Buckel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Buckels · Nominativ Plural: Buckel
Aussprache
WorttrennungBu-ckel
Wortbildung mit ›Buckel‹ als Erstglied: ↗Buckelinski · ↗Buckelkeramik · ↗Buckelkraxe · ↗Buckelochs · ↗Buckelochse · ↗Buckelrind · ↗Buckelwal · ↗buckelig · ↗bucklig
 ·  mit ›Buckel‹ als Letztglied: ↗Firnbuckel · ↗Geländebuckel · ↗Katzenbuckel · ↗Rasenbuckel · ↗Sandbuckel · ↗Schildbuckel · ↗Witwenbuckel
 ·  mit ›Buckel‹ als Grundform: ↗bucklicht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Rücken
Beispiele:
etw. auf den Buckel nehmen, packen
salopp jmdm. den Buckel vollhauen (= jmdn. verprügeln)
es läuft ihm kalt über den Buckel (= es schauert ihn)
Tagelang ging er manchmal mit dem Rucksack auf dem Buckel in den Dörfern herum [O. M. GrafUnruhe19]
bildlich
Beispiele:
die kleinen Leute müssen immer den Buckel hinhalten, herhalten (= alle Lasten tragen)
er hat einen breiten Buckel (= kann viel ertragen)
er hat genug auf dem Buckel (= hat es schwer genug)
salopp, scherzhaft ihr könnt uns alle den Buckel langrutschen, runterrutschen (= könnt uns gestohlen bleiben)
Seelke hatte auch schon seine achtundvierzig auf dem Buckel (= war achtundvierzig Jahre alt) [Weiskopf4,304]
2.
ein durch Wirbelsäulenverkrümmung verwachsener, krummer Rücken, Ast
Beispiele:
er hat einen Buckel
die Katze macht einen (krummen) Buckel
Auf dem Podium sprach ein Mann mit Buckel von der Frankfurter Messe [DöblinAlexanderpl.55]
3.
erhöhte, erhabene Stelle, Wölbung
a)
kleiner Hügel
Beispiele:
die flachen, gewellten Buckel der Dünen [SeghersAufstand1,90]
[ein] Hof, der ... etwas abseits vom Dorf, auf einem kleinen, platten, grasigen Buckel stand [O. M. GrafUnruhe140]
b)
historisch Erhöhung in der Mitte des Schildes
Beispiel:
der Buckel des Schildes war mit Edelsteinen verziert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buckel · buck(e)lig · buckeln · katzbuckeln
Buckel m. ‘erhabener Metallbeschlag in Form einer Halbkugel in der Mitte des Schildes’. Ahd. buckula f. ‘Schildknauf, Schild’ (11. Jh.), entlehnt aus lat. buccula ‘Bäckchen’, übertragen ‘Schildknauf’. Dagegen dürfte mhd. buckel f. m. weithin unter dem Einfluß von gleichbed. afrz. bo(u)cle stehen, das seinerseits auf lat. buccula (s. oben) beruht, einem Deminutivum zu lat. bucca ‘aufgeblasene Backe’. Im 15. Jh. nimmt Buckel auch die Bedeutungen ‘höckerartiger Rücken’, in der Umgangssprache ‘Rücken’ (nordd. in der Variante Puckel), und ‘kleiner Hügel’ an, am ehesten zu erklären als eine vom Bilde der Wölbung ausgehende semantische Entwicklung. Weniger wahrscheinlich ist die Annahme, in Buckel ‘Höcker, Rücken’ eine Ableitung (von ↗biegen, ↗bücken) zu sehen, und Buckel ‘Hügel’ mit ↗Bühl, ↗Bühel zu verbinden; dann müßte jeweils eine (sematisch bedingte?) lautliche Angleichung an älteres Buckel erfolgt sein. buck(e)lig Adj. ‘mit einem Buckel behaftet’ (15. Jh.), spätmhd. buckeleht. buckeln Vb. ‘einen Buckel machen, auf dem Rücken tragen’ (17. Jh.), vgl. mhd. buckeln ‘mit Erhöhungen versehen’ sowie vereinzeltes ahd. buckilōn ‘sich krümmen’ (um 1000). Dazu (im Hinblick auf den gekrümmten Katzenücken) katzbuckeln Vb. ‘liebedienerisch, unterwürfig sein, schmeicheln’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auswuchs · Buckel · ↗Höcker
Geologie
Synonymgruppe
(kleiner) Berg · ↗Anhöhe · ↗Bodenerhebung · Buckel · ↗Erhebung · ↗Erhöhung · ↗Höcker · ↗Höhe (mil., mit Nummer) · ↗Hügel  ●  ↗Bühel  süddt. · ↗Bühl  ugs., süddt. · ↗Hubbel  ugs., regional
Unterbegriffe
  • Lavadom · Lavakuppel · Staukuppe · Vulkandom
  • Golgatha · Golgota · Golgotha
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Hyperkyphose · ↗Rundrücken  ●  Buckel  ugs. · ↗Gibbus  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berufsjahr Buckel Bundesliga-Spiel Bundesligaspiel Dienstjahr Flugstunde Klumpfuß Lenz Länderspiel Mulde Piste Rucksack Sack Schanze Tiefschnee austragen bewaldet gekrümmt herunterrutschen hinhalten hinunterrutschen krumm krümmen mannshoch runterlaufen runterrutschen schleppen schnallen unscheinbar wölben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Buckel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über 500 hat er sicherlich schon auf dem Artikel Buckel.
Der Tagesspiegel, 15.09.1999
Ihr Material hat meist mehrere Jahrzehnte Einsatz auf dem Buckel.
Die Welt, 09.08.1999
Das ist ein Feeling, da läuft es einem kalt den Buckel runter.
Der Spiegel, 16.01.1989
Es wurde mir leichter auf dem Buckel, aber schwerer auf dem Herzen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 321
Dafür aber hatten sie einen metallenen Buckel, der in seiner höchsten Form in eine Stange ausläuft mehr als 12 cm hoch.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 24477
Zitationshilfe
„Buckel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Buckel>, abgerufen am 12.11.2019.

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