Bourgeoisie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bourgeoisie · Nominativ Plural: Bourgeoisien
Aussprache
WorttrennungBour-geoi-sie
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Bourgeoisie‹ als Letztglied: ↗Großbourgeoisie · ↗Industriebourgeoisie · ↗Kleinbourgeoisie · ↗Monopolbourgeoisie
eWDG, 1967

Bedeutung

(städtische) besitzende Gesellschaftsschicht mit entsprechender sozialer Stellung
Beispiele:
jmd. gehört der Bourgeoisie an
der Aufstieg und die Entwicklung der Bourgeoisie im 19. Jahrhundert
abwertend wohlhabendes Spießertum
DDR, Marxismus herrschende Klasse der Privateigentümer von Produktionsmitteln in der kapitalistischen Gesellschaft
Beispiele:
die Herrschaft der Bourgeoisie
der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie
die Hauptmomente, in denen sich der europäische Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse zusammenfaßte [MarxLohnarbeit16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bourgeoisie · Bourgeois
Bourgeoisie f. ‘wohlhabendes Bürgertum’, marxistisch ‘die in der kapitalistischen Gesellschaft die wichtigsten Produktionsmittel besitzende und deshalb herrschende bürgerliche Klasse’. Frz. bourgeoisie ‘Bürgertum, Bürgerstand’ gelangt in der 2. Hälfte des 18. Jhs. zunächst mit diesem hinsichtlich seiner sozialen Geltung nicht genau festgelegten Inhalt ins Dt.; im Anschluß an den durch die Saint-Simonisten ins Frz. eingeführten Gebrauch ‘kapitalistische Ausbeuterklasse’, der sich in der frühen sozialistischen Bewegung einbürgert, verwenden Marx und Engels Bourgeoisie seit der Mitte des 19. Jhs. als gesellschaftswissenschaftlichen Terminus. Das Substantiv ist eine Kollektivbildung zu frz. bourgeois ‘Bürger’, ursprünglich ‘Bewohner einer Stadt’ im Unterschied zu Adel und Landbevölkerung, das als Bourgeois m. ‘Bürger’ (vereinzelt seit Mitte 18. Jh.), dann namentlich ‘Angehöriger der Kapitalistenklasse’ (Mitte 19. Jh.) ebenfalls ins Dt. entlehnt ist. Zugrunde liegt frz. bourg ‘Marktflecken’, hervorgegangen aus spätlat. burgus ‘Burg, kleine Festung’, das wohl griech. pýrgos (πύργος) ‘Turm, Mauerturm’ und germ. *burg- f. ‘befestigter Platz, Fluchtburg’ (woraus dt.Burg, s. d.) in sich vereinigt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(obere) Mittelschicht · Bourgeoisie · ↗Bürgertum
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adel Arbeiterklasse Aristokratie Boheme Charme Diktatur Erdkugel Gutsbesitzer Hauptstütze Ideologe Imperialismus Klassenbewußtsein Klassenherrschaft Klasseninteresse Klassenkampf Kleinbürgertum Klerus Lakai Proletariat Zentralorgan aufstrebend dekadent gehoben herrschend imperialistisch kapitalistisch katalanisch liberal reaktionär wohlhabend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bourgeoisie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man wird Marx nicht nachsagen können, die Bourgeoisie geliebt zu haben.
Süddeutsche Zeitung, 07.02.2002
Wenn die Revolution gesiegt hat, wird sich die Bourgeoisie nicht ohne weiteres geschlagen geben.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 164
Mit dem Kapital ist die freie Arbeit, mit der Bourgeoisie das Proletariat gesetzt wie der Schatten mit dem Licht.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 91
Die Frau dürfe ebenso wenig auf die Befreiung durch die Männer warten wie der Proletarier auf die Befreiung durch die Bourgeoisie.
Der Tagesspiegel, 05.10.2001
Der Bourgeoisie seines Landes warf er vor, zu wenig gelesen und das wenige Gelesene nicht richtig verstanden zu haben.
Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 230
Zitationshilfe
„Bourgeoisie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bourgeoisie>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bourgeois
Bourette
bourbonisch
Bourbon
Bouquinist
Bourrée
Bourrette
Bouteille
Bouteillenstein
Boutique