Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Blage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blage · Nominativ Plural: Blagen
Aussprache  [ˈblaːgə]
Worttrennung Bla-ge
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

D , besonders D-Nordwest (Westfalen-Süd) , gelegentlich D-Nordost , D-Mittelwest , salopp, abwertend Synonym zu Blag, Balg²
Beispiele:
Minderjährige rennen Uuaaa‑schreiend um ihre selbst gebauten Äste‑Tippis, während der Erzeuger versucht, zwischen zwei klimageschädigten Fichten in der Hängematte schaukelnd mit den Blagen Mathe zu machen. [Reutlinger General-Anzeiger, 15.02.2021]
Viele Eltern kuschen vor ihren »Blagen«, das kann man nicht mitansehen. [Stiefmutterblog, 24.06.2020, aufgerufen am 31.08.2020]
Während der Toilettenpause einer Busfahrt wurden meine Enkelkinder von einer älteren Dame als dumme Blagen bezeichnet, obwohl sie brav anstanden und sich auch im Bus nicht rüpelhaft benommen haben. Das macht mich wütend und sagt eine Menge aus über Menschen, die offenbar vergessen haben, dass auch sie einst nackt auf die Welt gekommen sind. [Neue Osnabrücker Zeitung, 07.01.2020]
Als Dani […] vor versammelter Mannschaft verrät, dass sie ein Kind erwartet und die Rücklagen gerne für Spielgeräte im Garten ausgeben würde, wird es so richtig hitzig. »Ich hab schon im Zug genug dieser nervigen Blagen und jetzt soll ich mir das Geplärre auch noch im Haus anhören?«, poltert Vera. [Neue Westfälische, 14.05.2019]
Als Johann Gottwald, geboren in Kronstadt am Rand der Karpaten, wird er [der Protagonist eines Romans] zum Erzieher und Lehrer von Virginia, der verzogenen Tochter seines Retters, deren Mutter bei der Geburt starb. Und weil das Mädchen eine »geschichtenversessene Blage« ist, hat der Autor nun allen Grund, seinen Helden am laufenden Band Geschichten erzählen zu lassen. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.2011]
Klappe auf und hopp. Und schwupps ist die Mutter wider Willen die lästige Blage los. Halt. So soll und wird das nicht laufen mit dem ersten Babyfenster im Saarland. [Saarbrücker Zeitung, 31.03.2001]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blag · Blage
Blag m. n. Blage f. westd. ‘mutwilliges Kind, Range’ (19. Jh.), Blage(n) Plur., nl. blaag. Herkunft ungewiß. Etym. Wb. Nl. 1, 321 geht aus von nd. blagen ‘sich aufblasen’, einer Nebenform von blähen (s. d.); vgl. westfäl. Blag(e) ‘dumme, aufgeblasene Person’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abkömmling · Heranwachsender · Nachfahre · Nachkomme · Nachwuchs · Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · Kind  Hauptform · (das) Blag  ugs., ruhrdt. · (die) Blage  derb, abwertend · Balg  ugs., abwertend, veraltet · Gschropp  ugs., bayr. · Gör  ugs., berlinerisch · Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleine  ugs., weibl. · Kleiner  ugs., männl. · Kniebeißer  ugs., selten · Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · Spross  ugs. · Zögling  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Blage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blage>.

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