Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Braut, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Braut · Nominativ Plural: Bräute
Aussprache  [bʀaʊ̯t]
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Frau an ihrem Hochzeitstag
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die verschleierte, hochschwangere Braut
als Akkusativobjekt: die Braut schmücken, heimführen, entführen, abholen, küssen, ehelichen, heiraten
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Braut im Hochzeitskleid, am Hochzeitstag, in der Hochzeitsnacht, vor dem Traualtar, mit Schleier
als Genitivobjekt: das Kleid, der Schleier, die Schleppe der Braut
in Koordination: Braut und Bräutigam, Trauzeugen, Brautjungfern
Beispiele:
das »Ja« der BrautWDG
Religion, gehobendie Braut zum Altar führenWDG
Für die Braut ist der Hochzeitstag oft ein Wirklichkeit gewordener Traum. [Mittelbayerische, 19.02.2021]
In einem rührseligen, 31 Sekunden langen TV‑Spot präsentierte sie den Fernsehzuschauern ein Baby, welches seine kleinen Finger nach der Hand seiner Eltern streckt; ein Kind, das auf dem Schwebebalken einen Salto vollführt; und eine Braut, die erwartungsvoll vor den Traualtar tritt. [Süddeutsche Zeitung, 22.09.2020]
Am Tag, der der schönste ihres Lebens werden sollte, rennt eine Braut um ihr Leben. Was für ein Symbol für das unendliche Leid, das die Explosion über Beirut gebracht hat. [Bild, 06.08.2020]
Um die Großmutter der Braut an dem Tag dabeizuhaben, verlegte ein Paar aus Burgkirchen die Trauung spontan vom Standesamt in die Hauskapelle der Kreisklinik Altötting. [Die Welt, 25.02.2020]
Nach der Rückkehr vom Standesamt, dessen Trauung man am liebsten auf den Morgen des Hochzeitstages, ungern auf den Tag vorher legt, hält man im Elternhause der Braut ein kleines Frühstück für das junge Paar, die Trauzeugen und die Verwandten bereit. [Baudissin, Wolf von / Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.): Gutes Benehmen. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 2544]
2.
Frau, die einer Person versprochen hat, sie zu heiraten
Synonym zu Verlobte
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine umworbene, jungfräuliche, verschmähte, verlassene Braut
mit Genitivattribut: die Braut des Kronprinzen, Thronfolgers, Prinzen, Königs
als Akkusativobjekt: jmdm. die Braut ausspannen
als Genitivattribut: die Mitgift, Eltern der Braut
Beispiele:
umgangssprachlichsich nach einer Braut umsehen (= eine Braut suchen)WDG
Religion, gehobeneine Braut Christi (= Nonne)WDG
Jede Braut habe die Möglichkeit, sich für bis zu fünf Kleider zu entscheiden, die sie anprobieren möchte. [Neue Westfälische, 16.02.2021]
Gaben sich im Jahr 2013 knapp 375.000 Paare das Jawort, registrierten die deutschen Standesämter fünf Jahre später fast 450.000 Eheschließungen. Ein Grund dafür ist, dass inzwischen auch zwei Bräute oder zwei Bräutigame den Bund der Ehe eingehen dürfen. [Süddeutsche Zeitung, 09.01.2021]
[…] selbst auf dem Land sind Parkplätze ein so hohes Gut, dass man dafür gerne die spätbarocke Dorflinde mitsamt der letzten Streuobstwiese opfert. Bauerntöchter, zu deren Mitgift ein Stellplatz gehört, sind dort als Bräute hochbegehrt. [Süddeutsche Zeitung, 09.10.2020]
Seine fünfte Braut hatte er [Heinrich VIII.] schon im Auge, und deren Familie, die Howards, waren Cromwells natürliche Gegner. [Die Welt, 25.04.2020]
Wie oft hört man nicht, daß ein Verlobter oder eine Braut sagt: »Wenn wir später erst verheiratet sind, werde ich ihr oder ihm dies und jenes abgewöhnen« und immer wird dann verlangt, daß ein Befehl oder ein hartes Wort genügen soll, den anderen Teil in seinen Anschauungen zu bekehren. [Baudissin, Wolf von / Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.): Gutes Benehmen. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 2478]
salopp, häufig abwertend (mögliche) Geliebte
Beispiele:
Wer sich bei einer Partnerbörse im Internet anmeldet, ist laut Klischee jung, männlich, willig und auf der Suche nach heißen Bräuten. [Möglichkeiten und Grenzen von Singlebörsen, 13.06.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Hier wird über wilde Dinger und heiße Bräute gedichtet, doch mit solch Selbstironie und Hingabe, die mancher noch so emanzipierten Lady zumindest ein Schmunzeln entlocken können. [Münchner Merkur, 11.03.2020]
Es ist der Discobeat, mit dem ich die heißen Bräute krieg. [Allgemeine Zeitung, 18.02.2020]
Bei aller Virtuosität sind die Motive des Ballermann‑Genres vollzählig anwesend: geile Bräute, nasse Shorts, jede Menge Rülpser (hervorgestoßen von Hilmi Sözer als Böller), avancierteste Begriffsstutzigkeit und schließlich die »einäugige Hosenschlange«, die schwer zu zähmen ist. [Die Zeit, 24.06.1999]
Wenn es stimmt, daß Bond‑Filme den Stand männlichen Verfügungswahns (»Heiße Öfen«, »schnelle Schlitten«, »knackige Bräute«) besser widerspiegeln als der aufklappbare Hochglanz der Herrenmagazine, so ist es auch hiermit nicht mehr zum besten bestellt. [Der Spiegel, 10.08.1981]

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Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Braut · bräutlich · Brautlauf
Braut f. ‘Verlobte, (junge) Frau am Hochzeitsstag’, ahd. (9. Jh.), mhd. brūt ‘Frau am Hochzeitstag, junge Frau’, asächs. brūd, mnd. brūt, mnl. bruut, nl. bruid, afries. breid, aengl. brȳd, engl. bride, anord. brūðr, got. brūþs, germ. *brūdi-; außergerm. Verwandte dagegen fehlen, so daß die Etymologie trotz zahlreicher Herleitungsversuche letztlich ungeklärt bleibt; vgl. Debus in: Dt. Wortforsch. in europ. Bezügen 1 (1958) 37 ff. Bezeugungen (seit 3. Jh.) von lat. brūtes, brūta, spätgriech. brū́tis (βρούτις) auf Inschriften und in Glossaren Dalmatiens erklären sich als Entlehnungen aus dem Got. Die Bedeutung ‘Verlobte’ stammt aus dem Omd. und wird seit Luther allgemein gültig. bräutlich Adj. ahd. brūtlīh (9. Jh.), mhd. brūtlich. Brautlauf m. ‘Hochzeit’, ahd. brūt(h)louft m. f. (8. Jh.), mhd. brūtlouft m. f. n., asächs. brūdloht, -lōft, mnd. brūtlacht, mnl. brulogt, nl. bruiloft, anord. brūðhlaup, bruðlaup, brullaup, (aus dem Anord. entlehnt) aengl. brydhlōp. Das germ. Wort (nicht belegt im Got.) für den ‘(feierlichen) Hochzeitszug’ ist gebildet aus germ. *brūdi- ‘Braut’ (s. oben) und den Verbalanstrakta germ. *hlaupa- oder *hlaufti- ‘Lauf’ (s. laufen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Eva · (eine) Sie · Dame · Evastochter · Frauensperson · Vertreterin des schönen Geschlechts · Vertreterin des weiblichen Geschlechts · weibliche Person · weiblicher Mensch  ●  Frau  Hauptform · Frauenzimmer  veraltet · Person weiblichen Geschlechts  Amtsdeutsch · Weib  veraltend · Weibsbild  abwertend · weibliches Wesen  scherzhaft · ...tante  ugs., abwertend · Braut  ugs., salopp · Grazie (eingeschränkter Gebrauch)  ugs. · Kalle  derb, Gaunersprache · Lady  ugs., salopp, engl. · Mutti  ugs. · Perle  ugs., regional, salopp · Schnalle  ugs., salopp · Tante  ugs. · Trine  ugs., schimpfwort, selten · Weibsen  ugs., Plural, abwertend, scherzhaft · Weibsperson  geh., veraltend · Weibsstück  derb, abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
  • feminin · fraulich · weiblich
  • (das) schwache Geschlecht · (das) schöne Geschlecht · (die) Damen  ●  (die) Frauen  Hauptform · (die) Damenwelt  geh. · (die) Mädels  ugs., salopp · (die) Weiblichkeit  geh. · (die) holde Weiblichkeit  geh., ironisierend
  • (meine) Gnädigste (Anrede)  ●  Verehrteste  ironisch · gnä' Frau  veraltet · gnädige Frau (Anrede)  veraltet, förmlich · junge Frau (Anrede)  Hauptform · Baby (Anrede)  ugs., salopp · Frollein  ugs., salopp · Frolleinchen (familiär)  ugs., veraltend · Fräulein  ugs., veraltet · Kleine (Anrede, auch herablassend)  ugs. · Mädels (Anrede)  ugs. · Schätzchen (Anrede, leicht herablassend)  ugs. · Sie da  ugs. · Sweetie (Anrede)  ugs., salopp · gute Frau  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Braut‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Braut‹.

Zitationshilfe
„Braut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Braut>.

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