Bosheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bosheit · Nominativ Plural: Bosheiten
Aussprache
WorttrennungBos-heit
eWDG, 1967

Bedeutung

Schlechtigkeit
a)
nur im Singular
böse, schlechte Gesinnung gegenüber den Mitmenschen
Beispiele:
ein Mensch voller Bosheit, voll kalter Bosheit
gehoben ein Mensch voll abgrundtiefer Bosheit
ein Ausdruck von Bosheit
die Bosheit steht ihm in den Augen
seine Bosheit an anderen auslassen
mit konstanter Bosheit immer wieder fragen
aus lauter, reiner Bosheit
b)
boshafte Handlung, boshafte Worte
Beispiele:
er war keiner Bosheit fähig
allerlei Bosheiten ersinnen
das ist wieder so eine Bosheit von ihm
seine Bosheiten vorbringen, verspritzen
du musst eine solche Bosheit überhören
umgangssprachlich eine abgekartete Bosheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

böse · erbosen · boshaft · Bosheit
böse Adj. ‘schlecht, schlimm, schädlich’, ahd. bōsi (10. Jh.), mhd. bōse, bœse ‘übel, gering, nichtig, wertlos, schwach’, asächs. bōsi, mnd. bȫs(e), mnl. nl. boos, afries. (in Zusammensetzungen) bās-. Entsprechungen in den übrigen germ. Sprachen fehlen, so daß eine sichere Herleitung erschwert wird. Als lautlich verwandt kann engl. to boast ‘prahlen’, norw. baus ‘heftig, stolz, übermütig’ (wenn ursprünglich ‘aufgeblasen’) angesehen werden; böse würde sich dann einer s-Erweiterung (wie auch ↗Busen, ↗pusten, s. d.) der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (wozu auch ↗Beule, ↗Beutel, s. d.) anschließen. Eine solche Verbindung ist aber bei der dabei vorauszusetzenden Bedeutungsentwicklung von ‘aufgeblasen’ zu ‘gering, wertlos’ wenig befriedigend. erbosen Vb. ‘erzürnen’, mhd. erbōsen ‘schlechter werden’; vgl. mhd. bōsen, bœsen ‘schlecht werden, Böses tun’. boshaft Adj. ‘hinterlistig, schlecht’ (16. Jh.), älter boshaftig (15. Jh.). Bosheit f. ‘Hinterlist, Schlechtigkeit’, ahd. (9. Jh.), mhd. bōsheit ‘Wertlosigkeit, Nichtigkeit, Schlechtigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Arglist · ↗Biestigkeit · ↗Boshaftigkeit · Bosheit · ↗Bösartigkeit · ↗Böswilligkeit · ↗Gehässigkeit · ↗Gemeinheit · ↗Heimtücke · ↗Hinterhältigkeit · ↗Hinterlist · ↗Niedertracht · ↗Ruchlosigkeit · ↗Teufelei · ↗Tücke · ↗Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  ↗Sadismus  fig. · ↗Schweinerei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • guter Wille
Synonymgruppe
Bosheit · ↗Böswilligkeit · ↗Verruchtheit
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Banalität Bonmot Bosheit Dummheit Eitelkeit Gemeinheit Gier Grausamkeit Güte Habgier Heuchelei Hinterlist Klatsch Neid Niedertracht Schadenfreude Schlechtigkeit Torheit Tücke Unwissenheit abgrundtief abgründig ausgesucht funkelnd geschliffen pur satanisch subtil teuflisch versteckt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bosheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch manchmal kommt Hilfe zu spät, auch ist Bosheit stark, und um den Tod kommt keiner drumrum.
Die Welt, 04.08.2001
Fürchtet euch nicht vor den Drohungen der Söhne der Bosheit!
Die Zeit, 14.02.1949, Nr. 07
Aber das drückt mich nicht, und nur wirkliche Bosheit des Kritikers wundert mich manchmal.
Tucholsky, Kurt: An Marierose Fuchs, 04.07.1931. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 9841
Oder versparte sie vielleicht ihre ganze Bosheit nur für ihn?
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 111
Er empfand wohl die Bosheit nicht, die darin lag, und fühlte sich getröstet.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384
Zitationshilfe
„Bosheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bosheit>, abgerufen am 17.07.2019.

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