Bot, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bots · Nominativ Plural: Bots
Aussprache [bɔt]
Wortbildung  mit ›Bot‹ als Erstglied: ↗Botnetz
Herkunft aus gleichbedeutend botengl, Kurzform von robotengl ‘Roboter’
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Computerprogramm, das bestimmte, oft repetitive Aufgaben selbsttätig ausführt
Beispiele:
Technisch sind Bots ganz einfach programmierte Algorithmen, die im Internet bestimmte Aufgaben automatisieren. Sie sammeln Daten für die Werbung oder Suchmaschinen, bündeln Informationen oder sorgen dafür, dass der Datenverkehr reibungslos läuft. Bots verbreiten allerdings auch Spam, greifen im Dienste von Hackern sensible Daten ab oder legen einzelne Rechner oder ganze Netzwerke mit Angriffen lahm. [Süddeutsche Zeitung, 16.09.2017]
Moderne Bots sollen Anwendern helfen, eine Aufgabe zu erledigen […]. [ZDNet.de, 04.10.2017, aufgerufen am 17.06.2019]
Trotz des immensen Marketing‑ und Kommunikationspotentials der Bots, das es noch weiterzuentwickeln gilt, können sie bereits verschiedene Tätigkeiten erledigen und somit den Unternehmen verschiedene Arbeiten erleichtern. [Digital & Social Media Agentur Betamodus, 28.07.2016, aufgerufen am 17.06.2019]
Über technische Tools versuchen wir […] zu verhindern, dass jemand mehrmals teilnimmt oder der Fragebogen durch Bots beliebig oft automatisch ausgefüllt wird. [Süddeutsche Zeitung, 14.07.2018]
Der Unterschied zu normalen Programmen ist oft nur graduell, aber Bots arbeiten zielorientiert und autonom. Im Unterschied zu stummen Programmen handeln Bots, ohne ständig auf Eingaben des Anwenders angewiesen zu sein. [Süddeutsche Zeitung, 04.08.1998]
a)
spezieller Programm, das in sozialen Medien als scheinbar menschlicher Benutzer automatisch Kommentare setzt oder auf Hashtags reagiert, gefälschte Nachrichten (Fake News) verbreitet und Meinungsmehrheiten vortäuscht
Beispiele:
So wurden Bots zuletzt auch auf politischer Bühne bekannt: als ein Werkzeug, um gefälschte Social‑Media‑Accounts anzulegen, die wiederum bestimmte politische Botschaften verstärken und so die öffentliche Meinung und politische Entscheidungen rund um den Globus beeinflussen. [Süddeutsche Zeitung, 18.07.2018]
Falschmeldungen oder Fake News sind eine Geißel des Internets. […] Bei ihrer Verbreitung spielen Bots, automatisch arbeitende Systeme zum Weiterleiten und Teilen von Informationen in sozialen Netzwerken, eine überproportional große Rolle. [Die Welt, 22.11.2018]
Um die Verbreitung von Falschnachrichten durch Bots zu verhindern, gibt es eine Abwehrwaffe: sogenannte Captchas – Tests, die nur Menschen, aber nicht Maschinen bestehen. [Die Welt, 22.11.2018]
Bots entwickeln sich vielleicht zum bislang wirksamsten Propagandawerkzeug in unserer Geschichte. [Süddeutsche Zeitung, 18.07.2018]
Antisoziales Verhalten ist im Netz nicht selten. […] Feindselige Individuen programmieren Bots und überfluten den Kanal mit Strömen von Zeichen. [Süddeutsche Zeitung, 18.02.1994]
b)
spezieller Computerprogramm, welches regelmäßig das Internet durchsucht und Inhalte von Webseiten auswertet
Beispiele:
Der Bot reist von Hyperlink zu Hyperlink durch das Web und archiviert auf seinem Weg die Ergebnisse. [Berliner Zeitung, 09.03.2001]
»Bots« sind Programme oder Service‑Angebote, die die gewaltigen Datenmengen des Internet nach bestimmten Kriterien durchsuchen, auch dann, wenn man nicht online ist. [Die Welt, 14.09.1999]
Webseiten für Drogen oder Waffen […] finden die Bots überhaupt nicht. Sie liegen im Darknet, dem versteckten und nicht offenen Teil des Internets. [Süddeutsche Zeitung, 22.09.2018]
Damit Suchmaschinen eine Website oder einen Inhalt auch finden, muss dieser vorher ausgelesen bzw. »gecrawlt« worden sein, das heißt Bots, sogenannte Crawler, lesen die Seite und fügen sie so dem Index hinzu. [Die Welt, 26.09.2017]
Nachts werde diese Aufgabe [das Vergleichen von Angeboten] von sogenannten »Bots« übernommen. Das sind mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Helfer, die […] die Vorgänge im Internet‑Handel beobachten und […] auch selbständig Geschäfte abschließen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.1999]
c)
spezieller Schadsoftware, die E-Mail-Adressen für Werbezwecke sammelt oder Sicherheitslücken ausspioniert, um in Server einzubrechen oder fremde Computer fernzusteuern
Beispiele:
Unternehmen fast aller Branchen werden rund um die Uhr von Bots attackiert und verlieren Geld – ob sie es merken oder nicht. [Süddeutsche Zeitung, 18.07.2018]
Wie identifiziert man Bots? Man erkennt sie an zahlreichen Indikatoren. Zum Beispiel stürzt plötzlich der Server ab und eine Website reagiert nicht so schnell, wie sie sollte. [Süddeutsche Zeitung, 18.07.2018]
Ich weiß nicht ob das hilft, aber manche Leute ersetzen das »@« durch etwas, das von im Internet stromernden Bots nicht erkannt wird, z. B. »xyz(atzeichen)abcmail.com«. [alexanderdilger.wordpress.com, 03.12.2013]
Die Spammer durchstöbern das Netz mit Suchprogrammen, so genannten Spambots, und sammeln die veröffentlichten Daten ein. […] Gezielt fragen die Bots zu diesem Zweck die Server der verschiedenen Provider ab. [Der Standard, 11.01.2004]
Mittlerweile benutzen Spammer so genannte Bots (Skripte), die einfach […]Adressen durchprobieren – gibt es den User, wird die Adresse in die Spamliste aufgenommen. [C’t, 2001, Nr. 24]
d)
spezieller virtuelle Person bzw. Programm, das in Chats, Computerspielen o. Ä. ein menschliches Gegenüber simuliert
Beispiele:
So gibt es […] Tausende Internetseiten, auf denen Männer gegen Geld mit animierten Bots chatten können. [Süddeutsche Zeitung, 11.04.2018]
Wenn am frühen Morgen nur wenige Spieler online sein sollten, kann man immer noch auf ein Spiel gegen Bots zurückgreifen. [Linux iuvat, 03.01.2013]
Ob man als Kunde mit einem Bot oder einem Menschen chattet, findet man nach wie vor sehr einfach heraus. [Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2018]
[Der virtuelle Barkeeper] Leo ist ein Bot, ein »konversationsfähiger Software‑Roboter«. Manche nennen ihn auch Avatar, ein digitales Phantasiewesen. [Der Tagesspiegel, 03.05.2001]
Die Gegner [im Computerspiel] sind »Bots«, sie simulieren menschliche Charaktere mit individuellen Stärken und Schwächen. [Frankfurter Rundschau, 14.06.2000]
2.
gekaperter Rechner, über den die Eindringlinge ohne Wissen des Besitzers bestimmte Programme ausführen
Beispiele:
Laut den Schätzungen dieser Wissenschafter kostet der Zugang zu einem korrumpierten, ohne Wissen des Besitzers fernsteuerbaren PC, einem sogenannten Bot, weniger als ein Cent. [Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2017]
Wenn viele Bots zusammengeschlossen sind, entsteht ein Bot‑Netz. Diese werden für viele illegale Aktivitäten genutzt – etwa zum massenhaften Versenden von Spam‑Mails. Aber auch persönliche Informationen wie Passwörter oder PINs können ausgespäht werden. [Die Welt, 02.12.2016]
3.
elektronisch gesteuerter Automat
Synonym zu Roboter (1)
Beispiele:
Die […] Bots sind intelligente, über eine Luftschnittstelle programmierbare Mobilgeräte, die selbständig verschiedenste Messroutinen durchführen. [Der Standard, 14.04.2003]
Die ferngesteuerten »Bots«, die zum Teil mit Sägen, Feuerwerfern oder elaborierten Umwerf‑Vorrichtungen ausgestattet sind, tragen Namen wie Bodyhammer, Pain oder Sir Killalot. In wenigen Minuten prügeln sie sich in einer Arena, die wie eine Mischung aus Spielplatz und Schlachtfeld erscheint, kampfunfähig. [Berliner Zeitung, 15.12.2001]

letzte Änderung:

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Bot  Hauptform · Internet Bot  engl.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Bot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bot#1>, abgerufen am 11.04.2021.

Weitere Informationen …

Bott, das

Alternative Schreibung Bot
Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache [bɔt]
formal verwandt mit bieten
DWDS-Minimalartikel

Bedeutung

landschaftlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bieten · Bot(t) · botmäßig · Botmäßigkeit · unbotmäßig · Unbotmäßigkeit · anbieten · Angebot · aufbieten · Aufbietung · Aufgebot · darbieten · Darbietung · entbieten · erbieten · Ehrerbietung · ehrerbietig · erbötig · gebieten · Gebieter · Gebieterin · gebieterisch · Gebot · verbieten · Verbot
bieten Vb. ‘darreichen, anbieten, gewähren’. Ahd. biotan ‘bekanntmachen, entgegenstrecken, anbieten’ (8./9. Jh.), mhd. bieten ‘anbieten, darreichen, gebieten’ erweist sich durch Entsprechungen wie asächs. biodan ‘bieten’, mnd. bēden, mnl. nl. bieden, afries. biāda ‘bieten’, aengl. bēodan ‘gebieten, anbieten, ankündigen, zeigen’, engl. to bid (verschmolzen mit dem unter ↗bitten behandelten Verb, s. d.) ‘bieten, ankündigen, gebieten’, anord. bjōða ‘bieten’, schwed. bjuda ‘gebieten, anbieten, zeigen’ und got. anabiudan ‘entbieten, befehlen’, faúrbiudan ‘verbieten’ als gemeingerm. Verb (germ. *beudan); dieses stellt sich lautlich zu außergerm. Verwandten wie griech. pé͞uthesthai (πεύθεσθαι), pynthánesthai (πυνθάνεσθαι) ‘erfragen, erfahren, merken’, aind. bṓdhati ‘wacht, beachtet, versteht’ (wozu das Kausativum aind. bōdháyati ‘erweckt, macht aufmerksam’ und das Part. Perf. buddháḥ ‘erweckt, erleuchtet’, vgl. Buddha), aslaw. bъděti ‘wachen’, bl’usti ‘wahren, achtgeben’, russ. budít’ (будить) ‘wecken’, bljustí (блюсти) ‘behüten, bewahren’, lit. budė́ti ‘wachen’. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist ie. *bheudh- mit differenzierter Bedeutungsentfaltung: ‘wach, geistig rege sein, beobachten, erkennen’, auch (so in den germ. Sprachen) ‘zur Aufmerksamkeit veranlassen, kundtun, gebieten, darbieten’. Im Dt. gehen bestimmte Bedeutungen des einfachen Verbs in den älteren Sprachstufen (‘bekanntmachen’, ‘gebieten’) zunehmend auf Präfixbildungen über (s. unten). Zu bieten im Sinne von ‘befehlen’ das ablautende Verbalabstraktum Bot(t) n. (heute nur landschaftlich) ‘Gebot, Befehl, Angebot, Aufgebot, Versammlung’, ahd. bot ‘Meinung, Beschluß’ (um 1000), mhd. mnd. mnl. bot, afries. aengl. bod, anord. boð (germ. *-buda-). Dazu botmäßig Adj. ‘untertan, tributpflichtig’, spätmhd. botmæzec (14. Jh.), Botmäßigkeit f. ‘Herrschaft’ (16. Jh.). Dazu im 19. Jh. unbotmäßig Adj. ‘widersetzlich’, Unbotmäßigkeit f. anbieten Vb. ‘darreichen, zur Verfügung stellen, vorschlagen’, mhd. an(e)bieten ‘anbieten, vor Gericht laden’, mnd. anbēden ‘anbieten, entbieten’, vgl. nl. aanbieden ‘anbieten, darreichen’ (hingegen got. anabiudan ‘entbieten, befehlen’, asächs. anbiodan ‘entbieten, melden’). Dazu Angebot n. ‘Vorschlag, Bereitschaftserklärung’, auch ‘Gesamtheit der zum Verkauf stehenden Waren’; als Ableitung vom präfigierten Verb zunächst in der Form mnd. anbot, nhd. Anbot (15. bis 19. Jh., danach noch öst.), seit Ende des 18. Jhs., wohl durch Einwirkung von gebieten (s. unten) und ↗Gebot (s. d.), in der heutigen Lautgestalt; in der Sprache der Wirtschaft von der 1. Hälfte des 19. Jhs. an oft in dem terminologischen Wortpaar Angebot und Nachfrage. aufbieten Vb. ‘aufrufen, aufwenden’ und ‘öffentlich verkünden’ (jetzt eingeschränkt auf die Bekanntgabe einer beabsichtigten Eheschließung), mhd. ūfbieten ‘in die Höhe strecken, darreichen, bekanntmachen, aufrufen’, mnd. upbēden ‘bekanntmachen, zur Einlösung eines Pfandes auffordern’; die im älteren Nhd. vorherrschende Bedeutung ‘zum Heeresdienst aufrufen’ lebt heute in Übertragungen wie alle Kräfte, seinen ganzen Einfluß, Willen aufbieten. Substantivische Ableitungen sind Aufbietung f. ‘das Aufbieten’ (mnd. upbēdinge, nhd. seit 15. Jh.), anfangs zu verschiedenen Bedeutungen des Verbs, nach Ende 18. Jh. nur ‘Aufwendung’ (Aufbietung aller Kräfte, Mittel u. ä.), und Aufgebot n. ‘Bekanntmachung’ (namentlich einer beabsichtigten Eheschließung), früher vor allem ‘Aufforderung’ (zu Heeresdienst, Fron usw.) sowie ‘was aufgeboten wird’ (z. B. die Gesamtheit der Wehrpflichtigen); zunächst häufiger in der Form Aufbot (15. bis 18. Jh.), doch gewinnt das vereinzelt schon im 14./15. Jh. nachzuweisende (und mit einer im 15. bis 17. Jh. neben aufbieten bezeugten Variante aufgebieten korrespondierende) Aufgebot seit dem 17. Jh. den Vorrang. darbieten Vb. ‘anbieten, darreichen’ und übertragen ‘zeigen, vorführen’ (reflexiv ‘sich zeigen’), ahd. thara biotan (9. Jh.), mhd. dar bieten ‘dahin reichen’ sind wohl schon als Einheit von Adverb und Verb aufzufassen; fest verbunden mnd. dārbēden und im Frühnhd.; dazu Darbietung f. ‘das Darbieten’; seit Anfang 16. Jh. als Nomen actionis ‘das Anbieten’, so verbreitet im 17. Jh. und gelegentlich bis ins 20. Jh.; vom Beginn des 20. Jhs. an meist ‘künstlerisches Gestalten vor einem Publikum, Vorführen’ sowie ‘Vorführung, Vortrag’. entbieten Vb. ‘wissen lassen, mitteilen’, auch ‘zu sich beordern’, ahd. inbiotan ‘zur Kenntnis bringen, gebieten, darreichen’ (um 800), mhd. enbieten ‘durch jmdn. sagen oder gebieten lassen, darreichen’, mnd. en(t)bēden ‘sagen lassen, gebieten’, frühnhd. enbieten, embieten und entbieten, letzteres setzt sich im 17. Jh. durch; in älterer Zeit vorwiegend ‘eine Botschaft, einen Gruß übermitteln’, dann ‘durch Botschaft herrufen’ (17. Jh.); seit dem 19. Jh. nur noch selten. erbieten Vb. reflexiv ‘seine Bereitschaft erklären’, ahd. irbiotan ‘zur Kenntnis bringen, darreichen, erweisen’, reflexiv ‘sich zeigen, erweisen’ (8. Jh.), mhd. erbieten ‘darreichen, erweisen’, reflexiv ‘sich erweisen, darbieten’ (vgl. aengl. ābēodan ‘mitteilen, anbieten, gebieten’); vom Mhd. an bis ins 18. Jh. auch der substantivierte Infinitiv Erbieten n. ‘Angebot’; aus der häufig vorkommenden Fügung Ehre erbieten, ahd. ēra irbiotan, mhd. ēre (er)bieten entwickeln sich auf der Grundlage der postverbalen Ableitungen spätmhd. erbietunge, mnd. erbēdinge f. und frühnhd. erbietig, erbütig Adj. die Zusammensetzungen Ehrerbietung f. ‘Hochachtung’ (mnd. ērerbēdinge, frühnhd. 15. Jh.) und ehrerbietig Adj. ‘achtungsvoll’ (16. Jh.), denen zunächst Ehrbietung (15. Jh.; auch mnd. ērbēdinge) und ehrbietig (Anfang 16. Jh.) als Zusammenbildungen mit dem einfachen Verb bieten vorausgehen. Neben frühnhd. erbietig, erbütig steht ablautend erbötig Adj. ‘bereit, willig’, mnd. erbȫdich, erbōdich, frühnhd. seit dem 16. Jh. gebieten Vb. ‘befehlen, über etw. Befehls-, Verfügungsgewalt haben’, ahd. gibiotan ‘zur Kenntnis bringen, befehlen, herrschen’ (um 800), mhd. gebieten ‘ausstrecken, darreichen, entbieten, befehlen’; dem Westgerm. gemeinsame Präfixbildung (aengl. gebēodan ‘befehlen, bekanntmachen, anbieten’, asächs. gibiodan ‘gebieten, befehlen’, mnd. gebēden ‘gebieten, befehlen’, reflexiv ‘sich erbieten’, mnl. gebieden ‘bekanntmachen, befehlen, anbieten’), im Dt. anfangs mit perfektivem Sinn neben dem einfachen Verb, das ebenfalls ‘befehlen’ bedeutet, doch trennen sich die Verben hinsichtlich ihrer Bedeutungen seit dem Mhd. Als Ableitungen gehören hierzu ↗Gebiet, ↗Gebot (s. d.) sowie Gebieter m. ‘wer Befehlsgewalt hat’, ahd. gibiotāri (Hs. 13. Jh.), mhd. gebietære, gebieter, mnd. gebēder mit gleicher Bedeutung, dem sich Gebieterin f. ‘Herrin’ (mhd. gebietærinne, gebieterīn) und gebieterisch Adj. ‘herrisch, keinen Widerspruch duldend’ (Anfang 17. Jh.) anschließen. Gebot n. ‘Befehl, Anordnung, Vorschrift’, ahd. gibot ‘Befehl, Erlaß’ (um 800), mhd. gebot ‘Auftrag, Ladung zum Erscheinen, Verbot, Herrschaft’, asächs. gibod, mnd. gebot, gebode, mnl. ghebot, nl. gebod, aengl. (ge)bod. verbieten Vb. ‘untersagen, nicht erlauben’, ahd. firbiotan ‘zur Kenntnis bringen, gebieten, untersagen, verhindern’ (8. Jh.), mhd. verbieten ‘vorladen, verhindern, untersagen, mit Beschlag belegen’; vgl. dazu (teilweise mit einem nhd. vor, für entsprechenden Präfix) aengl. forbēodan, engl. to forbid, anord. fyrirbjōða ‘verbieten, verhindern’, got. faúrbiudan ‘verbieten’, mnd. vorbēden ‘gebieten, vorladen, anbieten, verbieten’; im Dt. drückt das präfigierte Verb anfangs (bis ins ältere Nhd.) sowohl das nachdrückliche Anordnen wie auch das Untersagen einer Handlung aus, jetzt gilt nur noch die letztere Verwendung. Abgeleitet ist Verbot n. ‘Anordnung, etw. zu unterlassen’, ahd. firbot ‘Verbot’ (9. Jh.?), mhd. verbot ‘Verbot, Beschlagnahme, Vorladung’, mnd. vorbot ‘Angebot, Verbot, Beschlagnahme’ (vgl. aengl. forbod ‘Verbot, Widerrufung’).
Zitationshilfe
„Bott“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bott#2>, abgerufen am 11.04.2021.

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