Brodem, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Brodems · Nominativ Plural: Brodem · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungBro-dem
Wortbildung mit ›Brodem‹ als Letztglied: ↗Höllenbrodem · ↗Küchenbrodem · ↗Speisebrodem · ↗Wirtshausbrodem
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
mit dem Geruchssinn wahrzunehmender Dunst
Beispiele:
abwertendein übler, dicker, heißer, giftiger, ekler, widerlicher Brodem
man wittert die Soldatenatmosphäre ... den Brodem von Leder, Schweiß und Heu, Essensgeruch, Tabak und Menschenausdünstung [TucholskyGanz anders247]
Hauch
Beispiele:
ein frischer, warmer, köstlicher, duftender Brodem wehte vom Garten in das Zimmer
ein erquickender Brodem stieg aus der umgepflügten Erde auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brodem m. ‘Dampf, Dunst’, ahd. brādam (11. Jh.), mhd. brādem, bradem, mnd. brādem, verwandt mit aengl. brǣþ, engl. breath ‘Atem, Hauch’, anord. brāðr ‘schnell, hurtig’ (eigentlich ‘heiß, dampfend’) gehören zur Wurzel von ↗braten (s. d.). Die vom Engl. abweichenden zweisilbigen dt. Formen werden auf Einfluß von Atem zurückgeführt; der Wandel von mhd. ā zu nhd. ō ist (wie bei ↗Atem, ↗Odem, s. d.) mundartlich bedingt.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Längst waren die wenigen Sterne in einem weißgrauen Brodem erloschen.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 618
Der tiefe Abend drang als grauer Brodem durch die geöffneten Fenster.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 908
Der Brodem, der aus dem Himmelszuber fiel, blieb hängen im Geäst der Bäume.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 43
Die Kunstgedanken, die sich sonst vor solchen Bildern sofort einstellen müssen, kamen in diesem Brodem aus Geld und gesellschaftlichem Getue nicht recht auf.
Die Zeit, 23.10.1958, Nr. 43
Puh - macht man, und atmet beseligt die vertraute Luft ein, den nicht sehr gesunden Brodem aus Staub, Leim und Holzgeruch.
Tucholsky, Kurt: Bühnenluft. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913]
Zitationshilfe
„Brodem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brodem>, abgerufen am 21.11.2019.

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