Blasebalg, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Blasebalg(e)s · Nominativ Plural: Blasebälge
Nebenform Blasbalg · Substantiv · Genitiv Singular: Blasbalg(e)s · Nominativ Plural: Blasbälge
Worttrennung Bla-se-balg ● Blas-balg
Wortzerlegung blasen Balg1
eWDG

Bedeutung

Gerät zum Erzeugen eines Luftstromes
Beispiele:
den Blasebalg der Orgel treten
mit dem Blasebalg das Feuer in der Schmiede anfachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Balg · Blasebalg · balgen · katzbalgen · Balgerei
Balg m. ‘die als Ganzes abgezogene Haut kleinerer Tiere’, früher als Behältnis sowie zur Anfertigung verschiedener Gegenstände benutzt, daher in älterer Zeit Verwendungen wie ‘Schlauch, Sack, Schwertscheide’ und heute noch die Bedeutungen ‘Blasebalg’ und, daran anschließend, ‘in Falten liegender, ausziehbarer Teil’ (bei Ziehharmonika, Photoapparat, D-Zug-Wagen). Ahd. balg ‘Schlauch, Sack, Blasebalg, Fruchthülse’ (9. Jh.), mhd. balc ‘Balg, Haut, Schwertscheide’ läßt sich mit asächs. balg, mnd. mnl. balch ‘Sack, Blasebalg, Bauch’, aengl. belig ‘Sack, Beutel, Schote’ (vgl. engl. belly ‘Bauch’, bellows ‘Blasebalg’), anord. belgr ‘Balg, Blasebalg, Bauch’, got. balgs ‘Schlauch’ (germ. *balgi-) zu außergerm. Verwandten wie aind. barhíḥ ‘Streu, Opferstreu’, pers. bāleš ‘Kissen’, ir. bolg f. ‘Blase’, bolg m. ‘Sack, Bauch, Hülse’, bolgaim ‘schwelle’, gall.-lat. bulga ‘Ledersack’, russ. (älter) bólozen’ (болозень) ‘Schwiele, Beule, Hühnerauge’ stellen und damit an ie. *bhelĝh- ‘schwellen; Balg, Kissen, Polster’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. Ball1 und Polster), anschließen. Die Grundbedeutung geht also von der Vorstellung des Aufgeblasenen, Prallen aus. Bereits mhd. wird die Bezeichnung von der Tierhaut verächtlich auf den menschlichen Körper übertragen und dann auch als Scheltwort für Menschen gebraucht (s. dazu Wechselbalg). Derb-liebevoll auf Kinder bezogen, ist Balg im Nhd. (seit dem 18. Jh., besonders nordd.) oft Neutrum mit dem Plural Bälger. Blasebalg m. ‘Gerät zum Erzeugen eines Luftstroms’, ursprünglich zum Anfachen des Feuers, dann auch zur Luftzufuhr bei bestimmten Musikinstrumenten verwendet, ahd. blāsbalg (11. Jh.), mhd. blāsebalc, eine frühe Zusammensetzung mit dem Verb blasen (s. d.). balgen Vb. reflexiv ‘raufen, sich prügeln’; seit dem 15. Jh. bezeugt, zunächst transitiv ‘zanken, streiten, jmdn. beschimpfen’ (im Schwäb.-Alem. fortlebend); wohl nicht unmittelbar das alte Verb ahd. belgan (8. Jh.), mhd. belgen ‘in Zorn geraten’ (vgl. anord. belgja ‘aufblasen, aufschwellen’) weiterführend, sondern vom (zur Schelte gewordenen) Substantiv Balg abgeleitet; dazu das auf einem nicht geklärten Bild beruhende gleichbed. katzbalgen Vb. reflexiv ‘sich raufen, laut streiten’ (Ende 15. Jh.), abgeleitet vom (heute unüblichen) Substantiv Katzbalg m. ‘Rauferei, Zank’ (wie das geräuschvolle Balgen von Katzen). Balgerei f. ‘Rauferei, Prügelei’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Blasebalg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Blasebalg‹ und ›Blasbalg‹.

Verwendungsbeispiele für ›Blasebalg‹, ›Blasbalg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch verschmähte er es nicht, den mannshohen Blasebalg zu ziehen. [Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 151]
Er pumpt mit einer Art Blasebalg Luft in das Gerät. [Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49]
Aber inzwischen ist es endgültig selbstzerstörerisch, immer weiter den Blasebalg zu bedienen. [Die Zeit, 23.11.2006 (online)]
Sie ist kurz vor dem Ziel und röchelt wie ein Blasebalg. [Süddeutsche Zeitung, 07.08.2004]
Damals wurde der elektrisch angetriebene Blasebalg angeworfen und es ging los mit einer Pause. [Die Zeit, 29.09.2013 (online)]
Zitationshilfe
„Blasebalg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blasebalg>.

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