Brünne, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brünne · Nominativ Plural: Brünnen
Aussprache 
Worttrennung Brün-ne
eWDG, 1967

Bedeutung

historisch mittelalterliches Panzerhemd
Beispiele:
die Brünne anlegen
leuchtende, blanke Brünnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brünne f. ‘Brustharnisch, -panzer’, Teil der mittelalterlichen Ritterrüstung, ahd. brunna (um 800), brunnī (11. Jh.), mhd. brünne, asächs. brunnia, aengl. (mit r-Metathese) byrne, anord. brynia, got. brunjō bezeugen gemeingerm. Verbreitung (germ. *brunnjōn). Als ‘Brustschutz’ wohl aus dem Kelt. entlehnt, vgl. air. brū ‘Bauch, Leib’ und air. bruinne, mkymr. bret. bronn ‘Brust’ (verwandt mit ↗Brust, s. d.); vgl. Birkhan Germanen u. Kelten (1970) 155 ff. Die Annahme einer solchen Entlehnung wird durch die führende Rolle des keltischen Handwerks in den Jahrhunderten vor der Zeitenwende gestützt. Das mit dem Verfall des Rittertums untergegangene Wort wird von Dichtern der Romantik im 19. Jh. (Uhland, Schwab, danach R. Wagner) wiederaufgenommen.

Verwendungsbeispiel für ›Brünne‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Capitularien verlangen eine Brünne einmal nur von Besitzern von mehr als 12 Hufen 30, ein andermal in ganz unbestimmter Art. 31
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 24541
Zitationshilfe
„Brünne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Br%C3%BCnne>, abgerufen am 28.05.2020.

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