Bubi, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bubis · Nominativ Plural: Bubis
Aussprache
WorttrennungBu-bi
WortzerlegungBub-i
Wortbildung mit ›Bubi‹ als Erstglied: ↗Bubikopf · ↗Bubikragen  ·  mit ›Bubi‹ als Letztglied: ↗Jazzbubi · ↗Milchbubi
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich kleiner Junge
Beispiele:
Bubi, komm mal her!
ein niedlicher Bubi
2.
salopp, abwertend halbwüchsiger und unreifer Bursche
Beispiele:
diese Bubis sollte man rausschmeißen
das ist vielleicht ein Bubi!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für ↗Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für ↗Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. ↗Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie ↗Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere ↗Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bübchen · ↗Bürschchen · Knäbchen (verächtlich oder belustigend) · ↗Männchen · ↗Männlein  ●  Manderl  österr. · (ein) Kleiner  ugs. · (ein) Kurzer  ugs. · (so'n) Kleener  ugs., norddeutsch · Bubi  ugs. · Burschi  ugs. · Bübel  ugs., süddt. · Bürscherl  ugs., süddt. · ↗Männeken  ugs., norddeutsch · kleiner Kerl  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschied Beerdigung Bundespräsident Erbe Frankfurter Grab Interview Jude Kontroverse Nachfolge Nachfolger Nachruf Persönlichkeit Schriftsteller Streit Tennis Tod Trauerfeier Vorgänger Vorsitzende Witwe Zentralrat Zentralratsvorsitzende kandidieren ranmüssen schänden siegen stürmen würdigen Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bubi‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich wollte schon immer 'n richtigen Mann und nicht so 'n halbgaren Bubi.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 25
Man erkennt genau: Aus dem Bubi von einst ist ein Mann geworden.
Die Zeit, 27.08.2001, Nr. 35
Doch gestern - da hat ihn der Bubi nicht mehr wiedererkannt.
Bild, 30.12.1997
Bubi kübelte sich von Zeit zu Zeit einen tüchtigen Zacken an.
Der Angriff (Abend), 08.12.1939
Daheim trägt der Bubi den Müll zum Container, doch der ist schon voll.
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2002
Zitationshilfe
„Bubi“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bubi>, abgerufen am 20.02.2019.

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