Blutegel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBlut-egel
Wortbildung mit ›Blutegel‹ als Erstglied: ↗Blutegelbehandlung
eWDG, 1967

Bedeutung

meist im Wasser lebender Ringelwurm, der einen Saugnapf mit gezähnten Kiefern besitzt und menschliches und tierisches Blut aus dem Körper heraussaugt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Egel · Blutegel
Egel m. blutsaugender Ringelwurm, ahd. egala f. (8. Jh.), mhd. egel(e) f., asächs. egela f., mnd. ēgel(e), eyle, īl(e), mnl. echel, egele, eggle, nl. echel sind verwandt mit ↗Igel (s. d.) und gehören mit griech. échis (ἔχις) ‘Schlange’ zu ie. *eg̑hi- ‘Schlange’. Danach ist Egel wohl eigentlich ‘kleine Schlange, Wurm’. Wegen seiner Verwendung in der Medizin als Blutabsauger seit dem 16. Jh. meist in der Zusammensetzung Blutegel m. fälschlich auch Blutigel, das im Nhd. einen Genuswechsel zum Mask. bewirkt. Nach der Ähnlichkeit mit dem Blutegel wird im 18. Jh. der in der Leber von Wiederkäuern schmarotzende, zoologisch aber nicht verwandte Leberegel (für älter Leberwurm) benannt.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Blutegel · ↗Egel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansetzen Nervenzelle Schröpfkopf ansetzen behandeln festsaugen künstlich medizinisch saugen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Blutegel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als sie wieder aufstanden, hatten sich an jedem von ihnen ungefähr 15 Blutegel festgesaugt.
Die Zeit, 10.07.2013, Nr. 27
Den Ort für das Ansetzen der Blutegel bestimmt der Arzt.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 231
Wie Blutegel kleben sie an der Stadt und saugen sie langsam aus.
Süddeutsche Zeitung, 08.09.1995
Ich sehe mich bemüht, mit einer ins Wasser gehaltenen Rute Blutegel zu fangen.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Damals suchte man sterbende Menschen noch mit Schröpfköpfen und Blutegeln im Leben festzuhalten.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18087
Zitationshilfe
„Blutegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Blutegel>, abgerufen am 17.11.2019.

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