Brückenkopf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungBrü-cken-kopf (computergeneriert)
WortzerlegungBrückeKopf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Befestigungsbau im Vorgelände einer Brücke
Beispiele:
einen Brückenkopf bauen
ein alter Brückenkopf
2.
Militär kleines Geländestück, das auf dem gegnerischen Flussufer besetzt worden ist und die Ausgangsbasis für weitere Kampfhandlungen bildet
Beispiele:
einen Brückenkopf errichten, bilden
den Brückenkopf verteidigen, aufgeben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brücke · überbrücken · Brückenkopf
Brücke f. ‘über einen Wasserlauf oder einen Einschnitt im Gelände führendes Bauwerk’, ahd. brugga ‘Brücke, Bretterboden’ (8. Jh.), mhd. brucke, brücke, brügge ‘Brücke, Zugbrücke, hölzernes Gerüst’, asächs. bruggia, mnd. brügge, aengl. brycg, engl. bridge, mnl. brugghe, nl. brug ‘Brücke’, afries. bregge, anord. bryggja ‘Brücke, Hafendamm, Landungsplatz’, schwed. brygga ‘Brücke, Landungsbrücke’. Das germ. jō- bzw. jōn-Femininum *brugjō(n)-, dessen Guttural (vgl. Hammerich in: PBB (T) 77 (1955) 183) aus -w- entstanden sein kann, läßt sich wie (germ. *brōwō voraussetzendes) anord. brū, schwed. bro ‘Brücke’ und gall. brīva ‘Brücke’ auf ie. *bhrēu-, *bhrū- ‘Balken, Prügel’ zurückführen; hierzu auch das mit Brücke verwandte ↗Prügel (s. d.), doch wohl nicht russ. brevnó (бревно) ‘Balken’, vgl. Vasmer 1, 119. Seine im Germ. zuerst nachweisbare Verwendung ‘Knüppeldamm als Uferbefestigung’ basiert also auf der Ausgangsbedeutung ‘Balkenwerk, Plattform aus Holz’, die im Dt. in den älteren Sprachstufen und später in Mundarten noch lebendig ist, z. B. bair. Bruck ‘Bretterbank am Ofen’, schwäb. Bruck ‘Knüppeldamm, Gestell, erhöhter Arbeitsplatz, Schaugerüst’; vgl. ähnliche semantische Entwicklungen bei lat. pōns oder der slaw. Wortgruppe von russ. most (мост). überbrücken Vb. ‘mit einer Brücke überspannen’, heute meist übertragen ‘eine Übergangslösung finden’, mhd. überbrücken (vgl. gleichbed. aengl. oferbrycgian) im Anschluß an postnominales ahd. bruggōn (um 1000), mhd. brücken ‘eine Brücke schlagen’. Brückenkopf m. ‘einer Brücke vorgelagerte Befestigung zur Sicherung des Flußübergangs’ (Ende 18. Jh.), nach gleichbed. frz. tête de pont.

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Brückenkopf · Brückenschanze
Unterbegriffe
  • Gotenkopf · Kuban-Brückenkopf
Assoziationen
Synonymgruppe
Brückenkopf  fig. · ↗Vorposten  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besatzung Bolschewist Division Eroberung Festland Informationsknoten Internationalisierung Küstenkanal Ostufer Rheinufer Räumung Weichsel Westufer alliiert befestigt bilden eindrücken einengen errichten erweitern feindlich fungieren gehalten imperialistisch logistisch nordkoreanisch rechtsrheinisch südlich verengt zerschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brückenkopf‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ein Museum gab es, jenseits des Brückenkopfes, in diesem Plan auch.
Die Zeit, 05.09.1986, Nr. 37
Der Brückenkopf über die Elbe hat eine Tiefe von 8 km.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1945]
Aus der kleinen Kapelle am Brückenkopf schimmerte schon das Licht.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 0
Vor vier Wochen hieß es doch noch, den Brückenkopf halten wir bis zum letzten Mann.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 10.02.1945, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Hier gelingt es den Sowjets, in Zoppot einzudringen und den deutschen Brückenkopf aufzuspalten.
o. A.: 1945. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 17295
Zitationshilfe
„Brückenkopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brückenkopf>, abgerufen am 21.10.2019.

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