Branntwein, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Branntwein(e)s · Nominativ Plural: Branntweine
Aussprache 
Worttrennung Brannt-wein
eWDG

Bedeutung

scharfes, stark alkoholisches Getränk, das durch Gärung und anschließende Destillation gewonnen wird
siehe auch brennen (4)
Beispiele:
ein Schluck, Gläschen, eine Flasche Branntwein
reiner Branntwein
jmdm. steigt der Branntwein in den, zu Kopf (= er wird betrunken)
verhüllendzum Branntwein greifen, dem Branntwein unterliegen (= ein Trinker werden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Branntwein · Brandy · Franzbranntwein
Branntwein m. ‘durch Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk’, hergestellt (seit dem 13. Jh.) aus Wein, dann auch aus Getreide oder Früchten, mhd. gebranter wīn, zu brennen (s. d.) im Sinne von ‘(zur Gewinnung eines konzentrierten Produkts) stark erhitzen, destillieren’. Im 16. Jh. wird die Vorsilbe des Partizips oft unterdrückt, und aus flektierten Formen entstehen Zusammenrückungen wie brandtenwīn, brentenwein, brantewein (Binnenflexion hält sich bis Ende 18. Jh.). Vgl. auch mnd. brandewīn, nl. brandewijn, woraus engl. brand(e)wine, brandy wine, das zu brandy verkürzt wird, in dt. Entlehnung Brandy m. (19. Jh.). Franzbranntwein m. im 17. Jh. allgemein ‘französischer Branntwein’, heute nur noch in der pharmazeutischen Fachsprache für ein (künstlich hergestelltes) durchblutungsförderndes Einreibemittel.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Branntwein  ●  Schabau  regional · Schnaps  Hauptform · Spirituosen  Plural · Feuerwasser  ugs. · Fusel  ugs., abwertend · Hochprozentiges  ugs. · Spirituose  fachspr. · Sprit  ugs. · Sterbehilfe  ugs., ironisch, abwertend · Zielwasser  ugs.
Oberbegriffe
  • Teufel Alkohol · alkoholhaltiges Getränk  ●  Alkoholika  Plural · alkoholisches Getränk  Hauptform · Alk  ugs., salopp · Alkohol  ugs. · Seelentröster  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›Branntwein‹ (berechnet)

Besteuerung denaturiert destilliert einheimisch gießen hergestellt trinken unverarbeitet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Branntwein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Branntwein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und an diesem Elend war nichts Schuld als der Branntwein. [Die Zeit, 08.04.1988, Nr. 15]
Von allen Branntweinen ist Whisky der mit Recht international berühmteste. [Die Zeit, 12.05.1961, Nr. 20]
Der greise Veteran hat nie in seinem Leben Branntwein getrunken und nie geraucht. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 02.03.1909]
Statt Branntwein sollen die Getränke jetzt Wein und Bier enthalten. [Bild, 04.08.2004]
Der Preis des ausländischen Branntweins wird mindestens auf den heimischen Steuerstand hochgeschleust. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 19]
Zitationshilfe
„Branntwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Branntwein>.

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