Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.
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Bedeutungen

1.
Anlage zur Förderung von Grundwasser für die Wasserversorgung
Beispiele:
hinter dem Haus hatte er einen Brunnen gegraben, angelegt, gebaut, gebohrt
den Brunnen zudecken
ein tiefer, kühler, offener, verdeckter, rauschender, plätschernder, sprudelnder, verschütteter, geweihter, vergifteter Brunnen
ein artesischer Brunnen
in dem Dorf gab es mehrere Brunnen
dieser Brunnen speist den ganzen Ort
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »am«
Beispiele:
sich am Brunnen waschen
Am Brunnen vor dem Tore [ SchubertWinterreise]
Grammatik: in Verbindung mit »aus«
Beispiel:
das Wasser aus diesem Brunnen ist ungenießbar
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
in den Brunnen hinabschauen
etwas in den Brunnen fallen lassen
in den Brunnen steigen
Grammatik: in Verbindung mit »vom«
Beispiel:
sich [Dativ] Wasser vom Brunnen holen
Grammatik: in Verbindung mit »zum«
Beispiel:
sich zum Brunnen niederbücken
übertragen
Beispiele:
ein unerschöpflicher, unversiegbarer, lebendiger Brunnen des Wissens, Glaubens, der Freude, Weisheit, Liebe, Güte, Jugend
der Brunnen menschlicher Erfahrung
2.
sprudelndes Wasser einer natürlichen mineralischen Quelle
Beispiele:
warmer, eiskalter, angewärmter, salzhaltiger Brunnen
der Brunnen enthält Eisen
sie wollte zweimal täglich Brunnen trinken
der Brunnen dieses Badeortes ist berühmt, wird in Flaschen versandt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brunnen · Born
Brunnen m. ‘Förderanlage für Grundwasser, mineralisches Quellwasser’. Ahd. brunno ‘Quellwasser, Quelle’ (9. Jh.), mhd. brunne, asächs. brunno, nl. bron, got. brunna (germ. *brunna-), mit anderer Stammbildung anord. brunnr sind mit griech. phréār (φρέαρ, aus *φρῆϝαρ) ‘Brunnen’, lit. br(i)áutis ‘mit Gewalt vordringen’, russ. (älter) brujá (бруя) ‘Strömung’ von der Erweiterung ie. *bhrē̌u-, *bhrū̌- der unter brennen (s. d.) behandelten Wurzel ie. *bher(ə)- ‘in heftiger Bewegung sein’ herzuleiten. Die Doppelkonsonanz im Germ. beruht darauf, daß die germ. bzw. vorgerm. Formen nacheinander verschiedenen Deklinationstypen von n-Stämmen folgen. Wie es neben brennen Formen mit r-Metathese gibt (s. Bernstein), steht im Westgerm. neben Brunnen, Bronnen und seinen Entsprechungen nhd. Born m. mhd. burn(e), born, mnd. mnl. born(e), afries. burna, aengl. burna, burne.

Thesaurus

Synonymgruppe
Urquell · Ursprung  ●  Born  poetisch · Bronn  poetisch · Quelle  Hauptform, fig. · Brunnen  geh. · Quell  geh.

Typische Verbindungen zu ›Brunnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brunnen‹.

Plätschern Verjüngung Völkerfreundschaft Wasser Wasserwerk artesisch ausgetrocknet bauen bohren gebohrt gerolsteiner graben hauseigen orientalisch plätschern plätschernd rosbacher römisch schöne springend sprudeln sprudelnd steinern stillgelegt vergiften versiegen wittelsbacher

Verwendungsbeispiele für ›Brunnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das zweite Mal 1776, also ein Jahr, nachdem der Brunnen gebaut worden war. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 421]
Eine Frau hatte auf dem Platz vor dem Brunnen gesessen, auf einem Hocker, vor sich einen Korb mit Eiern. [Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 209]
Aber – und das ist historisch nachgewiesen – dieser Brunnen war ihnen mehr als ein Brunnen. [Die Zeit, 05.07.1996, Nr. 28]
Aber da war das Kind eben schon in den Brunnen gefallen. [konkret, 1988]
Das Rauschen des Brunnens fiel aus; es fiel aus der Zeit. [Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 455]
Zitationshilfe
„Brunnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brunnen>.

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