Bresche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bresche · Nominativ Plural: Breschen
Aussprache
WorttrennungBre-sche (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

das erste Loch, das während einer Belagerung in eine Festungsmauer gebrochen wurde
Beispiele:
eine Bresche schlagen, schießen
durch eine Bresche klettern, eindringen
Im Mauerwerk klafften tiefe Breschen [WerfelMusa Dagh440]
übertragen eine Bresche für jmdn., etw. schlagenjmdm., einer Sache förderlich sein
Beispiele:
eine Bresche für den Fortschritt, für eine neue Erfindung schlagen
der Freiheit eine Bresche!
für jmdn., etw. in die Bresche springen, treten, sich für jmdn., etw. in die Bresche werfenfür jmdn., etw. eintreten
Beispiel:
er hat sich für sie in die Bresche geworfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bresche f. ‘(durch Beschuß entstandene) Lücke in einer Befestigungsanlage’ ist seit dem Ende des 16. Jhs. im Dt. nachzuweisen und löst älteres gleichbed. Lücke, Sturmloch oder Sturmlücke ab. Das Wort wird auf frz. brèche, afrz. breche zurückgeführt, wofür FEW 15, 264 f. wegen der frühen Bezeugung (12. Jh.) anfrk. Ursprung annimmt (anfrk. *breka; zur Etymologie s. ↗brechen). Ins Dt. wird es aus dem Frz.-Ital. (ital. breccia, im 16. Jh. aus dem Frz. entlehnt) übernommen: Bresche, Prescha, Brescha (um 1600), dann auch Breche (17./18. Jh.). Um die Mitte des 18. Jhs. hat sich die heutige Form Bresche durchgesetzt. Im 17. Jh. stehen daneben Formen mit -ss- (Bresse, Pressa, Press), die auf nl. bres (im 16. Jh. ebenfalls aus dem Ital. entlehnt) zurückgehen. Alle Formen, einschließlich gleichbed. engl. breach und (ohne Tradition zum obigen) ahd. mūrbrehha (8. Jh.) für lat. aries ‘Belagerungsmaschine, Sturmbock’, gehören zu ↗brechen (s. d.). Bresche erscheint mehrfach in festen Wendungen wie eine Bresche schießen (16. Jh.), in die Bresche schlagen, springen, werfen (alle 19. Jh.). Zesen schlägt vor (1645), Bresche mit Mauerbruch zu verdeutschen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Barriere Bastion Damm Dickicht Europäer Front Mauer Mauerwerk Phalanx Reformfront Sponsor Stadtmauer Steuerzahler System Verteidigung Wall brechen breit eindringen entscheidend erweitern gebrechen geschlagen gewaltig reißen schlagen sprengen springen tief werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bresche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum haben Sie sich für ihre Erforschung in die Bresche geworfen?
Süddeutsche Zeitung, 27.02.2004
Jetzt ist die Deutsche Bank zum zweiten Male in die Bresche gesprungen.
Die Zeit, 02.10.1958, Nr. 40
Gerade diese äußerste Not trieb sie, den Sturm auf die Bresche zu wagen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 3624
Sie hatten Bresche geschossen und gestürmt, waren aber zurückgeschlagen worden.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 23092
Der Minister nahm daher mein Anerbieten, sofort in die Bresche zu springen, mit Dank an.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1915
Zitationshilfe
„Bresche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bresche>, abgerufen am 20.01.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
brenzlig
brenzlich
brenzeln
Brenze
Brennzeit
bresthaft
Bretesche
Breton
Brett
Brettchen