Branntwein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Branntwein(e)s · Nominativ Plural: Branntweine
Aussprache
WorttrennungBrannt-wein
Wortbildung mit ›Branntwein‹ als Erstglied: ↗Branntweinbrenner · ↗Branntweinbrennerei · ↗Branntweindestillation · ↗Branntweinessig · ↗Branntweinfäßchen · ↗Branntweingenuss · ↗Branntweinmonopol · ↗Branntweinsteuer · ↗Branntweinvergiftung
 ·  mit ›Branntwein‹ als Letztglied: ↗Doppelbranntwein · ↗Edelbranntwein · ↗Enzianbranntwein · ↗Franzbranntwein · ↗Kartoffelbranntwein · ↗Kirschbranntwein · ↗Kornbranntwein · ↗Pflaumenbranntwein · ↗Reisbranntwein · ↗Trinkbranntwein
eWDG, 1967

Bedeutung

scharfes, stark alkoholisches Getränk, das durch Gärung und anschließende Destillation gewonnen wird
siehe auch brennen (Lesart 4)
Beispiele:
ein Schluck, Gläschen, eine Flasche Branntwein
reiner Branntwein
jmdm. steigt der Branntwein in den, zu Kopf (= er wird betrunken)
verhüllend zum Branntwein greifen, dem Branntwein unterliegen (= ein Trinker werden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Branntwein · Brandy · Franzbranntwein
Branntwein m. ‘durch Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk’, hergestellt (seit dem 13. Jh.) aus Wein, dann auch aus Getreide oder Früchten, mhd. gebranter wīn, zu ↗brennen (s. d.) im Sinne von ‘(zur Gewinnung eines konzentrierten Produkts) stark erhitzen, destillieren’. Im 16. Jh. wird die Vorsilbe des Partizips oft unterdrückt, und aus flektierten Formen entstehen Zusammenrückungen wie brandtenwīn, brentenwein, brantewein (Binnenflexion hält sich bis Ende 18. Jh.). Vgl. auch mnd. brandewīn, nl. brandewijn, woraus engl. brand(e)wine, brandy wine, das zu brandy verkürzt wird, in dt. Entlehnung Brandy m. (19. Jh.). Franzbranntwein m. im 17. Jh. allgemein ‘französischer Branntwein’, heute nur noch in der pharmazeutischen Fachsprache für ein (künstlich hergestelltes) durchblutungsförderndes Einreibemittel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Branntwein · ↗Spirituose  ●  ↗Schabau  regional · ↗Schnaps  Hauptform · Spirituosen  Plural · ↗Feuerwasser  ugs. · ↗Fusel  ugs., abwertend · Hochprozentiges  ugs. · ↗Sprit  ugs. · ↗Sterbehilfe  ugs., ironisch, abwertend · ↗Zielwasser  ugs.
Oberbegriffe
  • Teufel Alkohol · alkoholhaltiges Getränk  ●  ↗Alkoholika  Plural · alkoholisches Getränk  Hauptform · ↗Alk  ugs., salopp · ↗Alkohol  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Besteuerung Bier Bundesmonopolverwaltung Essig Flasche Getränk Herstellung Kaffee Korn Likör Monopolverwaltung Reichsmonopolverwaltung Schaumwein Sekt Spiritus Steuer Tabak Wein Wodka Zigarette Zucker brennen hergestellt herstellen saufen trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Branntwein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und an diesem Elend war nichts Schuld als der Branntwein.
Die Zeit, 08.04.1988, Nr. 15
Statt Branntwein sollen die Getränke jetzt Wein und Bier enthalten.
Bild, 04.08.2004
Der Preis des ausländischen Branntweins wird mindestens auf den heimischen Steuerstand hochgeschleust.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 19
Und dann begossen wir die Mietung mit je einem großen Branntwein, wir alle drei.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3011
Später kann man auch starken Wein oder Branntwein in kleinen Mengen reichen.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 150
Zitationshilfe
„Branntwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Branntwein>, abgerufen am 26.06.2019.

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