die dramatische oder komische Wirkung zu verstärken
Beispiele:
Jerez hat ihr Publikum [bei ihrer Installationsperformance] nicht geschont. In einer langen Abfolge aus sekundenkurzen Szenen, die durch Blackouts voneinander getrennt waren, wurden Bestandteile der Theater‑Infrastruktur Stück für Stück auf die Bühne geräumt. […] In den Momenten der Dunkelheit waren die Geräusche des Hereinschiebens zu hören: unsichtbare Arbeit. [Der Standard, 19.03.2012]
Die Aufführung endet mit einem Blackout. [Frankfurter Rundschau, 14.12.1999]
Angeblich soll der zweistündige Film [»1917«] in einer einzigen, ungeschnittenen Plansequenz entstanden sein. Was sich kaum überprüfen lässt, denn manche Szenen spielen in stockdunklen Kellern – oder enden im Blackout. [Kunst + Film: 1917, 19.01.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Der Moment, bei dem am Ende das Licht ausgeht im Theater. Der Blackout. Diese kurze Stille, in der alles kulminiert: die Dramaturgie des Auftritts, die Anstrengung der gespielten Leichtigkeit; der Moment, in dem sich der gesamte Theaterraum innerlich auf den Applaus vorbereitet, gedanklich Atem holt, unhörbar den Abend, die Lacher, die Erkenntnisse summiert. […] Dieser Moment ist es, für den ich schreibe. [Süddeutsche Zeitung, 24.12.2018]
Die Stimmungen, die [der Regisseur] Kušej mit Lichtwechseln, Blackouts und schroff gesetzten Sound‑Effekten auf […] [der] Bühne schafft, sind zum Teil wirklich großartig. [Süddeutsche Zeitung, 07.06.2014]
Zwischen den zahlreichen, oft kurzen Szenen gab es deutliche Blackouts mit allzu lauter Musik. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2006]
Unterbrochen von abrupten Blackouts, setzen die Tänzer immer wieder neu an. Die Phrase als ästhetisches Element mit Anfang, Mitte und Ende wird zerhackt: ein ständiges Anfangen, das kein Ende findet. [Süddeutsche Zeitung, 05.11.2002]
Als schließlich ein Blackout das Ende der Premiere verkündete, hörte man als erste Reaktion des Publikums noch vor dem Applaus einen im Theater seltenen Laut: ein leises Stöhnen der Erleichterung. [die tageszeitung, 05.10.1992]
besonders Kabarett, übertragen kurzer Sketch, dessen Schluss nach einer überraschenden Pointe durch plötzliches Verdunkeln der Szene erfolgt
Beispiele:
Dieser Film [»Ein schönes Wochenende«] arbeitet, wie im Kabarett, mit Blackouts. In wenigen Sätzen, mit wenigen Bildern wird eine Situation charakterisiert, in Blitzesschnelle auf die Spitze getrieben, die Pointe folgt. Aus. Mit dieser dramaturgischen Technik sind 40 Episoden aneinandergereiht. [Neues Deutschland, 18.04.1983]
Überhaupt ist das ein recht vergnügter Abend: man lacht von Herzen, man amüsiert sich, und man schmunzelt auch bisweilen kennerisch. Die Black-outs vor allem, jene lobend hingestellten Witze mit garantiert zündender Kurzschluß‑Pointe, haben es in sich. [Berliner Zeitung, 06.12.1955]
Das Improvisationstheater »Springmaus« zeigt sein Programm »Ende nich‍(t) in Sicht«. Sketche, Lieder und Blackouts nehmen den Zeitgeist aufs Korn. [Süddeutsche Zeitung, 02.03.1994]
Mit grotesken Wortwitzen, mit aberwitziger Situationskomik, grellen Blackouts hat [Otto] Waalkes die Deutschen belustigt wie wohl kein anderer Komiker[…]. [Der Spiegel, 15.07.1985]
Kein Komiker kann auf Klaviertasten so schlitzohrig danebengreifen wie dieser aus Dänemark stammende Amerikaner[…]; kaum einer fabriziert ein derart intelligentes Spektakel hintersinniger Gags, Slapsticks und Blackouts. [Der Spiegel, 05.09.1977]
Meistens sind es in Szenen gesetzte mehr oder minder witzige Einfälle, die, wie man weiß, irgendein kleineres oder größeres Übel unserer Tage tilgen helfen wollen. Am besten und erfolgreichsten bedient und bediente man sich dabei des beim Kabarett bekannten Blackouts; das heißt, man bereitet möglichst geheimnisvoll eine verrückte, komische, tragische, skurrile, auf jeden Fall aber überraschende Pointe vor, die sowohl Höhepunkt als auch schlagartiger Schluß der feierlichen Handlung ist. Dialoge dabei sollen der Würze nicht entbehren: wie zu beachten bleibt, daß in der Kürze bei jeder Satire die Würze liegt. [Berliner Zeitung, 25.02.1962]
Auch ohne Soli fiel die junge Kabarettistin von Programm zu Programm mehr auf. […] Und es zeigte sich, daß sie aus winzigen Rollen in Black-outs etwas zu machen versteht, daß sie Pointen zu setzen weiß. (Auch im neuen Programm hat sie jeden Abend Szenenapplaus für einen kurzen Auftritt als sächsisch schimpfende Frau.) [Berliner Zeitung, 11.05.1958]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Black-out · Blackout · Erinnerungslücke · Gedächtnislücke · keine Erinnerung (an) · zeitweises Aussetzen des Gedächtnisses  ●  Alzheimer (sarkastisch-übertreibend)  ugs. · Aussetzer  ugs.
Unterbegriffe
  • Wortfindungsstörung(en) · Wortnot
Assoziationen
  • (völlig) verwirrt sein · benommen sein · nicht mehr wissen, wo rechts und links ist · nicht mehr wissen, wo vorne und (wo) hinten ist · unzurechnungsfähig sein  ●  (völlig / komplett) neben der Kappe sein  ugs. · einen Blackout haben  ugs. · nicht (ganz) auf der Höhe sein  ugs. · nicht mehr wissen, ob man Männchen oder Weibchen ist  ugs. · nicht mehr wissen, ob man Männlein oder Weiblein ist  ugs. · nicht wissen, wo oben und (wo) unten ist  ugs. · völlig daneben sein  ugs.
  • Erinnerungslücke(n) · Gedächtnisprobleme · Gedächtnisschwäche · Vergesslichkeit · mangelndes Erinnerungsvermögen  ●  (ein) Gedächtnis wie ein Sieb (haben)  ugs.
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Blackout · Stromausfall · Zusammenbruch der Stromversorgung · Zusammenbruch des Stromnetzes
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Ausfallerscheinung · Bewusstseinsstörung · Geistesabwesenheit  ●  (ein) Blackout  ugs. · (ein) Filmriss  ugs., fig. · (retrograde) Amnesie  fachspr. · Absence  geh., franz. · Absenz  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Blackout‹, ›Black-out‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blackout‹.

Zitationshilfe
„Blackout“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blackout>, abgerufen am 04.08.2021.

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