Bord, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bords/Bordes · Nominativ Plural: Borde · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Bord‹ als Erstglied: Bordarzt · Bordbesatzung · Bordbuch · Bordcase · Bordcomputer · Borddienst · Bordelektrik · Bordelektronik · Bordfernsehen · Bordfest · Bordflugzeug · Bordfunk · Bordfunker · Bordgerät · Bordinformation · Bordingenieur · Bordkapelle · Bordkarte · Bordkino · Bordküche · Bordliste · Bordmechaniker · Bordmittel · Bordnetz · Bordprogramm · Bordradar · Bordrakete · Bordschütze · Bordseite · Bordsystem · Borduhr · Bordwache · Bordwaffe · Bordwand · Bordwerkzeug · Bordzeit · Bordzeitung · bordeigen
 ·  mit ›Bord‹ als Letztglied: Schiffsbord · Seitenbord
 ·  formal verwandt mit: hochbordig · steilbordig
eWDG, 1967

Bedeutung

Schiffsdeck, Flugzeuginneres
mit Präposition
in Verbindung mit »an«
Beispiele:
an Bord eines Ozeanriesen, Verkehrsflugzeuges
an Bord gehen, steigen
jmdn., etw. an Bord bringen, nehmen, schaffen
alle Mann an Bord!
an Bord ist alles in Ordnung
die Schiffe lagen Bord an Bord
über Bord
in Verbindung mit »über«
vom Schiffsdeck ins Wasser
Beispiele:
über Bord gehen
über Bord gespült werden
Mann über Bord!
etw. über Bord werfen
bildlich
Beispiele:
seine Sorgen, überholten Ansichten über Bord werfen (= sie endgültig aufgeben)
alle Vorsicht über Bord werfen (= unvorsichtig sein)
in Verbindung mit »von«
Beispiele:
von Bord gehen
von Bord aus winken
ohne Präposition
veraltet
Beispiele:
der schwankende Bord
das Tiberufer, über dessen Rand hie und da der Bord eines schwerfällig dahinrudernden Kahnes auftauchte [HeyseI 4,285]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bord · Bord · Bordstein
Bord m. ‘Schiffsrand, Schiffsdeck’, in präpositionalen Fügungen ‘Schiff’, und Bord n. ‘Wand-, Bücherbrett’ bilden ursprünglich ein Wort neutralen Geschlechts. Beide sind in nd. Lautung mit unverschobenem d ins Nhd. eingegangen und stehen hier neben ererbtem Bort n. Ahd. bort n. (auch m.?) ‘(Schiffs)planke, -seite, Rand, Kante, Schild’ (9. Jh.), mhd. bort m. n. ‘Rand, Schiffsrand, Brett’, asächs. bord m. oder n. ‘(Schiffs)rand, Schild’, mnd. bōrt m. f. n. ‘Rand, Schiffsrand, Tisch, Brett, Planke’, mnl. boort, bort, nl. boord n. m. ‘Schiffsdeck, Brett, Rand’, aengl. bord n. ‘Brett, (Schiffs)planke, Schiffsdeck, Tisch, Schild’, engl. board, anord. borð n. ‘Brett, Schiffsplanke, -seite, -rand, Tisch’, schwed. dän. bord ‘Schiffsdeck, Tisch, Rand’, got. fōtubaúrd n. ‘Fußbrett, -bank’; das gemeingerm. Wort *burda bedeutet ursprünglich das bestimmten Zwecken dienende ‘Brett’ bzw. das aus Brettern Gefertigte. Die Bedeutung ‘Rand’ geht offenbar von den oberen Seitenwänden des Schiffes aus. Für das Ahd. kommt auch eine Vermischung mit dem zur Wurzel ie. *bhar-, *bhor- ‘Hervorstehendes, Spitze’ gehörenden, also nicht verwandten ahd. brort ‘Rand, Kante, Schiffsbug, Schild’ (um 800) in Betracht. (Im Aengl. und Anord. kann eine solche Vermischung nicht stattgefunden haben, da aengl. brord ‘Stachel, Spitze, Keim’ und anord. broddr ‘Spitze’ semantisch zu weit abliegen.) Die seemännische Verwendung ‘Schiffsrand, -seite, -deck, Schiff’ dringt ins hd. Gebiet offensichtlich vom Norden, von den Küstengebieten her ein. Die Fügung an Bord ‘an Deck’ ist seit dem 15. Jh. bekannt; sie wird von der Luftfahrt übernommen; über Bord begegnet dagegen schon im 14. Jh. Etymologisch gehört schwundstufiges Bord entweder wie ↗Brett (s. d.) zu einer dh-Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ (s. ↗bohren) oder als endbetontes substantiviertes to-Partizip unmittelbar zur genannten Wurzel. Bordstein m. ‘Randstein des Bürgersteigs’, älter ‘Randschiefer der Dachbedeckung’ (18. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstellbrett · Bücherbord · Bücherbrett · Wandbrett
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es ist doch schön, ihn immer noch an Bord zu haben.
Die Zeit, 25.01.2010, Nr. 04
Beamte entdeckten zudem einen illegal eingebauten Tank mit Ölrückständen an Bord.
Bild, 08.10.2005
Eva aß gleich davon, ich probierte zu Hause, d. h. an Bord.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 95
Man hat sie an Bord, um Geld zu verdienen, um wieder hochzukommen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 210
Er kam nun öfter an Bord, und dann unterhielt er sich über alles mit mir.
Voß, Ernst: Lebenserinnerungen und Lebensarbeit des Mitbegründers der Schiffswerft von Blohm & Voß. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1924], S. 8694
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Astronauten Besatzung Besatzungsmitglieder Bootes Dampfers Explosion Flugzeugs Forschungsschiffes Frachters Fähre Hubschraubers ISS Kreuzfahrtschiffes Kriegsschiffes Lotsen Lufthansa-Maschine Maschine Passagiere Raumfähre Raumschiffs Raumstation Satelliten Schiffes Seeleute Yacht befanden gehievt geschmuggelt holen werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bord‹.

Bord, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Bords/Bordes · Nominativ Plural: Borde/Börde
Nebenform norddeutsch Bort · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Borts/Bortes · Nominativ Plural: Borte/Börte/Börter
Wortbildung mit ›Bord‹ als Erstglied: Bordbrett · Bordkante · Bordschwelle · Bordstein
 ·  mit ›Bord‹ als Letztglied: Bachbord · Blumenbord · Bretterbord · Bücherbord · Fensterbord · Gläserbord · Klappbord · Küchenbord · Straßenbord · Tellerbord · Wandbord · Wegbord
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
landschaftlich Brett, das an der Wand befestigt ist, um Dinge darauf aufzustellen, abzulegen
Beispiele:
ein breites, schmales Bord
das oberste, unterste Bord
auf einem kleinen Bord standen ein paar Väschen und einige Bücher
etw. auf ein Bord legen, von den Borden herunternehmen
um die Hüttenwand läuft ein Bord
2.
meist im Singular
veraltet, schweizerisch Böschung, Rand
Beispiele:
am Bord des Felsens
das rechte Bord des Baches
Er hebt sich an des Tisches Bord [UhlandGlück v. Edenhall]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bord · Bord · Bordstein
Bord m. ‘Schiffsrand, Schiffsdeck’, in präpositionalen Fügungen ‘Schiff’, und Bord n. ‘Wand-, Bücherbrett’ bilden ursprünglich ein Wort neutralen Geschlechts. Beide sind in nd. Lautung mit unverschobenem d ins Nhd. eingegangen und stehen hier neben ererbtem Bort n. Ahd. bort n. (auch m.?) ‘(Schiffs)planke, -seite, Rand, Kante, Schild’ (9. Jh.), mhd. bort m. n. ‘Rand, Schiffsrand, Brett’, asächs. bord m. oder n. ‘(Schiffs)rand, Schild’, mnd. bōrt m. f. n. ‘Rand, Schiffsrand, Tisch, Brett, Planke’, mnl. boort, bort, nl. boord n. m. ‘Schiffsdeck, Brett, Rand’, aengl. bord n. ‘Brett, (Schiffs)planke, Schiffsdeck, Tisch, Schild’, engl. board, anord. borð n. ‘Brett, Schiffsplanke, -seite, -rand, Tisch’, schwed. dän. bord ‘Schiffsdeck, Tisch, Rand’, got. fōtubaúrd n. ‘Fußbrett, -bank’; das gemeingerm. Wort *burda bedeutet ursprünglich das bestimmten Zwecken dienende ‘Brett’ bzw. das aus Brettern Gefertigte. Die Bedeutung ‘Rand’ geht offenbar von den oberen Seitenwänden des Schiffes aus. Für das Ahd. kommt auch eine Vermischung mit dem zur Wurzel ie. *bhar-, *bhor- ‘Hervorstehendes, Spitze’ gehörenden, also nicht verwandten ahd. brort ‘Rand, Kante, Schiffsbug, Schild’ (um 800) in Betracht. (Im Aengl. und Anord. kann eine solche Vermischung nicht stattgefunden haben, da aengl. brord ‘Stachel, Spitze, Keim’ und anord. broddr ‘Spitze’ semantisch zu weit abliegen.) Die seemännische Verwendung ‘Schiffsrand, -seite, -deck, Schiff’ dringt ins hd. Gebiet offensichtlich vom Norden, von den Küstengebieten her ein. Die Fügung an Bord ‘an Deck’ ist seit dem 15. Jh. bekannt; sie wird von der Luftfahrt übernommen; über Bord begegnet dagegen schon im 14. Jh. Etymologisch gehört schwundstufiges Bord entweder wie ↗Brett (s. d.) zu einer dh-Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ (s. ↗bohren) oder als endbetontes substantiviertes to-Partizip unmittelbar zur genannten Wurzel. Bordstein m. ‘Randstein des Bürgersteigs’, älter ‘Randschiefer der Dachbedeckung’ (18. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstellbrett · Bücherbord · Bücherbrett · Wandbrett
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es ist doch schön, ihn immer noch an Bord zu haben.
Die Zeit, 25.01.2010, Nr. 04
Beamte entdeckten zudem einen illegal eingebauten Tank mit Ölrückständen an Bord.
Bild, 08.10.2005
Eva aß gleich davon, ich probierte zu Hause, d. h. an Bord.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 95
Man hat sie an Bord, um Geld zu verdienen, um wieder hochzukommen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 210
Er kam nun öfter an Bord, und dann unterhielt er sich über alles mit mir.
Voß, Ernst: Lebenserinnerungen und Lebensarbeit des Mitbegründers der Schiffswerft von Blohm & Voß. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1924], S. 8694
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Astronauten Besatzung Besatzungsmitglieder Bootes Dampfers Explosion Flugzeugs Forschungsschiffes Frachters Fähre Hubschraubers ISS Kreuzfahrtschiffes Kriegsschiffes Lotsen Lufthansa-Maschine Maschine Passagiere Raumfähre Raumschiffs Raumstation Satelliten Schiffes Seeleute Yacht befanden gehievt geschmuggelt holen werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bord‹.

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