Blei, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Blei(e)s · Nominativ Plural: Bleie
Aussprache 
eWDG

Bedeutungen

1.
weiches, blaugraues, chemisch sehr widerstandsfähiges, an seinen Schnittflächen glänzendes Schwermetall
Grammatik: nur im Singular
a)
Beispiele:
Blei schmelzen
Buchstaben, Figuren aus Blei gießen
Brauchtumin der Silvesternacht Blei gießen (= geschmolzenes Blei in kaltes Wasser schütten, wodurch bizarre Figuren entstehen, die als Orakel gedeutet werden)
etw. mit Blei ausfüllen, beschweren
die Platte, das Rohr besteht ganz aus Blei
in schweres Blei gefasste Fensterscheiben
mir liegt es wie Blei in den Gliedern (= ich kann vor Müdigkeit kaum die Glieder bewegen)
meine Füße, Arme sind, der Kopf ist mir (schwer) wie Blei
Die sechs Jahre lasteten wie Blei und saugten das Gesicht aus [ L. FrankMathilde5,140]
b)
veraltet Gewehrkugel
Beispiel:
ich will dir eine meiner Pistolen nebst Pulver und Blei zurücklassen [ Stifter2,378]
2.
Lot
Beispiel:
mit dem Blei etw. vermessen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blei1 · bleiern · Bleistift · Bleiweiß
Blei1 n. weiches, an frischen Schnittflächen bläulich-weiß glänzendes Schwermetall. Ahd. blīo (um 800; Genitiv blīwes), mhd. asächs. (auch ‘Farbe’), mnd. blī, mnl. bli, anord. blȳ, schwed. bly ‘Blei’ läßt sich mit aengl. blēo ‘Farbe, Erscheinung, Form’ und dem Adjektiv ahd. blīdi, mhd. blīde ‘heiter, freundlich’, ahd. auch ‘glänzend’ (und seinen germ. Entsprechungen) über die unter bleich (s. d.) genannte Erweiterung ie. *bhlē̌i-, *bhlī̌- an die Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’ anschließen; dann wäre das Metall nach seiner (bläulich) glänzenden Farbe benannt. bleiern Adj. ‘aus Blei, bleischwer’ (16. Jh.), älter bleien, das sich vereinzelt bis ins 19. Jh. hält, ahd. blī(w)īn (10. Jh.), mhd. blījīn, blīgin, blīen, mnd. blīen (s. auch blechern). Bleistift m. ‘in Holz gefaßter Graphitstab zum Schreiben und Zeichnen’; zuerst 1653 in Nürnberg Bleystefft, gekürzt aus Bleyweißstefft, zu schwarzes Bleiweiß, auch Wasserblei (16. Jh.), Schreibblei (17. Jh.), später Graphit (s. d.) genannt. Bleiweiß n. ‘haltbare weiße, Blei enthaltende Malerfarbe’, auch ‘weißes oder farbloses Bleierz’, mhd. blīwīʒ, mnd. blīwit.

Typische Verbindungen zu ›Blei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Blei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch weil ich das so genau wußte, wurde die Chance innerhalb kürzester Zeit zu Blei.
Arjouni, Jakob: Chez Max, Zürich: Diogenes 2006, S. 13
Ab 2006 dürfen elektronische Geräte aber kein Blei mehr enthalten.
Der Tagesspiegel, 07.09.2004
Meine Knochen fühlten sich an wie mit flüssigem Blei gefüllt.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 279
Die Uhr zeigte 19.43 Uhr an, und meine Beine waren zum wiederholten Male wie Blei.
Die Zeit, 20.08.1965, Nr. 34
Das Meer zeigte sich als graues Blei mit Flecken von schillerndem Öl.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 191
Zitationshilfe
„Blei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blei#1>, abgerufen am 25.09.2021.

Weitere Informationen …

Blei, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Blei(e)s · Nominativ Plural: Bleie · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [blaɪ̯]
Grundform Bleistift
Wortbildung  mit ›Blei‹ als Erstglied: Bleifeder · Bleistift  ·  mit ›Blei‹ als Letztglied: Reißblei
eWDG und ZDL

Bedeutung

umgangssprachlich
Synonym zu BleistiftZDL
Beispiele:
mit einem weichen, harten Blei schreiben
etw. in Blei zeichnen
Und Heinz schreibt, wie er heisst, nämlich sehr altmodisch. Nicht nur auf Papier und mit Blei (man denke sich, im postdigitalen Zeitalter!)[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2016]ZDL
Er hatte […] Papier und Blei zur Hand [ MusilMann819]
[als er] vom Tisch das gespitzte Blei nahm [ SeghersDie Toten6,131]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blei1 · bleiern · Bleistift · Bleiweiß
Blei1 n. weiches, an frischen Schnittflächen bläulich-weiß glänzendes Schwermetall. Ahd. blīo (um 800; Genitiv blīwes), mhd. asächs. (auch ‘Farbe’), mnd. blī, mnl. bli, anord. blȳ, schwed. bly ‘Blei’ läßt sich mit aengl. blēo ‘Farbe, Erscheinung, Form’ und dem Adjektiv ahd. blīdi, mhd. blīde ‘heiter, freundlich’, ahd. auch ‘glänzend’ (und seinen germ. Entsprechungen) über die unter bleich (s. d.) genannte Erweiterung ie. *bhlē̌i-, *bhlī̌- an die Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’ anschließen; dann wäre das Metall nach seiner (bläulich) glänzenden Farbe benannt. bleiern Adj. ‘aus Blei, bleischwer’ (16. Jh.), älter bleien, das sich vereinzelt bis ins 19. Jh. hält, ahd. blī(w)īn (10. Jh.), mhd. blījīn, blīgin, blīen, mnd. blīen (s. auch blechern). Bleistift m. ‘in Holz gefaßter Graphitstab zum Schreiben und Zeichnen’; zuerst 1653 in Nürnberg Bleystefft, gekürzt aus Bleyweißstefft, zu schwarzes Bleiweiß, auch Wasserblei (16. Jh.), Schreibblei (17. Jh.), später Graphit (s. d.) genannt. Bleiweiß n. ‘haltbare weiße, Blei enthaltende Malerfarbe’, auch ‘weißes oder farbloses Bleierz’, mhd. blīwīʒ, mnd. blīwit.

Typische Verbindungen zu ›Blei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blei‹.

Zitationshilfe
„Blei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blei#2>, abgerufen am 25.09.2021.

Weitere Informationen …

Blei, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Blei(e)s · Nominativ Plural: Bleie
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

bleigrauer, sehr scheuer, gesellig am Boden von Seen und langsam fließenden Flüssen Mitteleuropas lebender Karpfenfisch, der seitlich stark zusammengedrückt ist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blei2 · Bleie · Bleihe · Blick2 · Blicke
Blei2, Bleie, Bleihe f. Weißfisch, Brachse, Übernahme (17. Jh.) aus dem Nd., mnd. blei(g), bleger, bleyer, mnl. bley, aengl. blǣge, engl. blay. Daneben stehen ahd. bleihha ‘heller, weiß schimmernder Fisch’ (Hs. 13. Jh.) und nhd. Blick2, Blicke f. (15. Jh.), mnl. blic, nl. blick. Möglich ist der Anschluß aller Formen an die Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’. Da jedoch keine außergerm. Verwandten erkennbar sind, ist der Fischname vielleicht besser als Substratwort anzusehen (Etym. Wb. Nl. 1, 326).

Typische Verbindungen zu ›Blei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Blei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch weil ich das so genau wußte, wurde die Chance innerhalb kürzester Zeit zu Blei.
Arjouni, Jakob: Chez Max, Zürich: Diogenes 2006, S. 13
Ab 2006 dürfen elektronische Geräte aber kein Blei mehr enthalten.
Der Tagesspiegel, 07.09.2004
Meine Knochen fühlten sich an wie mit flüssigem Blei gefüllt.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 279
Die Uhr zeigte 19.43 Uhr an, und meine Beine waren zum wiederholten Male wie Blei.
Die Zeit, 20.08.1965, Nr. 34
Das Meer zeigte sich als graues Blei mit Flecken von schillerndem Öl.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 191
Zitationshilfe
„Blei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blei#3>, abgerufen am 25.09.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
blecken
Blechzeug
Blechwaren
Blechwanne
Blechwalzwerk
Bleiakkumulator
Bleiarbeiter
Bleiasche
Bleibe
bleiben