Bucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bucht · Nominativ Plural: Buchten
Wortbildung mit ›Bucht‹ als Erstglied: ↗buchtenreich  ·  mit ›Bucht‹ als Letztglied: ↗Felsbucht · ↗Felsenbucht · ↗Hafenbucht · ↗Hühnerbucht · ↗Kaninchenbucht · ↗Meeresbucht · ↗Parkbucht · ↗Schweinebucht · ↗Seebucht · ↗Tieflandbucht · ↗Tieflandsbucht
 ·  mit ›Bucht‹ als Grundform: ↗buchtig  ·  formal verwandt mit: ↗gebuchtet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ins Land hineinragender Teil eines Meeres oder Binnengewässers
Beispiele:
eine stille, kleine, enge Bucht
die Schiffe flüchteten vor dem Sturm in die sichere Bucht
das Schiff lief in die Bucht ein
die Bucht ist mit Schiffen gefüllt
vor, in der Bucht vor Anker gehen
2.
Verschlag für Haustiere
Beispiele:
eine Bucht für Kälber, Schweine
die Bucht wird geöffnet ... [die Schweine] drängen heraus [DöblinAlexanderpl.138]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bucht · einbuchten
Bucht f. ‘bogenförmig ins Land hineinragender Teil eines Meeres oder Binnengewässers’, auch ‘Haus-, Zimmerwinkel, Nische, Verschlag, kleiner Stall für Haustiere’. Mnd. bucht ‘Biegung, Krümmung, eingefriedeter Raum, Pferch, Stall’, aengl. byht ‘Winkel, Wohnstätte’, engl. bight ‘Bucht’, nl. bocht ‘Biegung, Bucht’, anord. -bōt in Zusammensetzungen für ‘Kniekehle’ (knēsbōt) und ‘Ellenbeuge’ (ǫl(n)bogabōt) sind ti-Abstrakta (germ. *buhti-) zu den germ. Entsprechungen von nhd.biegen (s. d.). Nd. Bucht wird in der auch im Nl. und Engl. vertretenen Bedeutung ‘Meerbusen’ im 17. Jh. ins Hd. übernommen; in der Bedeutung ‘Verschlag, Nische’ bleibt es auf das nordd. und md. Sprachgebiet beschränkt. In der Umgangssprache steht Bucht (auch Buchte) für ‘Bett’ nach der als Schlafstätte (ursprünglich Strohschütte) genutzten Zimmernische. einbuchten Vb. ‘bogenförmig einschneiden’, meist Part. Prät. eingebuchtet (Anfang 19. Jh.); umgangssprachlich (in einen abgeschlossenen Raum) ‘einsperren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bai · Bucht · ↗Meeresbucht
Unterbegriffe
  • Limbucht · Limfjord · Limski fjord · Limski kanal
  • Golf von Gabès  ●  Kleine Syrte  veraltet
  • Golf von Sidra · Große Syrte
  • Bucht von Bonny  ●  Bucht von Biafra  veraltet
  • Golf von Malia · Golf von Maliakos · Maliakos-Bucht · Malischer Golf
  • Rigaer Bucht · Rigaer Meerbusen · Rigaischer Meerbusen
  • Kvarner-Bucht  ●  Quarnerobusen  veraltet
  • Dwinabucht · Dwinabusen
  • Pommersche Bucht  ●  Oderbucht  DDR
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anker Bengale Fels Fjord Klippe Lagune Landzunge Sandstrand Strand abgelegen ankern eingeschnitten einlaufen einsam entlegen felsig geschwungen geschützt idyllisch malerisch niederrheinisch pommersch sandig schmiegen seicht still verschwiegen versteckt verträumt windgeschützt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine romantische Bucht, von steilen Berge umgeben, tut sich auf.
Der Tagesspiegel, 01.10.1999
Und auch die schönen Buchten sind nicht so gut besucht wie in den vergangenen Jahren.
Die Welt, 10.08.2001
Niemand soll in die Nähe ihrer geplanten Villa über der felsigen Bucht von Camp de Mar kommen können.
Bild, 26.05.2000
Binnen weniger Minuten war die Bucht wieder so leer wie am Morgen.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 236
Da stand ein Haus, an der ganzen Bucht nur ein Haus.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 470
Zitationshilfe
„Bucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bucht#1>, abgerufen am 13.12.2019.

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Bucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bucht · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

ostmitteldeutsch, salopp, abwertend Gesindel, Pack
Beispiele:
so eine üble Bucht!
[wenn] ich der Bucht die Kugeln ... in die Bäuche feuern werde [R. BartschGeliebt40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bucht · einbuchten
Bucht f. ‘bogenförmig ins Land hineinragender Teil eines Meeres oder Binnengewässers’, auch ‘Haus-, Zimmerwinkel, Nische, Verschlag, kleiner Stall für Haustiere’. Mnd. bucht ‘Biegung, Krümmung, eingefriedeter Raum, Pferch, Stall’, aengl. byht ‘Winkel, Wohnstätte’, engl. bight ‘Bucht’, nl. bocht ‘Biegung, Bucht’, anord. -bōt in Zusammensetzungen für ‘Kniekehle’ (knēsbōt) und ‘Ellenbeuge’ (ǫl(n)bogabōt) sind ti-Abstrakta (germ. *buhti-) zu den germ. Entsprechungen von nhd.biegen (s. d.). Nd. Bucht wird in der auch im Nl. und Engl. vertretenen Bedeutung ‘Meerbusen’ im 17. Jh. ins Hd. übernommen; in der Bedeutung ‘Verschlag, Nische’ bleibt es auf das nordd. und md. Sprachgebiet beschränkt. In der Umgangssprache steht Bucht (auch Buchte) für ‘Bett’ nach der als Schlafstätte (ursprünglich Strohschütte) genutzten Zimmernische. einbuchten Vb. ‘bogenförmig einschneiden’, meist Part. Prät. eingebuchtet (Anfang 19. Jh.); umgangssprachlich (in einen abgeschlossenen Raum) ‘einsperren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bai · Bucht · ↗Meeresbucht
Unterbegriffe
  • Limbucht · Limfjord · Limski fjord · Limski kanal
  • Golf von Gabès  ●  Kleine Syrte  veraltet
  • Golf von Sidra · Große Syrte
  • Bucht von Bonny  ●  Bucht von Biafra  veraltet
  • Golf von Malia · Golf von Maliakos · Maliakos-Bucht · Malischer Golf
  • Rigaer Bucht · Rigaer Meerbusen · Rigaischer Meerbusen
  • Kvarner-Bucht  ●  Quarnerobusen  veraltet
  • Dwinabucht · Dwinabusen
  • Pommersche Bucht  ●  Oderbucht  DDR
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anker Bengale Fels Fjord Klippe Lagune Landzunge Sandstrand Strand abgelegen ankern eingeschnitten einlaufen einsam entlegen felsig geschwungen geschützt idyllisch malerisch niederrheinisch pommersch sandig schmiegen seicht still verschwiegen versteckt verträumt windgeschützt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Niemand soll in die Nähe ihrer geplanten Villa über der felsigen Bucht von Camp de Mar kommen können.
Bild, 26.05.2000
Die kleine Bucht warf einen Schattensaum über das allmählich erwachende Meer.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 7
Die betonierte Strandpromenade gab es noch nicht, die weite Bucht war unverkennbar.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 201
Durch düstere Schuppen ging es, an Buchten mit leeren Flaschen vorüber.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 0
Waldarbeiter gingen in der Ferne quer über die Bucht nach ihrem Dorf.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 246
Zitationshilfe
„Bucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bucht#2>, abgerufen am 13.12.2019.

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