Bleuel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bleuels · Nominativ Plural: Bleuel
Aussprache [ˈblɔɪ̯əl]
Worttrennung Bleu-el
Formgeschichte Der Ausdruck Bleuel ist eine Ableitung des veralteten Verbs bleuen ‘schlagen’, das heute noch in den (nach neuer Rechtschreibung mit äu geschriebenen) Zusammensetzungen durchbläuen, einbläuen und verbläuen auftritt.
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

veraltet (meist) hölzerner Schlägel (2) zum Klopfen von nasser Wäsche
Beispiele:
Vorgeführt werden kann [in dem Museum] auch, wie Wäsche mit einem Bleuel geschlagen wurde. [Rhein-Zeitung, 24.04.2010]
Nicht weit von Mensdorf hörte man sonst allnächtlich das Bichelgretchen an der Syr bei der Bichel (Wald) waschen. Sie soll einen eisernen Bleuel gehabt haben. Wenn ein Vorübergehender in die Hände klatschte, um den Schlag des Bleuels nachzuahmen, so fiel er ins Wasser, worauf lautes Lachen erscholl. Bichelgretchen besaß eine große Körperkraft und erschlug unter ihrem Bleuel jeden, der ihr zu nahe kam. [Gredt, Nikolaus: Sagenschatz des Luxemburger Landes. Neuausgabe. Hg. von Guth, Karl-Maria. Berlin: Hofenberg 2018, S. 65]
Die Luft und das Wasser, welche die durch das Zusammenlegen der Wäsche gebildeten hohlen Räume erfüllen, werden durch das Auffallen des Bläuels plözlich nach Außen getrieben, und müssen sich also durch das Gewebe der Zeuge einen Weg bahnen. [Ueber eine neue, von Hrn. Harel in Paris errichtete Dampfwaescherei Vergl. Polyt. Journ. Bd. XL. S. 178, wo die Apparate zur Dampfwaschung abgebildet und beschrieben sind. A. d. R. In: Polytechnisches Journal (Hg. Dr. Johann Gottfried Dingler), Jg. 1834/52, S. 39–43. Stuttgart, 1834.] ungültige Schreibung

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleuen · verbleuen · einbleuen · Bleuel · Pleuelstange
bleuen Vb. ‘schlagen’, ahd. bliuwan (8. Jh.), mhd. bliuwen, asächs. bleuwan, got. bliggwan ‘schlagen’, dazu auch mnl. nl. blouwen ‘Flachs brechen’, mundartlich ‘die Arme umeinander schlagen’. Jede weitere germ. und außergerm. Verwandtschaft bleibt unsicher, so daß ein Ansatz ie. *bheleu- ‘schlagen’ (Pokorny 1, 125) ungewiß ist und in dem Verb daher der bewahrte Rest eines vorie. Wortes vermutet wird (de Vries Nl. 67). Häufiger als das Simplex sind nhd. verbleuen Vb. ‘verprügeln’, ahd. firbliuwan (9. Jh.), mhd. verbliuwen, und einbleuen Vb. ‘durch Prügel beibringen’, übertragen ‘nachdrücklich einschärfen’ (16. Jh.), beide Verben in volksetymologischer Anlehnung an blau häufig in der Schreibung -bläuen Bleuel m. ‘hölzerner Schlegel’, ahd. bliuwil (9./10. Jh.), mhd. bliuwel ‘Mörserkeule, Stampfer’; einer Nebenform Pleuel folgt als Wort der modernen Technik Pleuelstange f. ‘Kolben-, Schubstange’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bleuel · Wäschebleuel
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Bleuel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bleuel>, abgerufen am 05.08.2021.

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