Blase, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blase · Nominativ Plural: Blasen
Aussprache
WorttrennungBla-se (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Blase‹ als Erstglied: ↗Blasenentzündung · ↗Blasenerkrankung · ↗Blasengalle · ↗Blasenkatarrh · ↗Blasenkrebs · ↗Blasenleiden · ↗Blasensonde · ↗Blasenspiegel · ↗Blasenstein · ↗Blasentee · ↗Blasenwurm · ↗Bläschen · ↗blasenartig · ↗blasenförmig · ↗blasenkrank
 ·  mit ›Blase‹ als Letztglied: ↗Blutblase · ↗Brandblase · ↗Eiterblase · ↗Filterblase · ↗Fischblase · ↗Fruchtblase · ↗Gallenblase · ↗Gasblase · ↗Harnblase · ↗Hausenblase · ↗Immobilienblase · ↗Kaugummiblase · ↗Kohlensäureblase · ↗Kreditblase · ↗Luftblase · ↗Reizblase · ↗Samenblase · ↗Schallblase · ↗Schaumblase · ↗Schrumpfblase · ↗Schweineblase · ↗Schweinsblase · ↗Schwimmblase · ↗Seifenblase · ↗Spekulationsblase · ↗Sprechblase · ↗Wasserblase · ↗Überlaufblase
 ·  mit ›Blase‹ als Grundform: ↗blasig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Luft oder Flüssigkeit gefüllter Hohlraum
a)
kleine, halbrunde Wölbung auf der Oberhaut, in der sich Flüssigkeit ansammelt
Beispiele:
Blasen auf der Haut, an den Füßen haben
auf der Lippe bildeten sich Bläschen
sich [Dativ] Blasen (am Fuß) laufen
die Blase drückt, schmerzt, nässt, ist aufgegangen
eine Blase austrocknen lassen, aufdrücken, aufstechen
b)
kleiner, kugelförmiger, mit Luft gefüllter Hohlraum, Luftblase
Beispiele:
Blasen im Glas, Metall, Stein
das Wasser wirft Blasen (auf)
umgangssprachlich es regnet Blasen (= es regnet so stark, dass die auftreffenden Regentropfen Blasen bilden)
umgangssprachlich Der [Teig] ist erst fertig, wenn er Blasen zieht [SeghersSiebtes Kreuz4,259]
c)
häutiges Hohlorgan der Menschen, der Tiere, in dem sich Urin ansammelt, Harnblase
Beispiele:
die Blase entleeren
sich [Dativ] die Blase erkälten
umgangssprachlich er hat es mit der Blase (= ist blasenkrank)
2.
ostmitteldeutsch, umgangssprachlich, übertragen etw. zieht Blasenetw. hat Folgen
Beispiele:
diese Angelegenheit zieht Blasen
die Auseinandersetzung zog Blasen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blasen · abblasen · einblasen · Blase · Bläser
blasen Vb. ‘kräftig Luft ausstoßen, heftig wehen’, ahd. blāsan ‘blasen, wehen (vom Wind), atmen, schnauben’ (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. blāsen, nl. blazen, anord. blāsa, schwed. blåsa, got. ufblēsan ‘sich aufblähen’ gehören wohl als germ. s-Bildungen (germ. *blēsan) zu ie. *bhlē- ‘aufblasen, aufschwellen’ und sind daher verwandt mit den unter ↗blähen und ↗Blatter (s. d.) behandelten Wörtern. abblasen Vb. ‘weg-, auspusten’, spätmhd. abeblāsen, ‘durch Horn-, Trompetensignal das Ende (einer Kampfhandlung, der Jagd) ankündigen’ (16. Jh.), heute allgemein ‘(geplante oder im Gange befindliche Aktionen) absagen, beenden’ (20. Jh.). einblasen Vb. ‘(Leben) einhauchen, eingeben’, ahd. īnblāsan (11. Jh.), mhd. īnblāsen ‘übermitteln, zuflüstern, vorsagen’ (16. Jh.). Blase f. ‘mit Luft oder Flüssigkeit gefüllter Hohlraum’, ahd. blāsa ‘Blase, Harnblase, Hautblase’ (10./11. Jh.), asächs. blāsa, mhd. mnd. blāse, mnl. blase. Der scherzhaft gebrauchte Ausdruck Blase für ‘Gesellschaft, Bande’ stammt aus der Studentensprache der 50er Jahre des 19. Jhs. und war Scheltwort für eine nicht farbentragende, lose studentische Verbindung. Bläser m. ‘wer ein Blasinstrument spielt’, ahd. (in Zusammensetzungen) -blāsāri, mhd. blāsære, blāser.

Thesaurus

Synonymgruppe
Blase · ↗Brandblase · ↗Eiterbläschen · Hautblase · ↗Luftblase · ↗Pickel · ↗Pustel  ●  Pustula  fachspr. · ↗Wimmerl  ugs., bair., österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Spekulationsblase · wirtschaftliche Überhitzung  ●  Blase  ugs.
Synonymgruppe
(die) Linie der · ↗Angehörige · ↗Anhang · ↗Familie · ↗Familienclan · ↗Familienverband · ↗Geschlecht · Kind und Kegel · ↗Klan · ↗Sippe · vom Stamm der  ●  ↗Mischpoke  abwertend · Muschpoke  abwertend · ↗Verwandtschaft  Hauptform · ↗(ganze) Bagage  ugs., abwertend · Blase  ugs., abwertend · ↗Clan  ugs. · ↗Sippschaft  derb · bucklige Verwandtschaft  ugs., abwertend, scherzhaft · die Unseren  geh., variabel
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bande · ↗Clique · ↗Combo · ↗Freundeskreis  ●  Blase  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Darm Entleerung Entstehen Ferse Fuß Harnleiter Harnröhre Immobilienmarkt Mastdarm New Economy Niere Platzen Prostata Pustel Rötung Schaum Tute Zeh Zerplatzen aufsteigend blubbern entleeren gefüllt geplatzt juckend platzen platzend schmerzhaft spekulativ zerplatzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blase‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wollen eine Erklärung, warum die Blase diesmal sinnvoll ist, warum sie ihr gutes Geld dort hineinstecken sollen.
Der Spiegel, 20.11.2000
Sie gesteht, bei einer Party die Kontrolle über ihre Blase verloren zu haben.
Der Tagesspiegel, 17.09.1998
Um ihn herum hat sich indes seine ganze Blase versammelt.
Süddeutsche Zeitung, 08.01.1994
Nun mußte ich mir die Schuhe ausziehen, und ich hatte eine große Blase am linken Fuß.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 164
Die Füße brannten und heute morgen beim Gießen habe ich mir Blasen gelaufen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 09.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Blase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blase#1>, abgerufen am 16.02.2019.

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Blase, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blase · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBla-se (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend, scherzhaft Gesellschaft, Bande
Beispiele:
das ist ja eine Blase!
eine freche, faule Blase
die ganze Blase war versammelt, ging ins Gasthaus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blasen · abblasen · einblasen · Blase · Bläser
blasen Vb. ‘kräftig Luft ausstoßen, heftig wehen’, ahd. blāsan ‘blasen, wehen (vom Wind), atmen, schnauben’ (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. blāsen, nl. blazen, anord. blāsa, schwed. blåsa, got. ufblēsan ‘sich aufblähen’ gehören wohl als germ. s-Bildungen (germ. *blēsan) zu ie. *bhlē- ‘aufblasen, aufschwellen’ und sind daher verwandt mit den unter ↗blähen und ↗Blatter (s. d.) behandelten Wörtern. abblasen Vb. ‘weg-, auspusten’, spätmhd. abeblāsen, ‘durch Horn-, Trompetensignal das Ende (einer Kampfhandlung, der Jagd) ankündigen’ (16. Jh.), heute allgemein ‘(geplante oder im Gange befindliche Aktionen) absagen, beenden’ (20. Jh.). einblasen Vb. ‘(Leben) einhauchen, eingeben’, ahd. īnblāsan (11. Jh.), mhd. īnblāsen ‘übermitteln, zuflüstern, vorsagen’ (16. Jh.). Blase f. ‘mit Luft oder Flüssigkeit gefüllter Hohlraum’, ahd. blāsa ‘Blase, Harnblase, Hautblase’ (10./11. Jh.), asächs. blāsa, mhd. mnd. blāse, mnl. blase. Der scherzhaft gebrauchte Ausdruck Blase für ‘Gesellschaft, Bande’ stammt aus der Studentensprache der 50er Jahre des 19. Jhs. und war Scheltwort für eine nicht farbentragende, lose studentische Verbindung. Bläser m. ‘wer ein Blasinstrument spielt’, ahd. (in Zusammensetzungen) -blāsāri, mhd. blāsære, blāser.

Thesaurus

Synonymgruppe
Blase · ↗Brandblase · ↗Eiterbläschen · Hautblase · ↗Luftblase · ↗Pickel · ↗Pustel  ●  Pustula  fachspr. · ↗Wimmerl  ugs., bair., österr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Spekulationsblase · wirtschaftliche Überhitzung  ●  Blase  ugs.
Synonymgruppe
(die) Linie der · ↗Angehörige · ↗Anhang · ↗Familie · ↗Familienclan · ↗Familienverband · ↗Geschlecht · Kind und Kegel · ↗Klan · ↗Sippe · vom Stamm der  ●  ↗Mischpoke  abwertend · Muschpoke  abwertend · ↗Verwandtschaft  Hauptform · ↗(ganze) Bagage  ugs., abwertend · Blase  ugs., abwertend · ↗Clan  ugs. · ↗Sippschaft  derb · bucklige Verwandtschaft  ugs., abwertend, scherzhaft · die Unseren  geh., variabel
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bande · ↗Clique · ↗Combo · ↗Freundeskreis  ●  Blase  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Darm Entleerung Entstehen Ferse Fuß Harnleiter Harnröhre Immobilienmarkt Mastdarm New Economy Niere Platzen Prostata Pustel Rötung Schaum Tute Zeh Zerplatzen aufsteigend blubbern entleeren gefüllt geplatzt juckend platzen platzend schmerzhaft spekulativ zerplatzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blase‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir mit Politikern reisen, dann fliegen wir in einer deutschen Blase um die Welt.
Die Zeit, 18.04.2011, Nr. 16
In dieser Situation haben schon viele Männer eine schwache Blase gehabt.
Bild, 20.06.2000
Um ihn herum hat sich indes seine ganze Blase versammelt.
Süddeutsche Zeitung, 08.01.1994
Die kleinen Köpfe außerhalb der Blase flogen hin und her und schienen sich lebhaft zu unterhalten.
Scheerbart, Paul: Lesabéndio. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6674
An winzigen Stellen wölbte sich die Oberfläche, bog sich, platzte auf, brach und warf Blasen.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 274
Zitationshilfe
„Blase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blase#2>, abgerufen am 16.02.2019.

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