Bruder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bruders · Nominativ Plural: Brüder
Aussprache
WorttrennungBru-der
Wortbildung mit ›Bruder‹ als Erstglied: ↗Bruderbund · ↗Bruderhand · ↗Bruderhass · ↗Bruderherz · ↗Bruderkampf · ↗Bruderkrieg · ↗Bruderkuss · ↗Bruderland · ↗Bruderliebe · ↗Brudermord · ↗Brudermörder · ↗Bruderpaar · ↗Bruderpartei · ↗Bruderpflicht · ↗Bruderstamm · ↗Brudervolk · ↗Bruderzwist · ↗Brüderchen · ↗Brüdergemeinde · ↗Brüdergemeine · ↗Brüderlein · ↗Brüderpaar · ↗Brüderunität · ↗brüderlich
 ·  mit ›Bruder‹ als Letztglied: ↗Adoptivbruder · ↗Amtsbruder · ↗Bacchusbruder · ↗Betbruder · ↗Bettelbruder · ↗Bierbruder · ↗Blutsbruder · ↗Bundesbruder · ↗Duzbruder · ↗Gebr. · ↗Gebrüder · ↗Glaubensbruder · ↗Halbbruder · ↗Herzbruder · ↗Herzensbruder · ↗Kegelbruder · ↗Klassenbruder · ↗Klaubruder · ↗Klosterbruder · ↗Kneipbruder · ↗Laienbruder · ↗Leidensbruder · ↗Logenbruder · ↗Menschenbruder · ↗Milchbruder · ↗Mitbruder · ↗Mutterbruder · ↗Namensbruder · ↗Ordensbruder · ↗Pennbruder · ↗Pflegebruder · ↗Radaubruder · ↗Sangesbruder · ↗Saufbruder · ↗Schnapsbruder · ↗Skatbruder · ↗Stammesbruder · ↗Stiefbruder · ↗Tippelbruder · ↗Trinkbruder · ↗Vaterbruder · ↗Vatersbruder · ↗Verbindungsbruder · ↗Vereinsbruder · ↗Vitalienbruder · ↗Waffenbruder · ↗Zechbruder · ↗Zunftbruder · ↗Zwillingsbruder
 ·  mit ›Bruder‹ als Grundform: ↗verbrüdern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
oft mit Poss.pron.
Verwandtschaftsbezeichnung   jede männliche Person einer Geschwisterreihe in ihrer Beziehung zu jedem anderen Kind derselben Geschwisterreihe
Beispiele:
mein, dein, ihr Bruder
ich habe keinen, nur einen Bruder
sie hat außer einer Schwester noch zwei Brüder
meine beiden Brüder werden auch da sein
gehoben wie geht es Ihrem Herrn Bruder?
sie hat ein Brüderchen bekommen
mein großer, kleiner, älterer, jüngerer, leiblicher Bruder
zwei ungleiche Brüder
er war mir immer ein guter Bruder
er ist zu mir, handelt an mir wie ein Bruder
bildlich
Beispiele:
dein schwarzer, gelber Bruder (= Mitmensch)
dichterisch der Schlaf ist ein Bruder des Todes
2.
übertragen
a)
enger Freund, Gesinnungsgenosse
Beispiele:
den bedrängten Brüdern zu Hilfe eilen
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit [Arbeiterlied]
Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern [SchillerTellII 2]
b)
scherzhaft unter Brüdernoffen, ehrlich gesprochen
Beispiel:
der Pelz ist unter Brüdern 1 000 Euro, das Dreifache wert
c)
Religion Mönch
Beispiele:
ein geistlicher, frommer, ehrwürdiger Bruder
ein Barmherziger Bruder (= Angehöriger eines Ordens, der sich besonders der Krankenpflege widmet)
die Brüder eilten in die Kapelle
Nach einem Stündchen kam ein dienender Bruder herein [HesseNarziß5,33]
d)
scherzhaft bezeichnet allgemein einen Mann
Beispiele:
ein lustiger, lockerer Bruder
Bruder Lustig, Leichtfuß, Liederlich, Saufaus, Hitzig
so ein Bruder!
veraltet Bruder Studio (= Student)
veraltet Bruder Straubinger (= wandernder Handwerksbursche)
veraltet, dichterisch Bruder in Apoll (= Dichterkollege)
e)
salopp, abwertend Bursche, Kerl
Beispiele:
den Bruder kennen wir, werden wir schon kriegen, wollen wir festnehmen
von euch Brüdern lasse ich mir das noch lange nicht gefallen
ein gefährlicher, falscher, übler, windiger Bruder
verhüllend, abwertend ein warmer Bruder (= Homosexueller)
ihr verfluchten Brüder draußen habt gefaulenzt [RemarqueZeit zu leben83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bruder · brüderlich · Brüderlichkeit · Brüderschaft · Bruderschaft · Gebrüder · verbrüdern · Verbrüderung
Bruder m. ‘männliches Geschwister’, ahd. (8. Jh.), mhd. bruoder. Allgemeine Verbreitung des Substantivs im Germ. (asächs. brōðar, mnd. brōder, aengl. brōþor, engl. brother, mnl. nl. broeder, afries. brother, anord. brōðir, schwed. dän. broder, got. brōþar, germ. *brōþēr-) und das Vorhandensein außergerm. Entsprechungen wie aind. bhrā́tā (Stamm bhrā́tar-) ‘Bruder’, griech. phrā́tēr (φράτηρ), phrā́tōr (φράτωρ) ‘Mitglied eines Geschlechterverbands’, lat. frāter ‘Bruder’, aslaw. bratrъ, bratъ, russ. brat (брат) ‘Bruder’ zeugen für ein (auch bei anderen Verwandtschaftsbezeichnungen, z. B. bei ↗Mutter, ↗Schwester, ↗Sohn, ↗Tochter, ↗Vater, s. d., nachzuweisendes) hohes Alter. Als gemeinsame Ausgangsform ergibt sich ie. *bhrāter-, älter vielleicht *bhrātor-, ‘Bruder, Blutsverwandter’, wofür Trier Holz (1952) 88 f. Anschluß an eine Wurzel ie. *bher- ‘flechten, weben’ vorschlägt. Verwendung als Anrede zwischen Mönchen (nach lat. frāter) und Übertragung im Sinne von ‘Vertrauter, Freund’ sind bereits ahd. geläufig. brüderlich Adj. ‘nach Art eines guten Bruders’, ahd. bruoderlīh (9. Jh.), mhd. bruoderlich, brüederlich; dazu Brüderlichkeit f. ‘brüderliche Gesinnung’, frühnhd. bruder-, brüderlicheit, bruderlichkeit nur im 15. Jh. belegt; im jüngeren Nhd. von den 70er Jahren des 18. Jhs. an (Lavater, Campe) für frz. fraternité, engl. fraternity in Gebrauch kommend. Brüderschaft f. ‘brüderliches Verhältnis, enge Freundschaft’, Bruderschaft f. ‘christliche Vereinigung’; die semantische Differenzierung zwischen umgelauteter und nicht umgelauteter Form ist jedoch erst in neuerer Zeit erkennbar und gilt auch in der Gegenwart nicht streng (noch im 20. Jh. z. B. Bruderschaft, Brüderschaft trinken); zunächst ahd. bruoderscaf(t) ‘christliche Brüderlichkeit, brüderliche Liebe’ (9. Jh.), mhd. bruoderschaft, brüederschaft ‘geistliche Vereinigung, brüderliches Verhältnis’, spätmhd. und frühnhd. (wie mnd. brȫderschop, brōderschop) auch als Bezeichnung für nach geistlichem Muster gebildete Gesellenverbände und Handwerkervereinigungen, nhd. dann häufig überhaupt ‘Bund, Gemeinschaft Zusammenschluß’. Gebrüder Plur. ‘Gemeinschaft mehrerer, meist zweier Brüder’ (seit dem 19. Jh. besonders im Geschäftsverkehr), Kollektivbildung zu Bruder wie ↗Geschwister (s. d.) zu Schwester; ahd. gibruoder m. (9. Jh.) ‘Bruder in der christlichen Gemeinschaft’ (als Nebenform zu bruoder), mhd. gebruoder, gebrüeder Plur. ‘Brüder’. verbrüdern Vb. reflexiv ‘mit jmdm. Brüderschaft, ein enges Bündnis schließen’ (17. Jh.); voraus geht gleichbed. mhd. sich gebruodern (hingegen mhd. sich verbruodern ‘sich unter Brüder verteilen’, vom Erbe); dazu Verbrüderung f. ‘das Schaffen eines brüderlichen Verhältnisses, Vereinigung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Bruder · ↗Klosterbruder · ↗Mönch · ↗Ordensbruder
Synonymgruppe
Bruder  ●  ↗Alter  ugs. · ↗Atze  ugs. · ↗Bruderherz  ugs.
Oberbegriffe
  • Angehöriger · Anverwandter · Familienangehöriger · ↗Familienmitglied · Verwandter  ●  ↗Gevatter  veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Bruder
Synonymgruppe
Mann Gottes (Anrede)  veraltet · (großer) Meister (Anrede)  ugs., ironisch · ↗Alter (Anrede unter Jüngeren)  ugs., Jargon · Bruder (Anrede)  ugs., Jargon · ↗Bürschchen (Anrede, drohend)  ugs. · ↗Cowboy (Anrede)  ugs., salopp, scherzhaft · ↗Freundchen (Anrede, drohend)  ugs. · Jungs (Anrede)  ugs. · Kinders (Anrede)  ugs. · ↗Kollege (Anrede)  ugs., salopp · ↗Leute (Anrede)  ugs. · ↗Sportsfreund (Anrede, leicht herablassend)  ugs. · Verehrtester  geh., ironisch · der Herr (Anrede durch Kellner/in)  geh. · guter Mann (Anrede)  ugs. · junger Mann (Anrede)  ugs. · mein Gutster (Anrede)  ugs., scherzhaft, sächsisch · mein Herr (Anrede)  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • alter Schwede (Anrede)  ugs., scherzhaft · alter Zausel  ugs., scherzhaft, variabel · altes Haus (Anrede)  ugs., scherzhaft
  • Freunde!  ugs. · Herrschaften!  ugs. · Leute!  ugs. · liebe Leute!  ugs.
  • (meine) Gnädigste (Anrede) · gute Frau · junge Frau (Anrede)  ●  Verehrteste  ironisch · gnä' Frau  veraltet · gnädige Frau (Anrede)  veraltet, förmlich · ↗Baby (Anrede, salopp)  ugs. · Frolleinchen (familiär)  ugs., veraltend · Mädels (Anrede)  ugs. · ↗Schätzchen (Anrede, leicht herablassend)  ugs. · Sie da  ugs. · Sweetie (Anrede, salopp)  ugs.
  • Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · ↗Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bruder Elter Freund Freundin Geist König Mutter Märchen Onkel Schwester Sohn Tod Vater alt arabisch barmherzig beid böhmisch drei erschießen feindlich geliebt groß jung klein sterben tot ungleich verstorben zwei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bruder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was machen die Brüder eigentlich da um ein Uhr nachts.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 148
Aber nicht nur mit seinem Bruder verstand er sich prima.
Die Zeit, 16.06.2013 (online)
Der Auftrag hatte ihn zurückgeholt in die Welt seiner beiden Brüder.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 73
Ich beschloß frühzeitig, aus diesen Fehlern meines Bruders zu lernen.
Illies, Florian: Generation Golf, Berlin: Argon 2000, S. 37
Seit wir denken können, mordet Er uns, uns alle, unsere Schwestern, unsere Mütter, unsere Brüder!
Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 70
Zitationshilfe
„Bruder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bruder>, abgerufen am 17.02.2019.

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