Boutique, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Boutique · Nominativ Plural: Boutiquen
Nebenform schweizerisch Boutique · Substantiv · Nominativ Plural 1: Boutiquen · Nominativ Plural 2: seltener Boutiques
Aussprache 
Worttrennung Bou-tique
Ungültige Schreibung Butike
Wortbildung  mit ›Boutique‹ als Erstglied: Butiker
Herkunft aus gleichbendeutend boutiquefrz < apothḗkēgriech (ἀποθήκη) ‘Aufbewahrungsort, Niederlage’ (Apotheke)
Formgeschichte Das Wort Boutique – ausschließlich in der Lesart ‘Modegeschäft’ – ist eine Neuentlehnung, die in den 1950er Jahren (ausgehend von der französischen Haute Couture) mitsamt französischer Aussprache und Schreibung ins Deutsche übernommen wurde. Mit der Rechtschreibreform von 1996 ließ die Zwischenstaatliche Kommission in Anlehnung an die ältere, ebenfalls aus dem Französischen stammende Entlehnung Butike ‘kleiner Laden, Kneipe’ auch diese Form als integrierte Variante neben Boutique zu. Sie wurde jedoch 2017 vom Rat für Deutsche Rechtschreibung wieder gestrichen.
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
kleines Ladengeschäft, in dem (hochwertige, modische, dem aktuellen Trend entsprechende) Kleidung und Accessoires verkauft werden
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine schicke, trendige, edle, exklusive Boutique
als Akkusativobjekt: eine Boutique eröffnen, aufmachen, gründen, schließen
in Präpositionalgruppe/-objekt: in einer Boutique einkaufen, shoppen; von Boutique zu Boutique laufen
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Boutique schließt, öffnet; Boutiquen locken [mit schicken Waren]
Beispiele:
In den Boutiquen von Versace, Giorgio Armani, Lacoste oder Montblanc glitzern hochpreisige Mode, Uhren und Schmuck. [Der Spiegel, 23.05.2017 (online)]
Berühmt wurde die Designerin [Sonia Rykiel] mit den feuerroten Haaren durch schwarze Strickkleider mit bunten Streifen. Rykiel wurde 1930 in Paris geboren. Ihre erste eigene Boutique eröffnete sie 1968, im selben Jahr gründete sie auch das Modeunternehmen, das ihren Namen trägt. [Der Spiegel, 25.08.2016 (online)]
In unmittelbarer Nachbarschaft zu der Wohnung, wo schon Johannes Heesters und Helmut Zilk gewohnt haben, eröffnet Chanel eine neue Boutique – nur wenige Schritte entfernt vom alten Standort am Kohlmarkt, zwischen Naglergasse und Goldenem Quartier. [Der Standard, 08.07.2015]
In letzter Zeit kann man im Stadtzentrum von Wien eine neue Art Modegeschäfte förmlich aus dem Boden sprießen sehen: die »Boutique«. Für die Wienerin sind diese kleinen Geschäfte noch etwas Neues, in Paris gibt es sie schon zu Tausenden. [Berliner Zeitung, 17.08.1956]
Das Zentrum der Stadt ist voll von neuen und schön eingerichteten Cafés, von Restaurants, schicken Läden und modischen Boutiques. [Neue Zürcher Zeitung, 20.06.1994] ungewöhnl. Pl.
2.
veraltet kleiner Laden, Kneipe
Synonym zu Budike
Diese Lesart tritt häufig in der nicht mehr gültigen Schreibung Butike auf.
Beispiele:
Auch vielerlei Eßbares, warmes und kaltes, wurde allenthalben – an improvisierten Ständen, in vier Quadratmeter kleinen Butiken oder einfach auf dem Straßenflaster dargeboten und verzehrt: Suppen, gebratener Fisch, Gemüse, natürlich auch Reis, sowie allerhand Obst und Backwaren. [Neue Zeit, 03.06.1969]
Ein Teppichhändler an einer Hauptstraße der geschäftigen Innenstadt, der, außer der türkischen, auch noch die internationale Sprache der Gebärden beherrscht, hat uns einzutreten aufgefordert[…]. Beim dritten Täßchen kräftig‑süßen, herrlich duftenden Türkischen hatte er unseren Wunsch, die Geburtsstätten der im Dunkel seiner Boutique lagernden Stapel flaumig‑weicher Knüpfer kennenzulernen, begriffen und gebilligt. [Das Magazin, 1969, Nr. 2]
Boutique (frz., Butike), Bude, Kramladen; Boutiquier (spr. ‑kieh), Krämer, Kleinhändler. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 9998]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Boutique · Budike · Butike · Budiker
Boutique, Budike, Butike f. ‘kleiner Kaufladen, kleine Kneipe’. Butike ist eine Entlehnung des 15. Jhs. (butig) von mfrz. frz. boutique ‘Kramladen’, das, wohl über aprov. botica, botiga, auf griech. apothḗkē (ἀποθήκη) zurückzuführen ist (s. Apotheke). Das heute übliche Budike ‘Kneipe’ kommt in der 1. Hälfte, ‘Laden’ Ende des 19. Jhs., wohl in Anlehnung an Bude (s. d.), in Gebrauch; daneben sind vom 17. Jh. an Boutique, vom 18. Jh. an Boutike bis zum Beginn des 20. Jhs. geläufig. Boutique ‘Modegeschäft, Schmuckladen’ ist eine moderne Übernahme des 20. Jhs. aus dem Frz. Budiker m. vereinzelt Butiker ‘Kaufladenbesitzer, Kneipier’, älter botiger (vereinzelt 15. Jh.), Butikier (1. Hälfte des 19. Jh.), Entlehnung von frz. boutiquier ‘Krämer’.

Typische Verbindungen zu ›Boutique‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Boutique‹ und ›Butike‹.

Zitationshilfe
„Boutique“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Boutique>.

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