Bote, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Boten · Nominativ Plural: Boten
Aussprache
WorttrennungBo-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Bote‹ als Erstglied: ↗Botendienst · ↗Botenfrau · ↗Botengang · ↗Botenjunge · ↗Botenlohn · ↗Botenweg · ↗Botin
 ·  mit ›Bote‹ als Letztglied: ↗Amtsbote · ↗Briefbote · ↗Bürobote · ↗Dienstbote · ↗Eilbote · ↗Expressbote · ↗Friedensbote · ↗Frühlingsbote · ↗Geldbote · ↗Gerichtsbote · ↗Glaubensbote · ↗Glücksbote · ↗Götterbote · ↗Himmelsbote · ↗Kassenbote · ↗Liebesbote · ↗Paketbote · ↗Pizzabote · ↗Postbote · ↗Ratsbote · ↗Sendbote · ↗Siegesbote · ↗Sonderbote · ↗Unglücksbote · ↗Vorbote · ↗Zeitungsbote
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmd., der von jmdm. geschickt wird, um einem dritten etwas zu überbringen
Beispiele:
jmdm. den Brief, die Sendung durch einen Boten zustellen, aushändigen lassen
er arbeitet als Bote in einem Verlag, ist als Bote beschäftigt
der Bote kommt täglich zweimal
der Bote war schon hier, hat mir etwas gebracht, wartet noch auf die Antwort, kehrt sofort zurück, ist bereits bezahlt
einen Boten zum Arzt, zur Post, nach etw. schicken
den Boten hereinbitten, warten lassen
dem Boten einen Lohn aushändigen
ein schneller, eiliger, zuverlässiger, sicherer, reitender Bote
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich der hinkende Bote kommt nach (= am Schluss geschieht noch etwas Unerfreuliches)
2.
gehoben Anzeichen, erster Hinweis
Beispiele:
Schneeglöckchen sind die (frohen, lieblichen) Boten des Frühlings
Stürme sind die Boten des Herbstes
die Boten des Todes, der Liebe
die Boten einer neuen Zeit
die Taube ist der Bote (= Symbol) des Friedens
Blicke, die bald Boten wurden eines süßen Verständnisses [O. Ludwig2,423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bote · Botschaft · Botschafter · Vorbote
Bote m. ‘Überbringer, Abgesandter’, ahd. boto (8. Jh.), mhd. bote, asächs. bodo, mnd. mnl. bōde, nl. bode, afries. aengl. boda, anord. boði ‘der mit einem Auftrag Ausgesandte’ (germ. *budan-) ist Nomen agentis, das (wie Ge-, Verbot) im Ablaut zu den unter ↗bieten (s. d.) genannten Verben in ihrer alten Bedeutung ‘zur Kenntnis bringen, verkünden’ steht. Botschaft f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. botascaf (9. Jh.), mhd. bote-, botschaft; im 15. bis 17. Jh. auch ‘Abgesandter’ bzw. die ‘Gruppe der Abgesandten’. Botschafter m. ‘Bote, der mit politischem Auftrag Abgesandte’ (15. Jh.), dann ‘Leiter einer Gesandtschaft’ und seit dem 18. Jh. Staatstitel in der Übersetzung von frz. ambassadeur. Vorbote m. ‘Vorläufer, Anzeichen’, ahd. foraboto (9. Jh.), mhd. vorbote ‘der Verkünder der Ankunft seines Auftraggebers’; heute meist übertragen ‘An-, Vorzeichen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausrufer · Bote · ↗Herold · ↗Signalgeber · ↗Sprachrohr · ↗Verkünder · ↗Vorbote
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bote · ↗Transporteur · ↗Träger · ↗Überbringer · ↗Übermittler
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Abgesandter · Beauftragter · Bevollmächtigter · Bote · ↗Delegat · Delegierter · ↗Emissär · ↗Kurier · ↗Ordonnanz · ↗Parlamentär
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Besorger · Bote · ↗Botengänger · ↗Botenjunge · ↗Kurier · ↗Laufbursche · ↗Laufjunge · ↗Sendbote
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bote Frühling Herold Jenseits Lahrer Pförtner Schreibkraft Schwarzwälder Sekretärin Unheil Wandsbeker aushändigen ausschicken aussenden beritten eilend fliegend flink geflügelt göttlich himmlisch hinkend losschicken motorisiert märkisch reitend senden vorausschicken zustellen überbringen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bote‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur wenige von diesen Boten scheinen gefasst worden zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2003
Rund 300 Mark im Monat verdienen die Boten mit eineinhalb Stunden täglicher Arbeit.
Die Zeit, 16.08.1985, Nr. 34
Uns ist der Brief eines solchen Boten an einen Grafen erhalten.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7107
Die dritte Person ist typisch für den Stil der durch Boten zu bestellenden frühen Briefe.
Soden, Wolfram von: Sumer, Babylon und Hethiter bis zur Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9293
Dafür aber fand ich, als ich am andern Morgen aufstand, einen Boten von ihnen vor.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 310
Zitationshilfe
„Bote“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bote>, abgerufen am 20.05.2019.

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