Bredouille, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bredouille · Nominativ Plural: Bredouillen
Aussprache 
Worttrennung Bre-douil-le
Herkunft aus bredouillefrz (Terminus eines Brettspiels) < bredouillermfrz frz ‘schnell und undeutlich sprechen, stottern’
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, veraltend Bedrängnis, Verlegenheit
Beispiele:
in der Bredouille sein
jmd., etw. ist in der Bredouille
aus der Bredouille nicht wieder herauskommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bredouille f. ‘Bedrängnis, Verlegenheit’. Der Terminus eines Brettspiels (Trictrac) frz. bredouille steht im 19. Jh. für eine gewinnanzeigende Markierung sowie für den daraus erwachsenen Spielvorteil. Wendungen mit bredouille bezeichnen sowohl eine gewinnbringende Spielsituation (être en bredouille ‘einen bestimmten Spielvorteil haben’, wörtlich ‘in der Bredouille sein’) als auch übertragen, mit adjektivisch oder adverbial aufzufassendem bredouille, ‘völlig gescheitert sein’ (être bredouille). Das Dt. übernimmt das Substantiv Bredouille im späten 18. Jh., auch in der Wendung in der Bredouille sein, nur im Hinblick auf den, der in einer mißlichen Lage ist, während das Frz. die eindeutig negative Bedeutung ‘Niederlage im Spiel, Mißerfolg’ beim Substantiv erst später entwickelt. Frz. bredouille ist zu mfrz. frz. bredouiller ‘schnell und undeutlich sprechen, stottern’ gebildet, das (mit unterschiedlich erklärtem d statt t) zu einer letztlich vom Namen der Bretonen abgeleiteten Wortgruppe gehört, vgl. apikard. bredeler ‘rasch murmeln’, mfrz. bretter ‘murmeln’, bretonner ‘stottern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(in der) Patsche · (in der) Tinte (sitzen) · Misslichkeit · Not · Notlage · Schwierigkeit · Schwulität (meist Plur.: in Schwulitäten) · Verlegenheit · missliche Situation · schwierige Situation · verzwickte Situation  ●  Bedrängnis  geh. · Bredouille  ugs., franz. · Klemme  ugs. · Schwulibus  ugs., selten · Verdrückung  ugs., regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bredouille‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bredouille‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bredouille‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Unternehmen, das nicht wächst, kommt irgendwann zwangsläufig in die Bredouille.
Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02
Es mag rechtlich völlig in Ordnung sein, den Finanzminister in die Bredouille zu bringen, moralisch ist es aber nicht!
Die Welt, 08.06.2004
Mit einem Aufsehen erregenden Erfolg könnte er seinem langjährigen Trainer aus der Bredouille helfen.
Der Tagesspiegel, 29.12.2003
Nach den jüngsten Protesten an der Ems gerät der bundesdeutsche Nukleartourismus nun womöglich in die Bredouille.
Der Spiegel, 19.12.1988
Das Kind der Bredouille mit dem Exekutor wurde Paulus getauft und beeilte sich, ein Saulus zu werden.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 77
Zitationshilfe
„Bredouille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bredouille>, abgerufen am 27.11.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Brechzentrum
Brechzahl
Brechwerkzeug
Brechungswinkel
Brechungsvermögen
Breeches
Breecheshose
Bregen
bregenklüterig
Bregenwurst