Brezel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brezel · Nominativ Plural: Brezeln
Nebenform Bretzel · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bretzel · Nominativ Plural: Bretzeln
WorttrennungBre-zel · Bret-zel
Wortbildung mit ›Brezel‹ als Erstglied: ↗Brezelbacken · ↗Brezelfrau · ↗Brezelverkäufer
 ·  mit ›Brezel‹ als Letztglied: ↗Butterbrezel · ↗Kümmelbrezel · ↗Schaumbrezel · ↗Schokoladenbrezel · ↗Zuckerbrezel
eWDG, 1967

Bedeutung

leichtes, weißes, oft süßes Gebäck, bei dem die beiden Enden einer dünnen Teigrolle so miteinander verschlungen sind, dass das Ganze an eine Acht erinnert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brezel f. ‘wie zwei ineinander verschlungene Arme geformtes Gebäck’. Ausgangswort ist lat. bracchium ‘Arm’ (s. ↗brachial). Ableitungen unterschiedlicher Art haben im Lat., Roman. und Dt. eine Reihe von Gebäcknamen ergeben. Die zu lat. bracchiātus (adjektivisch belegt in der Bedeutung ‘verzweigt, in die Breite gezogen’ von Baumformen, Rebstöcken) bzw. mlat. braciatus ‘klösterliches Festtagsgebäck’ gebildeten Deminutiva *brachiatellus, -um bzw. *braciatellus, -um führen zu spätlat. bracidellī (Plur.) ‘Gebäck, Backwaren’, aprov. brasadel ‘Eiergebäck, schlingenförmiges Backwerk’, obital. bracciatello, -a ‘Brezel, Kringel, ringförmiges Backwerk’, ahd. brezzitel(la) (Hs. 12. Jh.). Daneben stehen kürzere Formen wie mlat. bracellus ‘Art Kuchen, Malzkuchen’ und aus einer ähnlichen Form entlehntes, zu nhd. Brezel führendes ahd. brezzila (10./11. Jh.), mhd. prēzel, brēzel, prēzile, daneben mhd. prēze, in obd. Mundarten noch bis in neuere Zeit Pretze, Bre(t)ze(n). Das am frühesten bezeugte ahd. brezzita (9. Jh.) dagegen, noch mundartlich (schwäb.) Bretzet, setzt ein mlat. *bracitum voraus. Die ahd. Feminina beruhen wohl auf neutralen lat. Pluralformen; in den Glossen interpretieren sie unterschiedliche Ausdrücke für brot- oder kuchenartiges, süßes, flaches, ‘gewundenes’ (spätlat. torta, s. ↗Torte) Feingebäck.

Thesaurus

Synonymgruppe
Breze · Brezel · Brezn · ↗Kringel  ●  Bretzel  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Bier Bratwurst Brot Brötchen Butter Getränk Kaffee Kuchen Leberkäse Sauerkraut Sekt Senf Verzehr Wein Weißbier Weißwurst Wodka Wurst Würstchen backen essen frisch gebacken golden knusprig riechen schlingen schwäbisch verschlucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brezel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Brezel ist lang, sehr, sehr lang und alle finden ihn schön.
Die Zeit, 22.04.1999, Nr. 17
Bush aß eine Brezel, verschluckte sich offenbar, er wurde ohnmächtig.
Der Tagesspiegel, 14.01.2002
Vater und Sohn verbrachten bei Brezeln, Bier und Rettich einen friedlichen Abend.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 410
Er steckte die Pfeife in die Rocktasche, biß in die Brezel und nickte.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 147
Nachdem er den Rest der Brezel und die Wurst verzehrt hatte, machte er einen neuen Versuch.
Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre..., München: Goldmann 1984 [1964], S. 22
Zitationshilfe
„Brezel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brezel>, abgerufen am 26.06.2019.

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