Blaubeere, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Blaubeere · Nominativ Plural: Blaubeeren
Aussprache  [ˈblaʊ̯beːʀə]
Worttrennung Blau-bee-re
Wortzerlegung blauBeere
ZDL-Verweisartikel

Bedeutungen

1.
Synonym zu Heidelbeere (1)
Beispiele:
Rhododendron hat ähnliche Ansprüche an den Boden wie die Blaubeere: Beides sind ursprünglich Moorpflanzen, die einen lockeren, humosen und sauren Boden mit einem niedrigen pH‑Wert brauchen. [Allgemeine Zeitung, 06.05.2016]
Auf den sauren, leichten Böden am Südrand der Lüneburger Heide wachsen Blaubeeren und Cranberries gut. [Amerikanisches Multitalent Cranberry erobert Deutschland, 01.10.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
Die arktischen Böden und das herbe Klima der Ostküste Kanadas sind seit Jahrtausenden die Heimat der wilden Blaubeeren. [Wilde Blaubeeren – kleine Früchte mit großer Wirkung, 13.06.2014, aufgerufen am 31.08.2020]
Wie sehen die Wurzeln der Blaubeere aus? [Berliner Zeitung, 23.07.2004]
Die Heidelbeere heißt überall anders: Besing, Bickbeere, Blaubeere, Mehlbeere, Moosbeere, Roßbeere, Schwarzbeere, Taubeere. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache. Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 220]
2.
Synonym zu Heidelbeere (2)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: frische Blaubeeren
als Akkusativobjekt: Blaubeeren sammeln
Beispiele:
Die Heidelbeere oder Blaubeere (Vaccinium myrtillus) ist vermutlich eine der ersten Beeren, die die Menschen in den Wäldern, Heiden und Mooren Europas, Nordasiens und Nordamerikas sammelten. [Südkurier, 25.07.2020]
Wenn wir Blaubeeren pflücken oder Pilze suchen waren, dann legten wir unsere Fahrräder an den Wegrand. [Rede von Bundeskanzlerin Merkel, 28.08.2013, aufgerufen am 01.10.2020]
Blaubeeren enthalten viele Antioxidantien wie Anthocyane und Phenole und sind reich an Vitamin C, Eisen, Magnesium und anderen wichtigen Spurenelementen. 100 ml haben einen Brennwert von 32 kcal. [Die Welt, 16.02.2013]
Für die Kinder gibt es [im Speisenangebot eines Restaurants] unter anderem Eierkuchen mit kanadischem Ahornsirup oder Hefeklöße mit Blaubeeren für nicht einmal zehn Mark. [Berliner Zeitung, 17.03.2001]
Wer jeden Tag eine Hand voll Blaubeeren futtert, bleibt bis ins hohe Alter topfit. Das fanden Forscher der Boston‑Universität in den USA heraus. Danach haben Blaubeeren positive Wirkung auf Gleichgewichtssinn, Koordination und Kurzzeitgedächtnis. [Bild, 20.09.1999]
Zum Nachtisch genieße ich die unverzichtbaren Erdbeeren, gemixt mit Blaubeeren in einer herrlichen Fruchtsauce – alles ist hinreißend frisch. [Die Welt, 28.05.1999]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blau · blaublütig · blauäugig · Bläue · blauen · bläuen · bläulich · Blaubart · Blaubeere · Blausäure · Blaustrumpf
blau Adj. in der Farbe dem wolkenlosen Himmel ähnlich, ahd. (8. Jh.), asächs. blāo ‘blau’ (in allen Schattierungen), mhd. mnd. blā, mnl. blā, blau, blaeu, nl. blauw, anord. blār ‘blau, dunkel, schwarz’, schwed. blå setzt ein zur Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’ gehöriges ie. *bhlēu̯os ‘blau, gelb, blond’ (germ. *blēwa-) voraus und ist verwandt mit lat. flāvus ‘goldgelb, rotgelb, blond’ und lat. fulvus ‘rotgelb, braungelb’. blau ist mit anderen germ. Farbadjektiven (s. ↗blank, ↗brünett, ↗greis, ↗blond) in roman. Sprachen entlehnt, vgl. frz. bleu ‘blau’ (daraus engl. blue), aprov. blau ‘blau’. Die meisten Farbbezeichnungen sind anfangs noch nicht genau bestimmt; so ist die ursprüngliche Bedeutung von blau wahrscheinlich ‘hell, glänzend’; noch ahd. blāo steht gelegentlich als adäquater Ausdruck für lat. flāvus ‘gelb’. Erst im Mhd. wird blau deutlicher abgegrenzt, zugleich tauchen Komposita für einzelne Abstufungen auf: lāsūrblā ‘blau wie Lasur’, liehtblā ‘hellblau’, satblā ‘gesättigtes Blau, dunkelblau’, wolkenblā ‘himmelblau’. Im Nhd. folgen schwarzblau, blauschwarz, graublau, tiefblau, kornblumenblau, veilchenblau. blau begegnet in zahlreichen Wendungen. Die Haut nimmt infolge von Schlägen blaue Färbung an, daher grün und blau schlagen (Anfang 17. Jh.), ein blaues (‘blutunterlaufenes’) Auge haben, mit einem blauen Auge (‘glimpflich’) davonkommen. Es wird mir blau vor den Augen (heute es wird mir schwarz vor den Augen) als Zeichen beginnenden Schwindelgefühls ist seit dem 16. Jh. bezeugt. Daran schließt sich offenbar die neuerdings häufig gebrauchte Wendung blau (‘betrunken’) sein an. Als Farbe der Sinnestäuschung vor allem in dem seit dem 16. Jh. belegten Ausdruck blauen Dunst vormachen ‘Unwahres glaubhaft zu machen suchen’. Vielleicht hängt damit zusammen sein blaues Wunder erleben ‘ganz verwundert sein’; eine ähnliche Wendung aus dem 17. Jh. lautet da sollte man seine blauen Wunder gesehen haben. Nicht mit Sicherheit erklärbar ist die Redensart ins Blaue hinein reden ‘ohne Plan und Zweck reden’. Unter einem blauen Brief versteht man einen ‘Mahnbrief der Schule’; im 19. Jh. bezeichnet man damit in Preußen ein Schreiben des Königlichen Kabinetts (nach den blauen Umschlägen); in den 70er Jahren überträgt man den Ausdruck auf die offiziell ergangenen Mahnungen an Offiziere und Beamte, ihre Versetzung in den Ruhestand zu beantragen. Die blaue Blume (Novalis 1802) wird zum Sinnbild der Sehnsucht in der romantischen Dichtung. Der blaue Montag ist ursprünglich vielleicht der Montag vor Fastnacht, wegen der für diesen Tag vorgeschriebenen liturgischen (violetten) Farbe; an diesem Tag wird nicht gearbeitet, der Ausdruck daher allmählich auf alle Montage übertragen, an denen man nicht seiner Arbeit nachgeht (in diesem Sinne zuerst 1550, anfangs auch guter Montag genannt); danach blaumachen ‘feiern, nicht arbeiten’. blaues Blut als Zeichen adliger Abstammung (1. Hälfte 19. Jh.), nach span. sangre azul oder goda ‘blaues’ oder ‘gotisches Blut’, geht auf die durchschimmernden blauen Adern der hellfarbigen (westgotischen) spanischen Adligen zurück; dazu blaublütig Adj. ‘adlig’ (2. Hälfte 19. Jh.). blauäugig Adj. ‘mit blauen Augen ausgestattet’, blauäugicht (17. Jh.), ‘treuherzig, naiv’ (Mitte 19. Jh.). Bläue f. ‘blaue Färbung’, ahd. blāwī (11. Jh.), mhd. blæwe. blauen Vb. ‘blau werden, sein’ (17. Jh.); bläuen Vb. ‘blau färben’, mhd. blæwen; zuweilen auch blauen (Goethe). bläulich Adj. ‘ins Blaue spielend’ (17. Jh.); älter sind blawelich, blaulicht, blaulecht (16. Jh.). Blaubart m. ‘Frauenmörder’ (Ende 18. Jh.), nach dem französischen Märchen vom Ritter Barbe-Bleue ‘Blaubart’, der die Neugier seiner Frauen prüft und sie tötet, wenn sie die Probe nicht bestanden haben. Blaubeere f. landschaftliche, besonders nordd. Bezeichnung für ‘Heidelbeere’ (18. Jh.); vgl. dän. blåbær. Blausäure f. farblose, sehr giftige Säure, Zyanwasserstoff; von ihrem Entdecker Scheele 1782 aus Berliner Blau dargestellt und Berliner-Blau-Säure genannt. Blaustrumpf m. im 17. und 18. Jh. Schimpfwort für den damals vielfach blaue Strümpfe tragenden Gerichtsdiener im Sinne von ‘Spitzel, Verräter’; heute nur für eine ‘gelehrte Frau ohne weiblichen Charme’. In dieser Bedeutung aus engl. bluestocking übersetzt, einer spöttischen Bezeichnung für literarische Zirkel um 1750 in London und deren Teilnehmerinnen. Im Dt. vereinzelt um 1800, danach durch Börnes „Pariser Briefe“ (1830) allgemein bekannt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Heidelbeere · ↗Waldbeere · Wildbeere  ●  ↗Bickbeere  regional · Blaubeere  regional · ↗Schwarzbeere  regional
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Großfrüchtige Moosbeere · Kranichbeere · ↗Moosbeere  ●  Cranberry  engl. · Oxycoccus macrocarpos  fachspr. · Vaccinium macrocarpon  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Blaubeere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blaubeere‹.

Zitationshilfe
„Blaubeere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blaubeere>, abgerufen am 08.05.2021.

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