Brille, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brille · Nominativ Plural: Brillen
Aussprache 
Worttrennung Bril-le
Wortbildung  mit ›Brille‹ als Erstglied: ↗Brillenbügel · ↗Brillendesign · ↗Brilleneinfassung · ↗Brillenetui · ↗Brillenfutteral · ↗Brillengestell · ↗Brillenglas · ↗Brillenkaiman · ↗Brillenmensch · ↗Brillenputztuch · ↗Brillenrand · ↗Brillenschlange · ↗Brillenträger · ↗brillenlos
 ·  mit ›Brille‹ als Letztglied: ↗3-D-Brille · ↗Abortbrille · ↗Abtrittsbrille · ↗Autobrille · ↗Blindenbrille · ↗Datenbrille · ↗Fernbrille · ↗Goldbrille · ↗Hornbrille · ↗Klosettbrille · ↗Lesebrille · ↗Nahbrille · ↗Nickelbrille · ↗Reisebrille · ↗Sauerstoffbrille · ↗Schibrille · ↗Schneebrille · ↗Schutzbrille · ↗Schweißbrille · ↗Sitzbrille · ↗Skibrille · ↗Sonnenbrille · ↗Stahlbrille · ↗Staubbrille · ↗Taucherbrille
 ·  formal verwandt mit: ↗bebrillt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zwei gleichgeformte, durch ein Gestell verbundene, geschliffene oder gefärbte Gläser, die vor den Augen getragen werden, um ihre Sehkraft zu verbessern oder um sie zu schützen
Beispiele:
eine randlose, goldene (= goldgefasste), medizinische, dicke, gelbe, blaue, dunkle Brille
der Arzt hat mir eine Brille verschrieben, angepasst
ich muss eine stärkere, schärfere Brille haben
eine Brille für die Nähe, Ferne
eine Brille brauchen, tragen
sie hat eine Brille auf der Nase
seine Brille aufsetzen, absetzen, abnehmen, putzen, auf die Stirn schieben, zurechtrücken
jmdn. über die Brille, scharf durch die Brille ansehen
er sucht seine Brille, hat seine Brille vergessen, verlegt
umgangssprachlichohne Brille ist er verloren (= kann er nichts erkennen)
sie konnte noch im Alter ohne Brille lesen
bildlich
Beispiele:
etw. durch eine rosarote, schwarze Brille betrachten (= etw. zu günstig, zu ungünstig beurteilen)
er betrachtet die Dinge durch seine eigene Brille (= betrachtet die Dinge subjektiv)
etw. durch eine gefärbte Brille ansehen (= etw. nicht objektiv ansehen)
sie sieht die Vorgänge durch seine, mit seiner Brille (= mit seinen Augen)
2.
übertragen Dinge, die einer Brille äußerlich ähnlich sind
a)
heller Ring um die Augen von Säugetieren
b)
umgangssprachlich Sitz auf der Toilette; Abortbrille
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brille · Beryll
Brille f. ‘Sehhilfe mit optischen Linsen, Augenschutz’. Spätmhd. berille, bril(le), mnd. berille, nl. bril (alle m.) gehen zurück auf den Namen des optisch vergrößernden, glashellen Halbedelsteins Beryll m. mhd. berille, barille m., afrz. beril m. f., frz. béryl m., lat. bēryllos, bēryllus m. f., griech. bḗryllos (βήρυλλος) f. Aus diesem Halbedelstein werden um 1300 in Oberitalien die ersten Augengläser hergestellt. Nhd. Brille (15. Jh.) ist ursprünglich Plural zu Brille m., so noch gelegentlich im 18. Jh. Der nhd. Plural Brillen ist Neubildung zu singularisiertem Brille f. Der Stein und sein Name kommen aus Indien; griech. bḗryllos ist eine Rückbildung aus griech. bērýllion (βηρύλλιον), einem Wort drawid. Ursprungs, wohl von der südindischen Stadt Vēḷūr, modern Bēlūr, abgeleitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Augengläser · Sehbehelf · ↗Sehhilfe  ●  Brille  Hauptform · ↗Nasenfahrrad  ugs. · Spekuliereisen  ugs., bair., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Brille‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brille‹.

Verwendungsbeispiele für ›Brille‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daraufhin kläre ich ihn auf, über die falschen Haare, die fehlende Brille, den fehlenden Bart, alles.
Die Zeit, 28.05.2007, Nr. 22
Allerdings lässt sich über diese Kosten, etwa beim Kauf einer teuren Brille, auch gut verhandeln.
Der Tagesspiegel, 16.07.2004
Wer daran leidet, schaffe sich - auch wenn seine Augen "für den Hausgebrauch" ausreichen - wenigstens zum Fahren eine Brille an.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 23
Aber so wie dieser Mann mit der leeren Brille ist das ganze Volk.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 108
Durch die große stahlgefaßte Brille blickte er eifrig lesend ins Blatt.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9452
Zitationshilfe
„Brille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brille>, abgerufen am 10.08.2020.

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