Blatter, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blatter · Nominativ Plural: Blattern
Aussprache
WorttrennungBlat-ter
Wortbildung mit ›Blatter‹ als Erstglied: ↗Blatternarbe · ↗blatternarbig  ·  mit ›Blatter‹ als Letztglied: ↗Schafblattern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Plural
sehr ansteckende Infektionskrankheit des Menschen, bei der sich auf der Haut eitrige Bläschen bilden, die später vernarben, Pocken
2.
von den Blattern herrührende Eiterblase oder Narbe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blatter f. häufiger Blattern Plur., sehr ansteckende Infektionskrankheit, bei der sich auf der Haut des Menschen eitrige Bläschen bilden, ‘Pocken’. Ahd. blāt(a)ra ‘Bläschen auf der Haut, Blatter, Pustel, Geschwür, Wasser-, Harnblase’ (8. Jh.), mhd. blātere, asächs. blādara, mnd. blāder, mnl. blāder, blaer, nl. blaar, aengl. blǣdre, engl. bladder ‘Blase’, anord. blaðra (germ. *blēdrōn-) gehören mit tro-Suffix, wie ↗blasen und ↗blähen (s. d.), zu ie. *bhlē- ‘aufblasen, aufschwellen’. Anfangs bezeichnet der Singular die einzelne ‘Blase’, der Plural vor allem die ‘Ausschläge’ ansteckender Krankheiten wie Pest, Masern, Syphilis, danach speziell die ‘Pocken’. Der Plural Blattern dient zugleich als Krankheitsbezeichnung, ist heute aber durch Pocken zurückgedrängt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Pest schwarz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blatter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie oft habe ich ein wohlgebildetes Gesicht, ja die geistreichen Züge von solchen Blattern entstellt gesehen.
Süddeutsche Zeitung, 26.09.1996
Bist du nicht gestern abend mit dem mit den Blattern am Kaiserwall gegangen?
Fleißer, Marieluise: Pioniere in Ingolstadt, Berlin: Henschel 1976 [1926], S. 105
Wir stehen bestürzt vor den noch nicht aufgeschlagenen Blattern des Buches des Schicksals, aber der Glaube ist unsere Hilfe und unser Trost.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Die Adoptivtochter, die zur Sängerin ausgebildet wurde, starb mit 17 Jahren an den Blattern.
Die Zeit, 08.01.2001, Nr. 02
Sie waren aus Salzburg vor den Blattern geflohen; trotzdem erkrankten beide Kinder in Olmütz.
Buzga, Jaroslav: Olmütz. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 32884
Zitationshilfe
„Blatter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blatter>, abgerufen am 23.01.2019.

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