Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bluthund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bluthund(e)s · Nominativ Plural: Bluthunde
Aussprache 
Worttrennung Blut-hund
Wortzerlegung Blut Hund1
eWDG

Bedeutung

großer, kräftiger Jagdhund mit hochentwickeltem Geruchssinn, der die Fährte des angeschossenen Wildes verfolgt, Schweißhund
übertragen
Beispiel:
Schimpfwort»Faschist, Bluthund [ DöblinAlexanderpl.92]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blut · Blutbank · Blutbuche · bluten · Bluter · Bluthund · blutig · blutjung · blutarm · Blutrache · Blutschande · Blutschuld · blutsverwandt · Blutsverwandtschaft
Blut n. lebenserhaltende, rote Körperflüssigkeit. Ein alter ie. r/n-Stamm zur Bezeichnung des Blutes, erhalten z. B. in griech. éar (ἔαρ) ‘Blut’, wird in einzelnen ie. Sprachen, wohl aus Tabugründen, durch neue, etymologisch oft kaum deutbare Wörter ersetzt, vgl. griech. há͞ima (αἷμα) (vgl. Hämoglobin und s. Hämorrhoiden), lat. sanguis (s. sanguinisch). Zu solchen Ersatzwörtern gehört auch der gemeingerm. Ausdruck für ‘Blut’ ahd. (8. Jh.), mhd. bluot, asächs. aengl. blōd, engl. blood, mnd. blōt, mnl. bloet, nl. bloed, afries. blōd, anord. blōð, schwed. blod und mit grammatischem Wechsel got. blōþ. Diese Formen setzen germ. *blōþa- (mit Betonung auf der zweiten Silbe in allen Sprachen mit Ausnahme des Got.) voraus. Dieses läßt sich deuten als Bildung zu der in blühen, Blume, Blüte (s. d.) vorliegenden Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō- mit dem (auch für Verbaladjektive verwendeten) Suffix ie. -to-, germ. -þa-. Hervorquellendes Blut würde danach metaphorisch als ‘etw. üppig Gesprossenes’ vorgestellt. Oder ist in germ. *blōþa- ein vorie. Substratwort zu sehen? – Blutbank f. ‘zentrale Aufbewahrungs- und Abgabestelle für Blutkonserven’ (20. Jh.). Blutbuche f. Buche mit rötlichen Blättern (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet bluten Vb. ‘Blut verlieren’, ahd. (8. Jh.), mhd. bluoten, mnd. blȫden, blōden, mnl. nl. bloeden, afries. blēda, aengl. blēdan, anord. blœða. Bluter m. ‘an der Bluterkrankheit Leidender’ (18. Jh.). Bluthund m. ‘Schweißhund’ (2. Hälfte 15. Jh.). blutig Adj. ‘voll Blut’, ahd. bluotag (8./9. Jh.), mhd. bluotec. blutjung Adj. ‘sehr jung’ (17. Jh.), Analogiebildung zu älteren Adjektivkomposita wie blutarm ‘arm bis aufs Blut’ (d. i. bis aufs Leben), ‘sehr arm’ (15. Jh.), wobei das erste Kompositionsglied intensivierenden Sinn hat und auf das Vorbild mhd. bluotrōt ‘blutrot’, d. h. ‘rot wie Blut’ als verstärkender Vergleich, zurückzuführen ist; vgl. auch ahd. bluotrōtī ‘Purpurröte’ (Hs. 12. Jh.). Dagegen (ab 19. Jh.) blutarm ‘arm an Blut, blaß, schwächlich, anämisch’. Blutrache f. ‘Tötung als Vergeltung für einen getöteten Sippenangehörigen’ (17. Jh.). Blutschande f. ‘Inzest’ (1. Hälfte 16. Jh.). Blutschuld f. ‘aus Mord erwachsene Schuld’ (16. Jh.). blutsverwandt Adj. ‘durch gleiche Abstammung verwandt’ (1. Hälfte 16. Jh.), davon abgeleitet Blutsverwandtschaft f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestie · Bestie in Menschengestalt · Bluthund · Scheusal · Ungeheuer · Unmensch  ●  Satan  fig. · Teufel  fig. · Monster  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath männl. · Unsympathin weibl. · unangenehmer Patron ugs., männl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bluthund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bluthund‹.

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Verwendungsbeispiele für ›Bluthund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer den Arbeiter seinen Lohn nicht zahlt, ist ein Bluthund. [Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 118]
Hätten sie die Bluthunde des Terrors nicht schlafen lassen können? [Süddeutsche Zeitung, 19.03.2004]
Jeweils zwei bis drei Beamte, intern »Bluthunde« genannt, widmeten sich fast ein Jahrzehnt ausschließlich der Jagd nach einer verdächtigen Person. [Süddeutsche Zeitung, 22.04.1998]
Er weiß, wie man mit den Bluthunden der englischen Presse umgehen muss. [Die Zeit, 27.04.2006, Nr. 18]
Man erklärte mich zu einem Bluthund, man erklärte mich zu einem blutigen Zaren von Franken. [o. A.: Einhundertfünfzehnter Tag. Freitag, 26. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19097]
Zitationshilfe
„Bluthund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bluthund>.

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