Brocken, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Brockens · Nominativ Plural: Brocken
Aussprache
WorttrennungBro-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Brocken‹ als Erstglied: ↗Bröckchen · ↗brockenweise
 ·  mit ›Brocken‹ als Letztglied: ↗Bildungsbrocken · ↗Brotbrocken · ↗Eisenbrocken · ↗Erzbrocken · ↗Felsbrocken · ↗Fleischbrocken · ↗Gesprächsbrocken · ↗Gesteinsbrocken · ↗Kohlenbrocken · ↗Kuchenbrocken · ↗Käsebrocken · ↗Sandsteinbrocken · ↗Semmelbrocken · ↗Sprachbrocken · ↗Steinbrocken
eWDG, 1967

Bedeutung

abgebrochenes Stück
Beispiele:
ein dicker, harter, schwerer Brocken (Erde, Fels, Kohle)
ein fetter Brocken (Fleisch)
ein kleiner, großer Brocken (Brot)
sie gab dem Kinde die besten Bröckchen
von schmalen Brocken (= geringer Kost) leben
Sie trank heiße Milch ... und aß langsam, sich Brocken herausreißend, ein trockenes Brötchen dazu [BöllWort50]
Hänsel aber warf nach und nach alle Bröcklein [des Brotes] auf den Weg [GrimmHänsel und Gretel1,57]
Die [Truppen] sollen wir gleich an uns locken / Mit gutem Schluck und guten Brocken (= Verpflegung) [SchillerWallenst. Lager2]
übertragen
Beispiele:
das war ein (dicker) Brocken für mich (= war schwer) umgangssprachlich
er ist ein (dicker) Brocken (= massiger Mensch) salopp
mit dicken, schweren Brocken (= schwerer Munition) schießen Soldatensprache
an einem harten Brocken (= einer schwierigen Aufgabe) zu kauen haben umgangssprachlich
jmdm. einen fetten Brocken (= ein gutes Geschäft) wegschnappen umgangssprachlich
er nimmt sich immer die besten Brocken (= das Beste) umgangssprachlich
ein paar Brocken (= unzusammenhängende Worte, Sätze) des Gespräches auffangen umgangssprachlich
ein paar Brocken (= wenige Worte) einer fremden Sprache, einige russische Brocken können umgangssprachlich
er wirft mit gelehrten, lateinischen Brocken um sich (= tut gelehrt) salopp, abwertend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brocken · brocken · bröckeln · bröck(e)lig · einbrocken
Brocken m. ‘abgebrochenes Stück’, ahd. brocko (9. Jh.), mhd. brocke, mnd. brok, mnl. broc sind Bildungen zur Schwundstufe von germ. *brekan, nhd. ↗brechen (s. d.). brocken Vb. ‘in Brocken zerteilen’, ahd. gibrockōn (9. Jh.), mhd. brocken; als Iterativbildung dazu bröckeln Vb. ‘in kleine Brocken zerfallen oder zerteilen’ (16. Jh.). bröck(e)lig Adj. (19. Jh.; 1. Hälfte 18. Jh. brökligt). einbrocken Vb. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Haufen · ↗Klumpen · ↗Portion · ↗Stück  ●  ↗Batzen  ugs. · ↗Klumpatsch  ugs.
Synonymgruppe
Feldstein · ↗Felsblock · ↗Felsbrocken · Geröllblock
Synonymgruppe
dickes Stück
Synonymgruppe
Dicke · Dicker  ●  dicker Mensch  Hauptform · ↗Brecher  ugs. · ↗Brummer  ugs. · ↗Dampfwalze  ugs. · ↗Dickerchen  ugs. · Dickmadam  ugs. · ↗Dickwanst  derb · ↗Elefantenküken  ugs. · ↗Fass  derb · ↗Fettbauch  derb · ↗Fettkloß  derb · ↗Fettmops  ugs. · ↗Fettsack  derb · ↗Fettwanst  derb · ↗Fleischberg  derb · ↗Koloss  ugs. · ↗Kugel  ugs. · ↗Moppel  ugs. · ↗Mops  ugs. · Person von Gewicht  ugs., ironisch · ↗Prachtexemplar  ugs., ironisch · ↗Pummelchen  ugs. · Quetschwurst  derb · ↗Rollmops  ugs. · ↗Schwergewicht  ugs., ironisch · ↗Tonne  derb · fette Sau  derb · fettes Schwein  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Trumm (von) · ↗Kaventsmann · Monster... · ↗Monstrum · Riesen... · großes Ding  ●  dicker Brummer  fig. · ↗(ein) Ungetüm (von)  ugs. · ↗Apparillo  ugs., rheinisch · Mordsteil  ugs. · Oschi  ugs. · ↗Riesending  ugs. · ↗Riesenteil  ugs. · dickes Ding  ugs. · fettes Teil  ugs., jugendsprachlich · Ömmel  ugs. · Ömmes  ugs. · Öschi  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

All Brocken Einschlag Gestein Harz Kometen Wetterwarte dicken faustgroßen fetten gewaltiger harter herausbricht hingeworfenen hinschmeißen hinwarf kapitalen kilometergroßen kosmischen schlucken schwerer schwerverdaulichen sperrigen tonnenschwere unverdaulichen unverdaute verdauen verdaulicher zentnerschwere ziemlicher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brocken‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frankreich ist leicht favorisiert, das Team ist ein harter Brocken.
Der Tagesspiegel, 25.01.2004
Danach hat er noch einen eingestellt, doch der warf nach 14 Tagen die Brocken hin.
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2002
Vorläufig kommen mir noch herrliche Brocken aus der Nase, ich bin noch nicht in Ordnung.
Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 22.10.1932. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932], S. 16208
Er frühstückte hastig, unachtsam, große Brocken in den Mund schiebend, heftig kauend.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 47
Ob ich diese Schrift lesen könnte, fragte der Agent in seinen englischen Brocken.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 105
Zitationshilfe
„Brocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brocken>, abgerufen am 22.10.2017.

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