Bravour, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bravour · Nominativ Plural: Bravouren
Worttrennung Bra-vour
Ungültige Schreibung Bravur
Wortbildung  mit ›Bravour‹ als Erstglied: ↗Bravourarie · ↗Bravourleistung · ↗Bravourstück
Herkunft aus bravourefrz ‘Tapferkeit’ < bravuraital ‘Mut, Tapferkeit, meisterhafte, gewandte Ausführung’ < bravoital ‘tapfer, tüchtig, ausgezeichnet’

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. Schneid, Tapferkeit
    2. 2. ausgezeichnete, glänzende Technik
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
Schneid, Tapferkeit
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
mit Bravour/Bravur reiten, kämpfen, fechten
mit Bravour/Bravur vorgehen
die Bravour/Bravur der Soldaten, des Reiters, Bergsteigers
2.
ausgezeichnete, glänzende Technik
Beispiele:
sie sang die schwere Arie mit (viel, großer, besonderer) Bravour/Bravur
etw. mit Bravour/Bravur vortragen
die Bravouren des Tanzpaares begeisterten alle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bravour · Bravourarie · Bravourstück · bravourös
Bravour f. ‘Tapferkeit, Unerschrockenheit’, heute besonders ‘hohes technisches Können, Geschicklichkeit, Meisterschaft, glanzvolle Darbietung’. Anfang des 18. Jhs. wird frz. bravoure ‘Tapferkeit’ entlehnt, das auf ital. bravura ‘Mut, Tapferkeit, meisterhafte, gewandte Ausführung’, eine Nominalbildung zum Adjektiv ital. bravo ‘tapfer, tüchtig, ausgezeichnet’, zurückgeht (s. ↗brav, ↗bravo). Die heute im Dt. vorherrschende Bedeutung verbreitet sich offensichtlich über die Fügung ital. aria di bravura, dt. Bravourarie f. (18. Jh.), vgl. auch frz. air de bravoure. Bravourstück n. ‘Glanzstück’ (19. Jh.). bravourös Adj. ‘glanzvoll’ (20. Jh.); französierende Bildung der Militär- oder Studentensprache?

Thesaurus

Synonymgruppe
Courage · ↗Engagement · ↗Herzhaftigkeit · ↗Kühnheit · ↗Mannhaftigkeit  ●  ↗Mut  Hauptform · Bravour  geh. · Bravur  geh., alte Schreibung bis 2017 · ↗Mumm  ugs. · ↗Traute  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Bravour‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er kniete sich mit besessener spielerischer Bravour förmlich in das martialische Stück hinein.
Der Tagesspiegel, 01.07.2001
Wenn es so wäre, würde ich ihn, aller filmischen Bravour zum Trotz, für mißraten halten.
Der Spiegel, 14.10.1985
Da dieses Problem schon von anderen, teils mit Bravour, gelöst wurde, sehe auch ich meiner Bewährung zuversichtlich entgegen.
Loriot [d.i. Vicco von Bülow]: Sehr verehrte Damen und Herren ..., Zürich: Diogenes 1993, S. 42
Die Wegnahme dieser Position kostete viel Blut, indes die ausgezeichnete Bravour der Leute machte dem Kampfe bald ein Ende.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Heraus sprang Feuerschein aus dem Bett, im Hemd, mit Bravour, und hinüber zum Lattenverschlag.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4950
Zitationshilfe
„Bravour“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bravour>, abgerufen am 13.04.2021.

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