Blankvers, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBlank-vers
WortzerlegungblankVers
eWDG, 1967

Bedeutung

Literaturwissenschaft reimloser jambischer Vers mit fünf Hebungen
Beispiel:
ein Schauspiel in Blankversen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blank · Blankvers
blank Adj. ‘hell glänzend, strahlend’, ahd. blanc ‘glänzend, hell, weiß(lich)’ (10. Jh.), mhd. blanc, mnd. blank, mnl. blanc, nl. blank, aengl. blanc sowie anord. blakkr ‘fahl’ (besonders vom Pferd; vgl. aengl. blanca ‘Schimmel’) gehören ablautend zu ↗blinken (s. d.) und sind verwandt mit ↗blecken und ↗blaken (s. d.). Germ. *blanka- ‘weiß’ ist wie die unter ↗blau, ↗braun, ↗greis (s. d. und s. ↗brünett) behandelten Farbbezeichnungen und wohl auch wie die unter ↗blond (s. d.) behandelte in roman. Sprachen entlehnt worden, vgl. frz. blanc ‘weiß, rein, sauber’ (daraus engl. blank ‘weiß, leer, ausdruckslos’), ital. bianco ‘weiß’. Ursprünglich wohl von ‘glänzenden’ Gegenständen, z. B. von Schwertern. Zur weiteren Bedeutungsentwicklung vgl. blankziehen Vb. ‘die Waffe aus der Scheide ziehen’, eigentlich ‘die Waffe glänzend’, d. h. ‘unbedeckt, bloß erscheinen lassen’, und die umgangssprachliche Wendung blank sein ‘kein Geld mehr haben’ (18. Jh.), eigentlich ‘bloß (von Geld) sein’. Schließlich ist das, was ‘glänzend und strahlend, unbedeckt und bloß’ ist, auch ‘rein und sauber’. Blankvers m. reimloser jambischer Vers mit fünf Hebungen, aus gleichbed., seit dem 16. Jh. bezeugtem engl. blanc verse ‘reiner, reimloser Vers’ entlehnt; von Gottsched 1742 noch mit engl. Plural blanc Verses eingeführt, erst im 19. Jh. in eingedeutschter Form Blankvers allgemein.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hexameter

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wieder konnte er sich eine Stunde lang mit einem Freund ausschließlich in Shakespeareschen Blankversen unterhalten.
Süddeutsche Zeitung, 16.05.2002
Das ist aber, wie Eliot argumentiert, mit dem auch außerhalb der dramatischen Dichtung zu stark verbrauchten „Blankvers“ heute nicht mehr möglich.
Die Zeit, 28.08.1952, Nr. 35
Volker Braun ist ein Virtuose in der Handhabung des Blankverses, der schroffen geschichtsphilosophischen Fügung.
Der Tagesspiegel, 16.03.2005
Ihr herber Charme ist längst verhärmt, aus schmalen Lippen bellt der Blankvers.
Die Welt, 29.10.2001
Die gewählte Form war der von Shakespeare benutzte Blankvers, die fünffüßigen Jamben.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Blankvers“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blankvers>, abgerufen am 17.02.2019.

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