Blick, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Blick(e)s · Nominativ Plural: Blicke
Aussprache
Wortbildung mit ›Blick‹ als Erstglied: ↗Blickachse · ↗Blickfang · ↗Blickfeld · ↗Blickfänger · ↗Blickkontakt · ↗Blickpunkt · ↗Blickrichtung · ↗Blickwechsel · ↗Blickwinkel · ↗blickdicht · ↗blicklos · ↗blickweise
 ·  mit ›Blick‹ als Letztglied: ↗Adlerblick · ↗Augenblick · ↗Basiliskenblick · ↗Dackelblick · ↗Dankesblick · ↗Doppelblick · ↗Einblick · ↗Eisesblick · ↗Falkenblick · ↗Feldherrnblick · ↗Fernblick · ↗Forscherblick · ↗Greisenblick · ↗Heldenblick · ↗Herrscherblick · ↗Hundeblick · ↗Jammerblick · ↗Katzenblick · ↗Kennerblick · ↗Kinderblick · ↗Klarblick · ↗Lichtblick · ↗Liebesblick · ↗Löwenblick · ↗Medusenblick · ↗Meerblick · ↗Meeresblick · ↗Panoramablick · ↗Raubtierblick · ↗Raubvogelblick · ↗Rundblick · ↗Rückblick · ↗Schafsblick · ↗Scharfblick · ↗Schlafzimmerblick · ↗Schlangenblick · ↗Schmerzensblick · ↗Seeblick · ↗Seherblick · ↗Seitenblick · ↗Silberblick · ↗Späherblick · ↗Todesblick · ↗Träumerblick · ↗Tunnelblick · ↗Unschuldsblick · ↗Weitblick · ↗Zauberblick
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das zeitlich begrenzte Blicken
Beispiele:
er war meinem Blick, meinen Blicken, dem Blick, den Blicken entschwunden (= man konnte ihn nicht mehr sehen)
ihr Blick traf ihn, fiel auf das Buch, glitt, wanderte von einem zum anderen
den, seinen Blick auf jmdn., etw. richten, lenken, heften
den, seinen Blick (herum)schweifen lassen
jmdn. mit dem, mit seinem Blick messen, abschätzen, durchbohren, verfolgen
jmds. Blicken ausgesetzt sein, ausweichen
sie hielt seinen Blick aus (= hielt ihm stand)
sie zog die Blicke der Vorübergehenden an, auf sich
den, seinen Blick von jmdm., etw. abwenden
den Blick heben (= die Augen aufschlagen, nach oben blicken)
den Blick senken (= die Augen niederschlagen, nach unten blicken)
ihr Blick (= ihre Augen) wurde feucht
Ich kann den Blick nicht von euch wenden [Freiligrath1,24]
das kurze Blicken
Beispiele:
ein (flüchtiger) Blick genügt mir, und ich weiß Bescheid
mit einem (schnellen) Blick, mit zwei Blicken die Lage übersehen
jmdn. nur mit einem Blick streifen
gehoben jmdn. keines Blickes würdigen
etw., jmdn. gleich auf den ersten Blick durchschauen, erkennen
Liebe auf den ersten Blick
einen (halben) Blick auf jmdn., etw. werfen
jmdm. einen (dankbaren, wohlwollenden, aufmunternden, neugierigen, scheuen, unsicheren, verliebten, koketten, vielsagenden, argwöhnischen, heimlichen, angstvollen, flehenden, besorgten, zornigen, eisigen, schiefen, drohenden, wütenden, durchbohrenden, vernichtenden) Blick zuwerfen
umgangssprachlich wenn Blicke töten könnten! (= Ausruf bei der Wahrnehmung eines feindseligen Blickes)
einen (raschen) Blick in etw. tun, von jmdm. auffangen, erhaschen
einen Blick des Einverständnisses mit jmdm. tauschen
er hat keinen Blick, keine Blicke mehr für mich (= beachtet mich nicht mehr)
2.
das, was die ins Freie blickenden Augen zu erfassen vermögen, die Aussicht
Beispiele:
der Blick aus meinem Fenster geht direkt aufs Meer, ins Grüne
ich habe hier einen herrlichen Blick
der weite Blick belohnte den mühsamen Aufstieg
immer wieder eröffneten sich neue Blicke in alle vier Himmelsrichtungen
die Veranda hat den Blick auf das Nachbargrundstück
3.
nur im Singular
Augenausdruck
Beispiele:
in seinem Blick las ich seine Ablehnung
in seinem Blick lag Offenheit
sie hatte etwas im Blick, dass man sich zurückzog
er hat einen guten, geraden, gutmütigen, sanften, sprechenden, kalten, bösen, stechenden, heimtückischen, hinterhältigen Blick
4.
meist im Singular
Beurteilung, Einsicht
Beispiele:
er hat den richtigen Blick dafür gehabt
man bekommt langsam einen Blick für gewisse Dinge
sie hat einen praktischen Blick
er hat einen weltweiten, nur einen engen Blick über die Ereignisse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blick1 · blicken · Augenblick
Blick1 m. ‘das Richten der Augen auf etw., Ausdruck der Augen’, ahd. blic, Genitiv blicches (9./10. Jh.), mhd. blic, mnd. blick, mnl. blic, nl. blik und das Verb blicken ‘sehen, schauen’, ahd. blicken (10. Jh.), biblicken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. blicken, nl. blikken sind verwandt mit ↗bleich (s. d.) und auf die dort genannte Wurzel und Wurzelerweiterung zurückzuführen. Die alte Bedeutung von germ. *blikk- ‘Strahl, schnelles Glanzlicht, Blitz’ bzw. ‘glänzen, strahlen, sichtbar werden’ geht auf das plötzliche Aufleuchten, das Strahlen des Auges über und zeigt schon im Ahd. den Beginn der Weiterentwicklung zu ‘Hinschauen, Ansehen’ bei Substantiv und Verb. Augenblick m. mhd. ougenblic ist ‘der Augenstrahl, das Aufleuchten der Augen’ (so noch vereinzelt bis ins 17. Jh.), aber auch (ebenfalls schon mhd.) die kurze Zeitspanne eines schnellen Hinsehens.

Blei2 · Bleie · Bleihe · Blick2 · Blicke
Blei2, Bleie, Bleihe f. Weißfisch, Brachse, Übernahme (17. Jh.) aus dem Nd., mnd. blei(g), bleger, bleyer, mnl. bley, aengl. blǣge, engl. blay. Daneben stehen ahd. bleihha ‘heller, weiß schimmernder Fisch’ (Hs. 13. Jh.) und nhd. Blick2, Blicke f. (15. Jh.), mnl. blic, nl. blick. Möglich ist der Anschluß aller Formen an die Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’. Da jedoch keine außergerm. Verwandten erkennbar sind, ist der Fischname vielleicht besser als Substratwort anzusehen (Etym. Wb. Nl. 1, 326).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anblick · ↗Ansicht · ↗Ausblick · ↗Aussicht · Blick · ↗Sicht
Synonymgruppe
Aussicht · Blick · ↗Panorama · ↗Rundblick
Unterbegriffe
  • Kugelpanorama · sphärisches Panorama

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fenster Kulisse Liebe Zukunft aussehen bös erkennen erscheinen erst fallen flüchtig freigeben fällen genügen kritisch kurz lenken lohnen neugierig richten sagen scharf scheinen schweifen schärfen verstellen werfen wirken zeigen zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blick‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er behielt diesen langsamen Blick bei, er war sein Wissen.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 11
Auf den ersten Blick scheint sich nichts geändert zu haben.
Die Zeit, 04.07.1997, Nr. 28
Dies zeigt selbst ein nur flüchtiger Blick in die Überlieferungen der Völker.
Scheidt, Jürgen vom: Traum. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3566
Als unsere Nachbarn hörten, daß wir deutsch sprachen, warfen sie äußerst interessierte Blicke herüber.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 151
Die Welt ist nur noch dazu angetan, uns den Blick auf Gott zu verstellen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21027
Zitationshilfe
„Blick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blick#1>, abgerufen am 18.02.2019.

Weitere Informationen …

Blick, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
EtymWB (Verweisartikel), 2016

Bedeutung

Synonym zu Blei3
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blick1 · blicken · Augenblick
Blick1 m. ‘das Richten der Augen auf etw., Ausdruck der Augen’, ahd. blic, Genitiv blicches (9./10. Jh.), mhd. blic, mnd. blick, mnl. blic, nl. blik und das Verb blicken ‘sehen, schauen’, ahd. blicken (10. Jh.), biblicken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. blicken, nl. blikken sind verwandt mit ↗bleich (s. d.) und auf die dort genannte Wurzel und Wurzelerweiterung zurückzuführen. Die alte Bedeutung von germ. *blikk- ‘Strahl, schnelles Glanzlicht, Blitz’ bzw. ‘glänzen, strahlen, sichtbar werden’ geht auf das plötzliche Aufleuchten, das Strahlen des Auges über und zeigt schon im Ahd. den Beginn der Weiterentwicklung zu ‘Hinschauen, Ansehen’ bei Substantiv und Verb. Augenblick m. mhd. ougenblic ist ‘der Augenstrahl, das Aufleuchten der Augen’ (so noch vereinzelt bis ins 17. Jh.), aber auch (ebenfalls schon mhd.) die kurze Zeitspanne eines schnellen Hinsehens.

Blei2 · Bleie · Bleihe · Blick2 · Blicke
Blei2, Bleie, Bleihe f. Weißfisch, Brachse, Übernahme (17. Jh.) aus dem Nd., mnd. blei(g), bleger, bleyer, mnl. bley, aengl. blǣge, engl. blay. Daneben stehen ahd. bleihha ‘heller, weiß schimmernder Fisch’ (Hs. 13. Jh.) und nhd. Blick2, Blicke f. (15. Jh.), mnl. blic, nl. blick. Möglich ist der Anschluß aller Formen an die Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’. Da jedoch keine außergerm. Verwandten erkennbar sind, ist der Fischname vielleicht besser als Substratwort anzusehen (Etym. Wb. Nl. 1, 326).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anblick · ↗Ansicht · ↗Ausblick · ↗Aussicht · Blick · ↗Sicht
Synonymgruppe
Aussicht · Blick · ↗Panorama · ↗Rundblick
Unterbegriffe
  • Kugelpanorama · sphärisches Panorama

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fenster Kulisse Liebe Zukunft aussehen bös erkennen erscheinen erst fallen flüchtig freigeben fällen genügen kritisch kurz lenken lohnen neugierig richten sagen scharf scheinen schweifen schärfen verstellen werfen wirken zeigen zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blick‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er behielt diesen langsamen Blick bei, er war sein Wissen.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 11
Auf den ersten Blick scheint sich nichts geändert zu haben.
Die Zeit, 04.07.1997, Nr. 28
Dies zeigt selbst ein nur flüchtiger Blick in die Überlieferungen der Völker.
Scheidt, Jürgen vom: Traum. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 3566
Als unsere Nachbarn hörten, daß wir deutsch sprachen, warfen sie äußerst interessierte Blicke herüber.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 151
Die Welt ist nur noch dazu angetan, uns den Blick auf Gott zu verstellen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21027
Zitationshilfe
„Blick“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blick#2>, abgerufen am 18.02.2019.

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