Brache, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brache · Nominativ Plural: Brachen
Aussprache 
Worttrennung Bra-che (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Brache‹ als Erstglied: Brachpieper · Brachvogel  ·  mit ›Brache‹ als Letztglied: Altbrache · Herbstbrache · Trockenbrache · Vollbrache
eWDG

Bedeutungen

1.
unbestellter Acker
Beispiele:
eine sandige Brache
der Pflug riss Furchen in die Brache
auf der Brache pflügen
das Land blieb zunächst als Brache liegen
die Brache begutachten
2.
Zeit, während der ein Acker unbestellt bleibt
Beispiele:
während der Brache erholt sich der Boden
die Brache trat ein, beginnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brache · brachliegen · brach · Brachfeld · Brachland · Brachmonat · Brachmond · Brachvogel
Brache f. ‘unbestellter Acker’, auch ‘Zeit des Unbebautseins’. Ahd. brāhha ‘Umbrechen, erstes Pflügen des Ackers’ (Hs. 12. Jh.), mhd. brāche ‘Umbrechen des Ackers’ und (wie mnd. brāke, brāk, mnl. brāke) ‘unbestellter Acker’ (während der Anbaupause bei Dreifelderwirtschaft) ist eine ablautende Bildung zu germ. *brekan, nhd. brechen (s. d.). Aus der Fügung mhd. in brāche ligen wird durch Wegfall der (gelegentlich im 17. Jh. noch bezeugten) Präposition nhd. brach(e) liegen (16. Jh.; daneben bis ins 18. Jh. Brache liegen mit auf das Substantiv hinweisender Großschreibung), das erst im 19. Jh. zum Verb brachliegen ‘unbebaut, ungenutzt sein’ zusammenwächst. Ein Adjektiv brach ‘unbebaut, ungenutzt’ entsteht frühnhd. infolge falscher Deutung des ersten Bestandteils von brach(e) liegen (s. oben); es wird prädikativ, selten auch (seit dem 17. Jh.) attributiv gebraucht. Brachfeld n. mhd. brāchvelt, und Brachland n. (18. Jh., vorher mnd. brākelant) ‘unbestellter Acker’. Brachmonat, auch Brachmond m. alter, im jüngeren Nhd. außer Gebrauch kommender Name des sechsten Monats (s. Juni), in dem das Brachfeld bearbeitetwurde, ahd. brāhmānōd (9. Jh.), mhd. brāchmānōt, brāchmāne, mnd. brākmānt, brākman(e), mnl. braecmaent. Brachvogel m. hochbeiniger Schnepfenvogel, ahd. brāhfogal (11. Jh.) für einen zu den Drosseln gehörenden Vogel, mhd. brāchvogel, der u. a. auf Brachäckern, Brachland seine Nahrung (Insekten) sucht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brache · ungenutztes Grundstück

Typische Verbindungen zu ›Brache‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brache‹.

Verwendungsbeispiele für ›Brache‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das bedrückende Bild städtebaulicher Brachen, das der Band vermittelt, ist freilich einseitig. [Die Zeit, 21.11.1997, Nr. 48]
Inzwischen ist sie abgerissen, und eine riesige Brache wartet auf neue Nutzung. [Die Zeit, 18.07.2013, Nr. 29]
Die Brache rundherum ist ein Loch im Herzen der Stadt. [Die Zeit, 19.04.2012, Nr. 17]
Bis heute blieb eine große Brache im Herzen der Stadt. [Die Zeit, 14.04.2005, Nr. 16]
Auf tonigem und bindigem Boden in geringer Kultur wirkt die Brache allerdings ertragssteigernd. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 65]
Zitationshilfe
„Brache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brache>.

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