Braue, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Braue · Nominativ Plural: Brauen
eWDG, 1967

Bedeutung

Haarbogen über dem Auge
Beispiele:
schwarze, buschige, dichte, ergraute Brauen
die Brauen hochziehen, runzeln
mit zusammengekniffenen Brauen
die Brauen ausrasieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Braue f. ‘Haarbogen über dem Auge’, ahd. brāwa (8. Jh.), mhd. brā ‘Augenlid, Wimpernreihe, Augenbraue’, asächs. brāha, brāwa ‘Braue’, im Kompositum auch ‘Lid, Wimpern’, mnd. brān (Plur.) ‘Brauen, Lider’, mnl. bra(e)uwe, nl. wenkbrauw, aengl. brǣw, anord. brā ‘Lid, Wimpern’ sind verwandt mit Verben, die ein plötzliches, starkes Aufleuchten bezeichnen (mhd. brehen, anord. brjā, braga) oder eine rasche, zuckende Bewegung (anord. bregða, aengl. bregdan, ahd. brettan, mhd. bretten), und mit Abstrakta wie anord. bragð ‘schnelle Bewegung’, got. braƕ in der Wendung in braƕa augins ‘im Augenblick’. Alle Bildungen lassen sich auf ein fast nur im Germ. belegtes ie. *bhrē̌k̑- (oder *bhrē̌k-?) ‘glänzen, funkeln’ zurückführen, wohl eine Erweiterung der Wurzel ie. *bher-, s. ↗braun. Die ursprünglichen Bedeutungen von Braue und seinen Entsprechungen scheinen ‘Lid’ und ‘Wimpern’ zu sein, eigentlich ‘das sich rasch Bewegende’. Die zusätzliche Bedeutung ‘Augenbraue’ tritt vor allem in den Sprachen auf, die kein auf ie. *bhrū- zurückgehendes altes Wort für ‘Braue’ (wie anord. brūn, aengl. brū, wozu engl. brow) haben. So herrscht im Dt. langes Schwanken der Bedeutungen ‘Lid’, ‘Wimpern’, ‘Braue’, dem man zum Teil durch die Bildung von Komposita zu entgehen sucht (vgl. ahd. obarbrāwa). Auch ahd. ougbrāwa, mhd. ougebrā, nhd. Augenbraue zeigt bis ins 16. Jh. alle drei Bedeutungen; erst danach gilt Augenbraue für den ‘Haarbogen über dem Auge’ und ist heute häufiger als das Simplex Braue.

Thesaurus

Synonymgruppe
Augenbraue · Braue
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Falte Heben Hochziehen Lid Lippe Narbe Stirn Wangenknochen Wimper buschig emporgezogen emporziehen gehoben gerunzelt geschwungen gezupft hochgeschwungen hochgewölbt hochgezogen hochziehen runzeln struppig wulstig wölben zuckend zupfen zusammengewachsen zusammengezogen zusammenschieben zusammenziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Braue‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal hebt er seine Brauen, mal feixt er, mal nickt er mit dem Kopf.
Der Tagesspiegel, 30.01.2004
Die Brauen habe ich schmaler gezupft, so wirken ihre Augen viel größer.
Bild, 20.07.2001
Ihre Augen werden auf einmal seltsam traurig unter den ausrasierten Brauen.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 205
Seine buschigen Brauen standen hochgezogen, die Augen blieben fast geschlossen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 666
Nur die dicht bewimperten Augen unter den dunklen Brauen sind blau.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 3940
Zitationshilfe
„Braue“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Braue>, abgerufen am 20.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Brauchwasser
Brauchtum
brauchen
Brauchbarkeit
brauchbar
brauen
Brauer
Brauerei
Brauereibesitzer
Brauereibetrieb