Bootsmann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bootsmann(e)s · Nominativ Plural: Bootsleute/Bootsmänner
Aussprache 
Worttrennung Boots-mann
Wortzerlegung  Boot1 Mann
Wortbildung  mit ›Bootsmann‹ als Erstglied: Bootsmannsgast · Bootsmannsstuhl  ·  mit ›Bootsmann‹ als Letztglied: Oberbootsmann · Stabsbootsmann
eWDG und DWDS

Bedeutung

Seemannssprache Deckoffizier, der die Aufsicht über das seemännische Inventar eines Schiffes hat
siehe auch BootsleuteDWDS

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Boot · ausbooten · Bootsmann
Boot n. ‘kleineres, meist offenes Wasserfahrzeug’ wird Ende des 15. Jhs. aus der nd. Seemannssprache in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. bōt ist wie mnl. boot seit dem 13. Jh. bezeugt. Die Herkunft ist ungeklärt. Zu der mnd. mnl. Form stellen sich anord. beit und bātr, aengl. bāt (woraus mengl. bōt, engl. boat) und (aus modernen Formen erschlossenes) afries. *bāt. Diese lassen sich jedoch wegen ihres Vokalismus nicht in gleicher Weise auf eine germ. Ausgangsform zurückführen; vielleicht muß mit Entlehnungen innerhalb des Germ. gerechnet werden. Man geht dabei von verschiedenen Grundformen aus. So setzen einige germ. *ƀēta- mit der ursprünglichen Bedeutung ‘Ausgehöhltes, ausgehöhlter Baumstamm’ voraus, das sie auf die Wurzelform ie. *bhed- zurückführen, in der sie eine Variante der unter Bett (s. d.) behandelten Wurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ sehen. Aus lautlichen Gründen müßten aengl. bāt, afries. *bāt dann aus anord. bātr hergeleitet werden, anord. beit wäre dagegen anders zu erklären. Geht man jedoch von germ. *ƀaita- und einer ursprünglichen Bedeutung ‘Gespaltenes, gespaltener Baumstamm’ aus (wozu auch anord. biti ‘Querbalken im Hausdach’) und führt dieses auf die unter beißen (s. d.) behandelte Wurzel ie. *bheid- ‘spalten’ zurück, so wären anord. beit, aengl. bāt lautgerecht entwickelt, anord. bātr, afries. *bāt aber hätten als Entlehnungen aus dem Aengl. zu gelten. Mnd. bōt und mnl. boot sind in keinem Fall ursprünglich. Beide werden im allgemeinen als Entlehnungen aus mengl. bōt (engl. boat) angesehen, doch können sie nach Rogby in: It Beaken 25 (1963) 302 ff. auch durch Umwandlung des ā zu ō, d. h. durch „Frankonisierung“ (Eindeutschung) einer zum Aengl. stimmenden oder aus dem Aengl. stammenden ingwäon. (nordseegerm.) Form mit ā entstanden sein. (Rogby geht sogar so weit, Entlehnung eines nur vermuteten kontinentalingwäon. nicht-fries. *bāt ins Fries. und Anord. anzunehmen.) Seit dem 14. Jh. erscheint Boot mit wechselndem Genus in hd. Texten, anfangs Mask., seit Mitte des 18. Jhs. endgültig Neutr. Es tritt neben Kahn, Nachen, Zille sowie südd. Naue (s. d.) und gewinnt im 17. und 18. Jh. zunehmend an Verbreitung. Die Wendung in einem, im gleichen Boot sitzen ‘in der gleichen Lage, der gleichen Gefahr ausgesetzt sein’ ist nach engl. to be in the same boat gebildet. ausbooten Vb. ‘mit dem Boot vom Schiff an Land bringen, jmdn. aus einer Position entfernen, verdrängen’ (19. Jh.). Bootsmann m. ‘seemännisches Inventar verwaltender Matrose, Gehilfe des wachhabenden Offiziers’, mnd. bōsman, bōtesman ‘Matrose’ und sein Plur. bōs-, bōteslǖde finden Mitte des 16. Jhs. als Boßleut, im 17. Jh. als Botsmann, Botsleute Eingang in die Literatursprache; ähnlich (älter) Bosknecht (um 1500) ‘Schiffs-, Ruderknecht’, Bootsknecht (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Bootsmann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bootsmann‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bootsmann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So weiß der Bootsmann, daß man inzwischen nicht über Bord gegangen ist.
Die Zeit, 23.04.1993, Nr. 17
Immer noch bemüht sich der stämmige Bootsmann um das Mädchen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 131
Die Frau eines Bootsmannes liegt, die Augen verweint, auf einer Bahre.
Die Welt, 21.08.2000
Wassilis Bootsmann saß in der zweiten Reihe und grinste Lisa an.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 258
Da pfeift der Alte dem Bootsmann, einem Bärenkerl mit haariger Brust und über und über tätowierten Armen.
Löhndorff, Ernst Friedrich: Südwest-Nordost, Bremen: Schünemann 1936 [1936], S. 89
Zitationshilfe
„Bootsmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bootsmann>, abgerufen am 19.09.2021.

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