Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bosheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bosheit · Nominativ Plural: Bosheiten
Aussprache 
Worttrennung Bos-heit
eWDG

Bedeutung

Schlechtigkeit
a)
böse, schlechte Gesinnung gegenüber den Mitmenschen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
ein Mensch voller Bosheit, voll kalter Bosheit
gehobenein Mensch voll abgrundtiefer Bosheit
ein Ausdruck von Bosheit
die Bosheit steht ihm in den Augen
seine Bosheit an anderen auslassen
mit konstanter Bosheit immer wieder fragen
aus lauter, reiner Bosheit
b)
boshafte Handlung, boshafte Worte
Beispiele:
er war keiner Bosheit fähig
allerlei Bosheiten ersinnen
das ist wieder so eine Bosheit von ihm
seine Bosheiten vorbringen, verspritzen
du musst eine solche Bosheit überhören
umgangssprachlicheine abgekartete Bosheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

böse · erbosen · boshaft · Bosheit
böse Adj. ‘schlecht, schlimm, schädlich’, ahd. bōsi (10. Jh.), mhd. bōse, bœse ‘übel, gering, nichtig, wertlos, schwach’, asächs. bōsi, mnd. bȫs(e), mnl. nl. boos, afries. (in Zusammensetzungen) bās-. Entsprechungen in den übrigen germ. Sprachen fehlen, so daß eine sichere Herleitung erschwert wird. Als lautlich verwandt kann engl. to boast ‘prahlen’, norw. baus ‘heftig, stolz, übermütig’ (wenn ursprünglich ‘aufgeblasen’) angesehen werden; böse würde sich dann einer s-Erweiterung (wie auch Busen, pusten, s. d.) der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (wozu auch Beule, Beutel, s. d.) anschließen. Eine solche Verbindung ist aber bei der dabei vorauszusetzenden Bedeutungsentwicklung von ‘aufgeblasen’ zu ‘gering, wertlos’ wenig befriedigend. – erbosen Vb. ‘erzürnen’, mhd. erbōsen ‘schlechter werden’; vgl. mhd. bōsen, bœsen ‘schlecht werden, Böses tun’. boshaft Adj. ‘hinterlistig, schlecht’ (16. Jh.), älter boshaftig (15. Jh.). Bosheit f. ‘Hinterlist, Schlechtigkeit’, ahd. (9. Jh.), mhd. bōsheit ‘Wertlosigkeit, Nichtigkeit, Schlechtigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Gemeine (an) · Arglist · Biestigkeit · Boshaftigkeit · Bosheit · Bösartigkeit · Böswilligkeit · Gehässigkeit · Gemeinheit · Gerissenheit · Heimtücke · Hinterhältigkeit · Hinterlist · Niedertracht · Ruchlosigkeit · Tücke · Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  Sadismus  fig. · Perfidie  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • guter Wille
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bosheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bosheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bosheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder versparte sie vielleicht ihre ganze Bosheit nur für ihn? [Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 111]
Von derlei Bosheiten abgesehen, die er gelegentlich in den Unterricht einstreute, war aber der Alte eine grundgute Haut. [Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1904]]
Aber das drückt mich nicht, und nur wirkliche Bosheit des Kritikers wundert mich manchmal. [Tucholsky, Kurt: An Marierose Fuchs, 04.07.1931. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 9841]
Manchmal ärgerte ich mich sehr über die Schriftsteller, denn in großer Literatur ist viel Bosheit enthalten. [Die Zeit, 16.05.1997, Nr. 21]
Setz ihn ab! flehen die tausend Opfer seiner tierischen Bosheit. [Die Zeit, 01.09.1989, Nr. 36]
Zitationshilfe
„Bosheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bosheit>.

Weitere Informationen …

Diesen Artikel teilen:

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Boshaftigkeit
Bose-Einstein-Kondensat
Bosatsu
Borwasser
Borverbindung
Boskett
Boskoop
Boskop
Bosna
Bosnickel