Breitseite, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungBreit-sei-te
WortzerlegungbreitSeite
Wortbildung formal verwandt mit: ↗breitseits
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Längsseite
Beispiel:
an der Breitseite des Tisches, Ofens, Schiffes
2.
Militär alle auf der Längsseite eines Kriegsschiffes aufgestellten Geschütze
3.
Militär das gleichzeitige und auf ein gemeinsames Ziel gerichtete Feuern aller Geschütze der Längsseite eines Kriegsschiffes
Beispiel:
eine Breitseite geben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

breit · Breite · Breitseite · breiten · verbreiten · verbreitern · breitschlagen
breit Adj. ‘seitlich ausgedehnt, geräumig’, ahd. (um 800), mhd. breit, asächs. brēd, mnd. brēt, mnl. breet, nl. breed, afries. brēd, aengl. brād, engl. broad, anord. breiðr, got. braiþs ist ohne sichere Etymologie. Trier Lehm (1951) 43 versucht, das Adjektiv germ. *braida- zu ie. *bhrei- zu stellen, der Erweiterung einer „Zaun- und Hegewurzel“ ie. *bher-. Er sieht in breit eine alte Bezeichnung für die Weite innerhalb eines umzäunten Raumes, die sich aus der Bedeutung ‘Zaun’ ableite. Breite f. ‘seitliche Ausdehnung’, ahd. breitī(n) (um 800), mhd. breite, aengl. brǣd, got. braidei. Breitseite f. ‘Längsseite eines Schiffes, das Abfeuern aller auf einer Seite befindlichen Geschütze eines Kriegsschiffes’ (16. Jh.). breiten Vb. ‘weit ausstrecken, ausdehnen’, ahd. (um 800), mhd. breiten, asächs. brēdian, aengl. brǣdan, anord. breiða, got. (us)braidjan; nhd. häufiger aus-, verbreiten. verbreiten Vb. ‘bekanntmachen’ (18. Jh.), zunächst verstärktes breiten. verbreitern Vb. ‘breiter machen’ (18. Jh.), Ableitung vom Komparativ breiter. breitschlagen Vb. ‘breit klopfen’, auch ‘Getreidekörner zerschlagen’, bildlich ‘durch Kritik vernichten, überreden’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
massive Vorwürfe (gegen)  ●  (volle) Breitseite (gegen)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Breitseite Bug Mund Schiff abbekommen abfeuern abkriegen abschießen deftig eindecken feuern ganz heftig juristisch kräftig loslassen massiv polemisch publizistisch rhetorisch scharf schießen verbal verpassen voll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Breitseite‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dann bekamen auch die Pflanzen wieder die ganze Breitseite ab.
Die Zeit, 07.12.2007, Nr. 50
Aber die Breitseiten, die er auf sich zieht, machen ihm nichts.
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2002
Die angefangenen, jetzt verhängten, großen Bilder nahmen seine ganze Breitseite ein.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10005
Auch bei den Romanen war es unter dem Buchstaben K gut sichtbar mit der Breitseite zur Front eingereiht.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 196
Der Löffel wird dabei mit der Spitze, nicht mit der Breitseite zum Mund geführt.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 94
Zitationshilfe
„Breitseite“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Breitseite>, abgerufen am 22.11.2019.

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