Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Brocken, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Brockens · Nominativ Plural: Brocken
Aussprache  [ˈbʀɔkn̩]
Worttrennung Bro-cken
Wortbildung  mit ›Brocken‹ als Erstglied: Brockenhaus · Bröckchen · brockenweise
 ·  mit ›Brocken‹ als Letztglied: Bildungsbrocken · Brotbrocken · Eisenbrocken · Erzbrocken · Felsbrocken · Fleischbrocken · Gesprächsbrocken · Gesteinsbrocken · Kohlenbrocken · Kotzbrocken · Kuchenbrocken · Käsebrocken · Sandsteinbrocken · Semmelbrocken · Sprachbrocken · Steinbrocken
Mehrwortausdrücke  harter Brocken · schwerer Brocken
eWDG

Bedeutung

abgebrochenes Stück
Beispiele:
ein dicker, harter, schwerer Brocken (Erde, Fels, Kohle)
ein fetter Brocken (Fleisch)
ein kleiner, großer Brocken (Brot)
sie gab dem Kinde die besten Bröckchen
von schmalen Brocken (= geringer Kost) leben
Sie trank heiße Milch … und aß langsam, sich Brocken herausreißend, ein trockenes Brötchen dazu [ BöllWort50]
Hänsel aber warf nach und nach alle Bröcklein [des Brotes] auf den Weg [ GrimmHänsel und Gretel1,57]
Die [Truppen] sollen wir gleich an uns locken / Mit gutem Schluck und guten Brocken (= Verpflegung) [ SchillerWallenst. Lager2]
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichdas war ein (dicker) Brocken für mich (= war schwer)
salopper ist ein (dicker) Brocken (= massiger Mensch)
Soldatensprachemit dicken, schweren Brocken (= schwerer Munition) schießen
umgangssprachlichan einem harten Brocken (= einer schwierigen Aufgabe) zu kauen haben
umgangssprachlichjmdm. einen fetten Brocken (= ein gutes Geschäft) wegschnappen
umgangssprachlicher nimmt sich immer die besten Brocken (= das Beste)
umgangssprachlichein paar Brocken (= unzusammenhängende Worte, Sätze) des Gespräches auffangen
umgangssprachlichein paar Brocken (= wenige Worte) einer fremden Sprache, einige russische Brocken können
salopp, abwertender wirft mit gelehrten, lateinischen Brocken um sich (= tut gelehrt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brocken · brocken · bröckeln · bröck(e)lig · einbrocken
Brocken m. ‘abgebrochenes Stück’, ahd. brocko (9. Jh.), mhd. brocke, mnd. brok, mnl. broc sind Bildungen zur Schwundstufe von germ. *brekan, nhd. brechen (s. d.). brocken Vb. ‘in Brocken zerteilen’, ahd. gibrockōn (9. Jh.), mhd. brocken; als Iterativbildung dazu bröckeln Vb. ‘in kleine Brocken zerfallen oder zerteilen’ (16. Jh.). bröck(e)lig Adj. (19. Jh.; 1. Hälfte 18. Jh. brökligt). einbrocken Vb. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Brocken · dickes Stück
Synonymgruppe
Dicke · Dicker  ●  dicker Mensch  Hauptform · Brecher  ugs. · Brocken  ugs. · Brummer  ugs. · Dampfwalze  ugs. · Dickerchen  ugs. · Dickmadam  ugs. · Dickwanst  derb · Elefantenküken  ugs. · Fass  derb · Fettbauch  derb · Fettkloß  derb · Fettmops  ugs. · Fettsack  derb · Fettwanst  derb · Fleischberg  derb · Koloss  ugs. · Kugel  ugs. · Moppel  ugs. · Mops  ugs. · Person von Gewicht  ugs., ironisch · Prachtexemplar  ugs., ironisch · Pummelchen  ugs. · Quetschwurst  derb · Rollmops  ugs. · Schwergewicht  ugs., ironisch · Tonne  derb · fette Sau  derb · fettes Schwein  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Trumm (von) · Monster... · Monstrum · Riesen... · großes Ding  ●  dicker Brummer  fig. · (ein) Ungetüm (von)  ugs. · Apparillo  ugs., rheinisch · Brocken  ugs. · Kaventsmann  ugs. · Mordsteil  ugs. · Oschi  ugs. · Riesending  ugs. · Riesenteil  ugs. · dickes Ding  ugs. · fettes Teil  ugs., jugendsprachlich · so ein Ding! (mit Geste)  ugs., emotional · so'n Ding!  ugs. · Ömmel  ugs. · Ömmes  ugs. · Öschi  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Brocken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brocken‹.

Verwendungsbeispiele für ›Brocken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er frühstückte hastig, unachtsam, große Brocken in den Mund schiebend, heftig kauend. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 47]
Vorläufig kommen mir noch herrliche Brocken aus der Nase, ich bin noch nicht in Ordnung. [Tucholsky, Kurt: An Mary Gerold-Tucholsky, 22.10.1932. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932], S. 16208]
Ob ich diese Schrift lesen könnte, fragte der Agent in seinen englischen Brocken. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 105]
Wo immer er eine Chance sah, schlug er zu; er scheute keine Kosten, wenn es galt, anderen die saftigsten Brocken wegzuschnappen. [Die Zeit, 10.01.1997, Nr. 3]
Immer wartet schon der nächste Brocken, immer ist da ein nächster Fehler, der zu vermeiden ist. [Die Zeit, 16.12.2013, Nr. 51]
Zitationshilfe
„Brocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brocken>.

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