Brunst, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brunst · Nominativ Plural: Brünste
Aussprache
Wortbildung mit ›Brunst‹ als Erstglied: ↗Brunstzeit  ·  mit ›Brunst‹ als Letztglied: ↗Feuersbrunst · ↗Hirschbrunst · ↗Inbrunst · ↗Lebensbrunst · ↗Liebesbrunst
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
periodisch auftretende Zeit der Befruchtungsfähigkeit bei vielen Säugetieren
Beispiele:
die Brunst dauert mehrere Tage, wiederholt sich in regelmäßigen Abständen
während der Brunst
2.
Synonym zu Brunft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brunst · Feuersbrunst · Brunstzeit · brünstig · Inbrunst · inbrünstig
Brunst f. ‘Begattungstrieb, -zeit’, ahd. brunst ‘Brand, Glut, Hitze’ (9. Jh.), mhd. brunst auch übertragen ‘geistige und sinnliche Erregung, Begattungszeit’, nl. bronst, vgl. auch got. -brunsts in alabrunsts ‘Brandopfer’, sind Abstraktbildungen auf -ti- (germ. *brundti-) zu dem in got. ahd. brinnan, mhd. brinnen ‘brennen, leuchten’ erhaltenen starken Verb, das jedoch in nhd. Zeit untergegangen und von ↗brennen (s. d.) abgelöst ist. Das eingeschobene -s- bleibt dabei freilich unerklärt. Die frühe Bedeutung ‘Brand, Glut, Hitze’ verliert sich im 18. Jh., bleibt aber in der Zusammensetzung Feuersbrunst f. (16. Jh.) erhalten. Der übertragene Gebrauch ‘Begattungstrieb, -zeit’ entsteht vielleicht unter dem Einfluß von lautlich anklingendem mhd. brunft, nhd. ↗Brunft (s. d.); dazu auch Brunstzeit f. ‘Begattungszeit’ (16. Jh.); brünstig Adj. ‘begattungsbereit’, mhd. brünstec. An die Verwendung ‘geistige, sinnliche Erregung’ schließen an Inbrunst f. ‘tiefes Gefühl, starke Seelenkraft’, mhd. inbrunst ‘innere Glut’, in der Mystik ‘inneres Brennen gegenüber Gott’; inbrünstig Adj. ‘heiß verlangend, leidenschaftlich’, mhd. inbrünstec.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brunft · Brunst · Paarungsbereitschaft
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Inbrunst Permanenz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brunst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kanalisiert die „schändliche Brunst“, denn bei der ehelichen Sexualität sieht Gott „durch die Finger“.
Die Zeit, 09.11.1984, Nr. 46
Wenn das Rindern einmal übergangen worden ist, stellt sich die Brunst nach 3 - 4 Wochen wieder ein.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 372
Für Brunst ist das Fernsehen zum Fernsehen da, Punkt, aus.
Der Tagesspiegel, 17.09.2003
Wer sie trotzdem gern sieht, wartet insgeheim darauf, daß etwas nicht gelingt ", schreibt Klaudia Brunst.
Die Welt, 03.06.2005
Die Singvögel lassen in der Brunst ihre Stimme zur vollsten Entfaltung gelangen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 66
Zitationshilfe
„Brunst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brunst>, abgerufen am 20.03.2019.

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