Blasphemie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blasphemie · Nominativ Plural: Blasphemien
Aussprache 
Worttrennung Blas-phe-mie
Herkunft Griechisch
Wortbildung  mit ›Blasphemie‹ als Erstglied: ↗blasphemisch
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

bildungssprachlich Verunglimpfung, Verhöhnung oder herabwürdigende Darstellung von etw. als heilig, göttlich Erachtetem, durch die jmd. seine religiösen Gefühle verletzt sieht
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: reinste, angebliche Blasphemie
als Akkusativobjekt: eine Blasphemie begehen, jmdm. vorwerfen
als Genitivattribut: der Vorwurf, Tatbestand der Blasphemie
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. grenzt an Blasphemie; ein Gesetz gegen, eine Strafe für Blasphemie
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: etw. als Blasphemie empfinden; etw. erscheint als, klingt wie Blasphemie
in Koordination: Blasphemie und Gotteslästerung
Beispiele:
Viele Muslime sehen in Mohammed-Karikaturen eine Beleidigung des Islam, jegliche körperliche Darstellung des Propheten gilt als Blasphemie. [Die Zeit, 04.05.2015, Nr. 18]
Der ehemalige Bestatter beruft sich bei der Anzeige [gegen die Urheber einer umstrittenen Jesus-Karikatur] auf den Paragrafen 166 des deutschen Strafgesetzbuches. Dieser stellt Blasphemie unter Strafe, wenn sie den öffentlichen Frieden stört. [Spiegel, 23.08.2012 (online)]
Blasphemie – Kann man Gott beleidigen? Das Religionsmagazin widmet sich der Verletzung religiöser Gefühle[…]. [Der Standard, 26.11.2007]
übertragen, übertriebenMit gespielter Unschuld[…] bringt Shippey [der Autor] die größte Provokation seines Buches vor: Er vergleicht Tolkien allen Ernstes mit James Joyce, »die reine Blasphemie«, wie er selber sagt. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2002]
Der wegen religiöser Verunglimpfung polizeilich gesuchten Autorin wird [von islamischen Fundamentalisten] Blasphemie vorgeworfen. [Süddeutsche Zeitung, 05.07.1994]
Es [das Theaterstück] will das Leben von vier Heiligen […] in loser Bilderfolge darstellen, tut dies jedoch in einer Weise, die die Grenze zur Blasphemie oft genug […] überschreitet, Kirchenbräuche und liturgische Zeremonien fortgesetzt parodiert […]. [Die Zeit, 12.06.1952, Nr. 24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blasphemie · blasphemisch
Blasphemie f. ‘verletzende Äußerung, Gotteslästerung’. Um 1500 wird kirchenlat. blasphēmia, griech. blasphēmía (βλασφημία) ‘Schmähung, Verleumdung, Gotteslästerung’ entlehnt und behält bis ins 17. Jh. meist seine griech.-lat. Form. Zugrunde liegt das zu griech. phḗmē (φήμη) ‘Ausspruch, Kunde, Gerücht’ gebildete Verb blasphēmé͞in (βλασφημεῖν) ‘lästern’, von dem frz. blâmer, nhd.blamieren (s. d.) abstammt. Die Herkunft des ersten Kompositionsgliedes ist nicht geklärt. blasphemisch Adj. ‘lästernd, verleumdend, gotteslästerlich’ (Mitte 18. Jh.); vgl. gleichbed. griech. blásphēmos (βλάσφημος).

Thesaurus

Synonymgruppe
Blasphemie · ↗Gotteslästerung
Assoziationen
  • (sich) versündigen (an) · Gott lästern · Gott versuchen

Typische Verbindungen zu ›Blasphemie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blasphemie‹.

Zitationshilfe
„Blasphemie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blasphemie>, abgerufen am 02.06.2020.

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