Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Brett, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Brett(e)s · Nominativ Plural: Bretter
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Brett‹ als Erstglied: Brettchen · Brettdicke · Brettel · Bretterbank · Bretterbaracke · Bretterbau · Bretterboden · Bretterbord · Bretterbude · Bretterbühne · Bretterdach · Bretterfußboden · Brettergerüst · Bretterhäuschen · Bretterhütte · Bretterkiste · Bretterlager · Bretterplanke · Brettersarg · Bretterscheune · Bretterschuppen · Bretterstapel · Brettersteg · Bretterstoß · Brettersäge · Brettertisch · Brettertür · Bretterverkleidung · Bretterverschalung · Bretterverschlag · Bretterwand · Bretterzaun · Brettl · Brettspiel · Brettstein · bretteben · brettig
 ·  mit ›Brett‹ als Letztglied: Ablaufbrett · Abtropfbrett · Anflugbrett · Anschlagbrett · Armaturenbrett · Backbrett · Bettbrett · Blumenbrett · Bodenbrett · Bohlenbrett · Bordbrett · Buchbrett · Bücherbrett · Bügelbrett · Damebrett · Dielenbrett · Dreimeterbrett · Eckbrett · Eichenbrett · Federbrett · Fensterbrett · Fichtenbrett · Flugbrett · Fußbodenbrett · Fußbrett · Gautschbrett · Geschirrbrett · Griffbrett · Hackbrett1 · Hackbrett2 · Hackebrett · Hobelbrett · Holzbrett · Instrumentenbrett · Kaffeebrett · Kistenbrett · Kleiderhakenbrett · Klemmbrett · Kuchenbrett · Laufbrett · Löffelbrett · Nagelbrett · Nudelbrett · Plättbrett · Querbrett · Quirlbrett · Rechenbrett · Regalbrett · Reibebrett · Reißbrett · Reutherbrett · Saitenbrett · Sargbrett · Schachbrett · Schalbrett · Schaltbrett · Schaukelbrett · Scherbrett · Schiffsbrett · Schleuderbrett · Schlüsselbrett · Schneebrett · Schneidebrett · Schutzbrett · Schwimmbrett · Servierbrett · Sitzbrett · Spielbrett · Sprungbrett · Steppbrett · Surfbrett · Tannenbrett · Tassenbrett · Teebrett · Topfbrett · Totenbrett · Tragbrett · Tranchierbrett · Trittbrett · Tropfbrett · Wandbrett · Wandzeitungsbrett · Waschbrett · Wiegebrett · Würfelbrett · Zahlbrett · Zeichenbrett · Zuschneidebrett · Zählbrett · Ärmelbrett
 ·  mit ›Brett‹ als Binnenglied: Dünnbrettbohrer  ·  mit ›Brett‹ als Grundform: brettern
eWDG

Bedeutungen

1.
langes, flaches Stück Holz, das von einem Baumstamm der Länge nach abgeschnitten worden ist
Beispiele:
Bretter schneiden, sägen, zusammenfügen, verleimen
etw. mit Brettern vernageln, verschalen
ein Brett zuschneiden, glatthobeln, zersägen
ein Stück von einem Brett abschneiden
ein Loch durch ein Brettchen bohren
das Brett hat sich verzogen, trägt nicht
ein starkes, eichenes, breites, schmales, langes, kurzes, dünnes, schwaches, morsches, einfaches, schwankendes Brett
lockere, nackte Bretter
das Schwarze Brett (= schwarzgestrichene Tafel für Anschläge, Bekanntmachungen)
eine Baracke, Bude, Laube, Hütte, ein Gerüst, Sarg aus Brettern
er fiel um wie ein Brett
eingefasste und in Felder eingeteilte Platte (aus Holz) für gewisse Spiele zu zweit
Beispiele:
Schachfiguren, Steine auf das Brett setzen
er spielte am ersten Brett bei dem Turnier
veraltet Tablett
Beispiel:
Sie trug ein großes, schneeweiß gedecktes Brett herein, auf welchem der Kaffee … dampfte [ HeyseII 2,258]
2.
Bühne
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
die Bretter, die die Welt bedeuten
das Stück ging zehnmal über die Bretter (= wurde zehnmal aufgeführt)
sich [Dativ] die Bretter erobern
trotz des kleinen Unfalls stand der Künstler abends wieder auf den Brettern
3.
Schneeschuhe
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
die Bretter abschnallen, wachsen
sich [Dativ] die Bretter wieder anschnallen
die Bretter abstellen
auf den schmalen Brettern stehen
4.
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichdie Welt ist hier mit Brettern vernagelt (= hier geht es nicht weiter) (= hier ist nichts los)
umgangssprachlicher hat bei ihr einen Stein im Brett (= ist gut angeschrieben bei ihr)
saloppdas Brett bohren, wo es am dünnsten ist (= sich eine Arbeit bequem, leicht machen)
salopper hat ein Brett vor dem Kopf (= er begreift nichts)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brett · Bretter · Brettl
Brett n. ‘länglich zugeschnittenes Holzstück’. Das nur westgerm. bezeugte Substantiv ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. bret, asächs. aengl. bred (germ. *breda-) läßt sich mit den unter Bord (s. d.) dargestellten, ablautenden und auch im Nordgerm. vertretenen Formen auf ie. *bherdh-, *bhredh-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ (s. bohren) zurückführen. Nhd. Brett begegnet in mannigfachen Wendungen: das Brett bohren, wo es am dünnsten ist (16. Jh.), die Welt ist mit Brettern verschlagen (17. Jh.) oder vernagelt (Anfang 19. Jh.), ein Brett vorm Kopf haben (18. Jh.), das schwarze Brett ‘Anschlagtafel’ (15. Jh.). Zu Brett ‘Spielbrett’ gehört einen (guten) Stein im Brett haben ‘in Gunst stehen’ (15. Jh.). – Bretter Plur. ‘Schneeschuhe’, ausgehend von obd. Brettel n. ‘Ski’ (1. Hälfte 19. Jh.). Brettl n. ‘Kleinkunstbühne’ (Ende 19. Jh.), wohl nach Bretter (die die Welt bedeuten) ‘Bühne’ (Schiller, 1802).

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Gruppe · Nachrichtengruppe  ●  Diskussionsforum  Hauptform · Newsgroup  Anglizismus · Schwarzes Brett  Anglizismus, veraltend · Brett  ugs., Jargon
Synonymgruppe
Brett · Diele · Planke · Steg
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Brett‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brett‹.

Verwendungsbeispiele für ›Brett‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber Jesu Bild erinnert an unser »Brett vor dem Kopf«. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 166]
Die Wand ist in einzelne Felder unterteilt und in jedem Feld sind die Bretter anders angeordnet. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 220]
Auf einem schiefen Brett kriecht sie nach der Richtung der steilsten Linie aufwärts. [Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630]
Jeder, der sagt, sie war egoistisch, hat für mich ein Brett vorm Kopf. [Der Spiegel, 29.03.1993]
Die Wände bestehen aus schweren Brettern, das Dach ragt mit einem geschwungenen First hoch auf. [o. A.: Lexikon der Kunst – B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 28893]
Zitationshilfe
„Brett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brett>.

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