Boot, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Boot(e)s · Nominativ Plural: Boote
Nebenform landschaftlich Boot · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Boot(e)s · Nominativ Plural: Böte
Aussprache
Wortbildung mit ›boot‹ als Erstglied: ↗Bootaxt · ↗Bootgrab · ↗Bootsanhänger · ↗Bootsanker · ↗Bootsanlegestelle · ↗Bootsausrüstung · ↗Bootsaussetzung · ↗Bootsbau · ↗Bootsbauer · ↗Bootsbemannung · ↗Bootsbesatzung · ↗Bootsbesitzer · ↗Bootscorso · ↗Bootsdavit · ↗Bootsdeck · ↗Bootseigentümer · ↗Bootseigner · ↗Bootsfahrer · ↗Bootsfahrt · ↗Bootsflüchtling · ↗Bootsführer · ↗Bootsgasse · ↗Bootsgast · ↗Bootshafen · ↗Bootshaken · ↗Bootshaus · ↗Bootshaut · ↗Bootskajüte · ↗Bootskiel · ↗Bootsklasse · ↗Bootskompass · ↗Bootskorso · ↗Bootskran · ↗Bootsleine · ↗Bootslenker · ↗Bootsleute · ↗Bootslänge · ↗Bootsmann · ↗Bootsmannschaft · ↗Bootsmanöver · ↗Bootsmotor · ↗Bootspapiere · ↗Bootsrand · ↗Bootsrennen · ↗Bootsschleppe · ↗Bootsschuppen · ↗Bootssteg · ↗Bootsverkehr · ↗Bootsverleih · ↗Bootsverleiher · ↗Bootsvermieter · ↗Bootsvermieterin · ↗Bootswagen · ↗Bootswand · ↗Bootswerft · ↗Bootswettfahrt · ↗Bootszubehör · ↗bootweise
 ·  mit ›boot‹ als Letztglied: ↗Auslegerboot · ↗Autoboot · ↗Beiboot · ↗Brandungsboot · ↗Bugsierboot · ↗Bumboot · ↗Catboot · ↗Dampfboot · ↗Doppelrumpfboot · ↗Drachenboot · ↗Eilboot · ↗Einmannboot · ↗Elektroboot · ↗Faltboot · ↗Fangboot · ↗Fellboot · ↗Feuerlöschboot · ↗Fischerboot · ↗Flieboot · ↗Fluchtboot · ↗Flugboot · ↗Frachtboot · ↗Fährboot · ↗Geleitboot · ↗Gleitboot · ↗Gummiboot · ↗Hausboot · ↗Händlerboot · ↗Jet-Boot · ↗Jetboot · ↗Kajütboot · ↗Kanonenboot · ↗Kielboot · ↗Klepperboot · ↗Küstenboot · ↗Landungsboot · ↗Lotsenboot · ↗Minenräumboot · ↗Minensuchboot · ↗Mondboot · ↗Motorboot · ↗Paddelboot · ↗Paketboot · ↗Passagierboot · ↗Patrouillenboot · ↗Perlboot · ↗Piratenboot · ↗Polizeiboot · ↗Postboot · ↗Rennboot · ↗Rettungsboot · ↗Rindenboot · ↗Ruderboot · ↗Räumboot · ↗Schiffsboot · ↗Schlauchboot · ↗Schleppboot · ↗Schleuserboot · ↗Schnellboot · ↗Schubboot · ↗Schutzboot · ↗Schwertboot · ↗Segelboot · ↗Skullboot · ↗Sportboot · ↗Starboot · ↗Stufenboot · ↗Sturmboot · ↗Tauchboot · ↗Torpedoboot · ↗Tourenboot · ↗Tragflächenboot · ↗Tragflügelboot · ↗Tretboot · ↗Unterseeboot · ↗Unterwasserboot · ↗Vergnügungsboot · ↗Verkehrsboot · ↗Wachboot · ↗Walfangboot · ↗Wikingerboot
 ·  mit ›boot‹ als Grundform: ↗booten1
eWDG, 1967

Bedeutung

kleines, ungedecktes Wasserfahrzeug mit Rudern oder Segeln
Beispiele:
ein zierliches, schnittiges, plumpes, kleines, großes, schnelles, flinkes, langsames, schweres, offenes, schwankendes Boot
ein mit zwei Leuten bemanntes Boot
wir wollen heute Boot fahren, mit dem Boot auf den See fahren
das Boot losketten, anketten, flottmachen, vom Ufer abstoßen, über den See steuern, wieder ans Ufer bringen, festmachen, an Land ziehen
Seemannssprache das Boot abfallen lassen
das Boot ist dicht, leck, ist umgekippt, umgeschlagen, gekentert, gesunken, untergegangen
das Boot treibt (ab), schaukelt, leckt, tanzt auf den Wellen, gleitet über das Wasser, entfaltet seine Segel, hält auf die Küste zu, liegt tief im Wasser, läuft voll Wasser, hat eine Länge Vorsprung, fährt knirschend auf eine Untiefe, legt wieder am Steg an
das Boot wird durch einen kleinen Motor angetrieben
im Winter ruht das Boot auf Böcken
aus dem Boot springen, klettern
Wasser aus dem Boot schöpfen
in ein Boot einsteigen
bildlich wir sitzen alle im gleichen Boot (= haben alle das gleiche Schicksal)
sie übersahen […] den kleinen Hafen mit dem Segel- und Tauwerk der Böte [Th. MannBuddenbrooks1,119]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Boot · ausbooten · Bootsmann
Boot n. ‘kleineres, meist offenes Wasserfahrzeug’ wird Ende des 15. Jhs. aus der nd. Seemannssprache in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. bōt ist wie mnl. boot seit dem 13. Jh. bezeugt. Die Herkunft ist ungeklärt. Zu der mnd. mnl. Form stellen sich anord. beit und bātr, aengl. bāt (woraus mengl. bōt, engl. boat) und (aus modernen Formen erschlossenes) afries. *bāt. Diese lassen sich jedoch wegen ihres Vokalismus nicht in gleicher Weise auf eine germ. Ausgangsform zurückführen; vielleicht muß mit Entlehnungen innerhalb des Germ. gerechnet werden. Man geht dabei von verschiedenen Grundformen aus. So setzen einige germ. *ƀēta- mit der ursprünglichen Bedeutung ‘Ausgehöhltes, ausgehöhlter Baumstamm’ voraus, das sie auf die Wurzelform ie. *bhed- zurückführen, in der sie eine Variante der unter ↗Bett (s. d.) behandelten Wurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ sehen. Aus lautlichen Gründen müßten aengl. bāt, afries. *bāt dann aus anord. bātr hergeleitet werden, anord. beit wäre dagegen anders zu erklären. Geht man jedoch von germ. *ƀaita- und einer ursprünglichen Bedeutung ‘Gespaltenes, gespaltener Baumstamm’ aus (wozu auch anord. biti ‘Querbalken im Hausdach’) und führt dieses auf die unter ↗beißen (s. d.) behandelte Wurzel ie. *bheid- ‘spalten’ zurück, so wären anord. beit, aengl. bāt lautgerecht entwickelt, anord. bātr, afries. *bāt aber hätten als Entlehnungen aus dem Aengl. zu gelten. Mnd. bōt und mnl. boot sind in keinem Fall ursprünglich. Beide werden im allgemeinen als Entlehnungen aus mengl. bōt (engl. boat) angesehen, doch können sie nach Rogby in: It Beaken 25 (1963) 302 ff. auch durch Umwandlung des ā zu ō, d. h. durch „Frankonisierung“ (Eindeutschung) einer zum Aengl. stimmenden oder aus dem Aengl. stammenden ingwäon. (nordseegerm.) Form mit ā entstanden sein. (Rogby geht sogar so weit, Entlehnung eines nur vermuteten kontinentalingwäon. nicht-fries. *bāt ins Fries. und Anord. anzunehmen.) Seit dem 14. Jh. erscheint Boot mit wechselndem Genus in hd. Texten, anfangs Mask., seit Mitte des 18. Jhs. endgültig Neutr. Es tritt neben ↗Kahn, ↗Nachen, ↗Zille sowie südd. ↗Naue (s. d.) und gewinnt im 17. und 18. Jh. zunehmend an Verbreitung. Die Wendung in einem, im gleichen Boot sitzen ‘in der gleichen Lage, der gleichen Gefahr ausgesetzt sein’ ist nach engl. to be in the same boat gebildet. ausbooten Vb. ‘mit dem Boot vom Schiff an Land bringen, jmdn. aus einer Position entfernen, verdrängen’ (19. Jh.). Bootsmann m. ‘seemännisches Inventar verwaltender Matrose, Gehilfe des wachhabenden Offiziers’, mnd. bōsman, bōtesman ‘Matrose’ und sein Plur. bōs-, bōteslǖde finden Mitte des 16. Jhs. als Boßleut, im 17. Jh. als Botsmann, Botsleute Eingang in die Literatursprache; ähnlich (älter) Bosknecht (um 1500) ‘Schiffs-, Ruderknecht’, Bootsknecht (17. Jh.).

Thesaurus

Schifffahrt
Synonymgruppe
Boot · ↗Kutter · ↗Schiff  ●  ↗Kahn  ugs., abwertend · ↗Pott  ugs. · ↗Schaluppe  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(kleiner) Kahn · (kleines) Boot · ↗Barke · Bötchen · ↗Fischerboot · ↗Gondel (Venedig)  ●  ↗Nachen  süddt., poetisch · ↗Weidling  regional · ↗Zille  regional
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Stiefel  ●  Boot  engl. · ↗Botten  ugs. · ↗Knobelbecher  ugs., Soldatensprache, militärisch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besatzung Bord Fischer Floß Hafen Hubschrauber Küstenwache Schiff See Segel Wasser Wasserschutzpolizei Yacht festmachen gekentert gleiten hinausfahren holen kentern klein mieten mithaben rammen rudern schaukeln schippern segeln selb sitzen überfüllt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Boot‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur mit Booten, die Rennen gewinnen, lässt sich Geld machen.
Die Zeit, 30.07.2007, Nr. 32
Ich höre ihn anlegen und das Boot auf den Strand ziehen.
Glaeser, Ernst: Marynka im Ried. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 114
Die Uhr war jetzt 2 geworden; da kam ein Boot.
Brief von Hans Stegemann vom 13.04.1916. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1916], S. 213
Und so erreichten sie nach wenigen Minuten das umgeschlagene Boot.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 180
Und dann saß ich zum ersten Mal mit allen meinen Kollegen in einem Boot.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 959
Zitationshilfe
„Boot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Boot#1>, abgerufen am 16.10.2018.

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Boot, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Boots · Nominativ Plural: Boots · wird meist im Plural verwendet
Wortbildung mit ›boot‹ als Letztglied: ↗Moonboot · ↗Softboot
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Boot · ausbooten · Bootsmann
Boot n. ‘kleineres, meist offenes Wasserfahrzeug’ wird Ende des 15. Jhs. aus der nd. Seemannssprache in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. bōt ist wie mnl. boot seit dem 13. Jh. bezeugt. Die Herkunft ist ungeklärt. Zu der mnd. mnl. Form stellen sich anord. beit und bātr, aengl. bāt (woraus mengl. bōt, engl. boat) und (aus modernen Formen erschlossenes) afries. *bāt. Diese lassen sich jedoch wegen ihres Vokalismus nicht in gleicher Weise auf eine germ. Ausgangsform zurückführen; vielleicht muß mit Entlehnungen innerhalb des Germ. gerechnet werden. Man geht dabei von verschiedenen Grundformen aus. So setzen einige germ. *ƀēta- mit der ursprünglichen Bedeutung ‘Ausgehöhltes, ausgehöhlter Baumstamm’ voraus, das sie auf die Wurzelform ie. *bhed- zurückführen, in der sie eine Variante der unter ↗Bett (s. d.) behandelten Wurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ sehen. Aus lautlichen Gründen müßten aengl. bāt, afries. *bāt dann aus anord. bātr hergeleitet werden, anord. beit wäre dagegen anders zu erklären. Geht man jedoch von germ. *ƀaita- und einer ursprünglichen Bedeutung ‘Gespaltenes, gespaltener Baumstamm’ aus (wozu auch anord. biti ‘Querbalken im Hausdach’) und führt dieses auf die unter ↗beißen (s. d.) behandelte Wurzel ie. *bheid- ‘spalten’ zurück, so wären anord. beit, aengl. bāt lautgerecht entwickelt, anord. bātr, afries. *bāt aber hätten als Entlehnungen aus dem Aengl. zu gelten. Mnd. bōt und mnl. boot sind in keinem Fall ursprünglich. Beide werden im allgemeinen als Entlehnungen aus mengl. bōt (engl. boat) angesehen, doch können sie nach Rogby in: It Beaken 25 (1963) 302 ff. auch durch Umwandlung des ā zu ō, d. h. durch „Frankonisierung“ (Eindeutschung) einer zum Aengl. stimmenden oder aus dem Aengl. stammenden ingwäon. (nordseegerm.) Form mit ā entstanden sein. (Rogby geht sogar so weit, Entlehnung eines nur vermuteten kontinentalingwäon. nicht-fries. *bāt ins Fries. und Anord. anzunehmen.) Seit dem 14. Jh. erscheint Boot mit wechselndem Genus in hd. Texten, anfangs Mask., seit Mitte des 18. Jhs. endgültig Neutr. Es tritt neben ↗Kahn, ↗Nachen, ↗Zille sowie südd. ↗Naue (s. d.) und gewinnt im 17. und 18. Jh. zunehmend an Verbreitung. Die Wendung in einem, im gleichen Boot sitzen ‘in der gleichen Lage, der gleichen Gefahr ausgesetzt sein’ ist nach engl. to be in the same boat gebildet. ausbooten Vb. ‘mit dem Boot vom Schiff an Land bringen, jmdn. aus einer Position entfernen, verdrängen’ (19. Jh.). Bootsmann m. ‘seemännisches Inventar verwaltender Matrose, Gehilfe des wachhabenden Offiziers’, mnd. bōsman, bōtesman ‘Matrose’ und sein Plur. bōs-, bōteslǖde finden Mitte des 16. Jhs. als Boßleut, im 17. Jh. als Botsmann, Botsleute Eingang in die Literatursprache; ähnlich (älter) Bosknecht (um 1500) ‘Schiffs-, Ruderknecht’, Bootsknecht (17. Jh.).

Thesaurus

Schifffahrt
Synonymgruppe
Boot · ↗Kutter · ↗Schiff  ●  ↗Kahn  ugs., abwertend · ↗Pott  ugs. · ↗Schaluppe  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(kleiner) Kahn · (kleines) Boot · ↗Barke · Bötchen · ↗Fischerboot · ↗Gondel (Venedig)  ●  ↗Nachen  süddt., poetisch · ↗Weidling  regional · ↗Zille  regional
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Stiefel  ●  Boot  engl. · ↗Botten  ugs. · ↗Knobelbecher  ugs., Soldatensprache, militärisch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besatzung Bord Fischer Floß Hafen Hubschrauber Küstenwache Schiff See Segel Wasser Wasserschutzpolizei Yacht festmachen gekentert gleiten hinausfahren holen kentern klein mieten mithaben rammen rudern schaukeln schippern segeln selb sitzen überfüllt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Boot‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur mit Booten, die Rennen gewinnen, lässt sich Geld machen.
Die Zeit, 30.07.2007, Nr. 32
Ich höre ihn anlegen und das Boot auf den Strand ziehen.
Glaeser, Ernst: Marynka im Ried. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 114
Die Uhr war jetzt 2 geworden; da kam ein Boot.
Brief von Hans Stegemann vom 13.04.1916. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1916], S. 213
Und so erreichten sie nach wenigen Minuten das umgeschlagene Boot.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 180
Und dann saß ich zum ersten Mal mit allen meinen Kollegen in einem Boot.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 959
Zitationshilfe
„Boot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Boot#2>, abgerufen am 16.10.2018.

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