Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Brille, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brille · Nominativ Plural: Brillen
Aussprache 
Worttrennung Bril-le
eWDG

Bedeutungen

1.
zwei gleichgeformte, durch ein Gestell verbundene, geschliffene oder gefärbte Gläser, die vor den Augen getragen werden, um ihre Sehkraft zu verbessern oder um sie zu schützen
Beispiele:
eine randlose, goldene (= goldgefasste), medizinische, dicke, gelbe, blaue, dunkle Brille
der Arzt hat mir eine Brille verschrieben, angepasst
ich muss eine stärkere, schärfere Brille haben
eine Brille für die Nähe, Ferne
eine Brille brauchen, tragen
sie hat eine Brille auf der Nase
seine Brille aufsetzen, absetzen, abnehmen, putzen, auf die Stirn schieben, zurechtrücken
jmdn. über die Brille, scharf durch die Brille ansehen
er sucht seine Brille, hat seine Brille vergessen, verlegt
umgangssprachlichohne Brille ist er verloren (= kann er nichts erkennen)
sie konnte noch im Alter ohne Brille lesen
bildlich
Beispiele:
etw. durch eine rosarote, schwarze Brille betrachten (= etw. zu günstig, zu ungünstig beurteilen)
er betrachtet die Dinge durch seine eigene Brille (= betrachtet die Dinge subjektiv)
etw. durch eine gefärbte Brille ansehen (= etw. nicht objektiv ansehen)
sie sieht die Vorgänge durch seine, mit seiner Brille (= mit seinen Augen)
2.
übertragen Dinge, die einer Brille äußerlich ähnlich sind
a)
heller Ring um die Augen von Säugetieren
b)
umgangssprachlich Sitz auf der Toilette; Abortbrille
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brille · Beryll
Brille f. ‘Sehhilfe mit optischen Linsen, Augenschutz’. Spätmhd. berille, bril(le), mnd. berille, nl. bril (alle m.) gehen zurück auf den Namen des optisch vergrößernden, glashellen Halbedelsteins Beryll m. mhd. berille, barille m., afrz. beril m. f., frz. béryl m., lat. bēryllos, bēryllus m. f., griech. bḗryllos (βήρυλλος) f. Aus diesem Halbedelstein werden um 1300 in Oberitalien die ersten Augengläser hergestellt. Nhd. Brille (15. Jh.) ist ursprünglich Plural zu Brille m., so noch gelegentlich im 18. Jh. Der nhd. Plural Brillen ist Neubildung zu singularisiertem Brille f. Der Stein und sein Name kommen aus Indien; griech. bḗryllos ist eine Rückbildung aus griech. bērýllion (βηρύλλιον), einem Wort drawid. Ursprungs, wohl von der südindischen Stadt Vēḷūr, modern Bēlūr, abgeleitet.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Augengläser · Sehbehelf · Sehhilfe  ●  Brille  Hauptform · Nasenfahrrad  ugs. · Spekuliereisen  ugs., bayr., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Brille‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brille‹.

Verwendungsbeispiele für ›Brille‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer daran leidet, schaffe sich – auch wenn seine Augen "für den Hausgebrauch" ausreichen – wenigstens zum Fahren eine Brille an. [Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 23]
Ich nehme an, die Frau will dem Mann eigentlich sagen, daß er selber häßlich geworden ist, nicht die Brille. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 132]
Doch schadet es nur, immerzu durch die dunkelste Brille zu lugen. [Die Zeit, 27.04.2000, Nr. 18]
Mein Vater weigert sich bis heute, mit Brille Auto zu fahren. [Die Zeit, 16.03.2000, Nr. 12]
Ohne seinen Bart erkannte ich ihn nur an seinen von der Brille grotesk vergrößerten Augen. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 1002]
Zitationshilfe
„Brille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brille>.

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