Bummel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bummels · Nominativ Plural: Bummel
Aussprache
WorttrennungBum-mel
Wortbildung mit ›Bummel‹ als Letztglied: ↗Abendbummel · ↗Einkaufsbummel · ↗Kneipenbummel · ↗Lokalbummel · ↗Schaufensterbummel · ↗Stadtbummel · ↗Weihnachtsbummel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich langsamer, zielloser Spaziergang
Beispiele:
ein nächtlicher Bummel
ein Bummel durch die Geschäfte
jmdn. zu einem Bummel einladen
einen (kleinen) Bummel machen
2.
salopp bestimmte Straße, in der die Jugendlichen bummeln, um miteinander zu flirten
Beispiel:
[die Stenotypistin] die er schon wieder mit einem andern Herrn auf dem Bummel gesehen hatte [FalladaBlechnapf328]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bummeln · Bummel1 · Bommel · Bummel2 · Bummelzug · Bummler · Schlachtenbummler · Bummelant
bummeln Vb. ‘langsam schlendern, nichts tun’. Iterative Bildung in Anlehnung an bim-bam-bum des Glockenschlags, zuerst im Hinblick auf die schwingende Glocke ‘hin und her schwanken, baumeln’ (Anfang 17. Jh.), woraus sich im Nd. im 18. Jh. ‘schlendern, nichts tun’ entwickelt; in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein üblich. Zu bummeln ‘baumeln’ gehört Bummel1 f. auch (westd. nordd.) Bommel f. ‘Troddel, Quaste’ (Ende 17. Jh.); zu ↗bummeln ‘schlendern, nichts tun’, ↗baumeln ‘hin und her schaukeln’ (s. d.), Bummel2 m. ‘erholsamer Spaziergang’ (19. Jh., Stadt-, Schaufensterbummel). Bummelzug m. ‘Personenzug’ im Gegensatz zum Eil- oder Schnellzug (2. Hälfte 19. Jh.). Bummler m. ‘umherschlendernder Müßiggänger, wer langsam und träge ist’ (19. Jh.); auch (um 1848) ein leichtfertiges, vom äußeren Schein ausgehendes Schlagwort für den Arbeitslosen. Seit etwa 1870 Schlachtenbummler m. wer als Zuschauer (offiziell als Krankenpfleger oder Berichterstatter) in den Krieg geht, um ihn aus Neugier oder Abenteuerlust mitzuerleben, übertragen auf Sportbegeisterte, die ihre Mannschaft auf fremde Spielplätze begleiten (20. Jh.). Bummelant m. ‘Nichtstuer, Faulpelz’, scherzhaft latinisierende Bildung der Studentensprache (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bummel · ↗Gang · ↗Spaziergang

Typische Verbindungen zu ›Bummel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Altstadt Basar Besichtigung Einkaufen Einkaufszentrum Fischmarkt Flohmarkt Friedrichstraße Fußgängerzone Gasse Gewächshaus Heiligengeistfeld Innenstadt Kaufhaus Kurfürstendamm Oktoberfest Reeperbahn Viktualienmarkt Weihnachtsmarkt Wochenmarkt abendlich ausgedehnt ausgiebig erholsam gemütlich kulturhistorisch lohnen nächtlich virtuell vorweihnachtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bummel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bummel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An Zielen für einen Bummel mangelt es schon jetzt nicht.
Der Tagesspiegel, 16.09.1999
Da konnte man beim abendlichen Bummel bedeutsame Augenwinke durch das Schaufenster hineinsenden.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18254
Auch den Bummel besuchen sie nur mit einer gewissen Vorsicht und mit einem Ausredepaketchen unter dem Arm.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 117
Als wir gerade die letzten Sachen aus dem Hause trugen, kehrte Monsieur Mouton von seinem nächtlichen Bummel zurück und war sehr erstaunt über unsere Betätigung.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Das Logierhaus »Zur schwankenden Weltkugel«. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 10470
Magisch wird der Zauber der Bar aber erst zur nächtlich vorgerückten Stunde als Schlußkapitel oder Vorfinale eines Bummels nach Theaterbesuch und Souper.
Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 17068
Zitationshilfe
„Bummel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bummel#1>, abgerufen am 23.01.2020.

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Bummel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Bummel · Nominativ Plural: Bummeln
WorttrennungBum-mel
DWDS-Verweisartikel, 2019

Bedeutung

landschaftlich
Synonym zu Bommel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bummeln · Bummel1 · Bommel · Bummel2 · Bummelzug · Bummler · Schlachtenbummler · Bummelant
bummeln Vb. ‘langsam schlendern, nichts tun’. Iterative Bildung in Anlehnung an bim-bam-bum des Glockenschlags, zuerst im Hinblick auf die schwingende Glocke ‘hin und her schwanken, baumeln’ (Anfang 17. Jh.), woraus sich im Nd. im 18. Jh. ‘schlendern, nichts tun’ entwickelt; in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein üblich. Zu bummeln ‘baumeln’ gehört Bummel1 f. auch (westd. nordd.) Bommel f. ‘Troddel, Quaste’ (Ende 17. Jh.); zu ↗bummeln ‘schlendern, nichts tun’, ↗baumeln ‘hin und her schaukeln’ (s. d.), Bummel2 m. ‘erholsamer Spaziergang’ (19. Jh., Stadt-, Schaufensterbummel). Bummelzug m. ‘Personenzug’ im Gegensatz zum Eil- oder Schnellzug (2. Hälfte 19. Jh.). Bummler m. ‘umherschlendernder Müßiggänger, wer langsam und träge ist’ (19. Jh.); auch (um 1848) ein leichtfertiges, vom äußeren Schein ausgehendes Schlagwort für den Arbeitslosen. Seit etwa 1870 Schlachtenbummler m. wer als Zuschauer (offiziell als Krankenpfleger oder Berichterstatter) in den Krieg geht, um ihn aus Neugier oder Abenteuerlust mitzuerleben, übertragen auf Sportbegeisterte, die ihre Mannschaft auf fremde Spielplätze begleiten (20. Jh.). Bummelant m. ‘Nichtstuer, Faulpelz’, scherzhaft latinisierende Bildung der Studentensprache (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bummel · ↗Gang · ↗Spaziergang

Typische Verbindungen zu ›Bummel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Altstadt Basar Besichtigung Einkaufen Einkaufszentrum Fischmarkt Flohmarkt Friedrichstraße Fußgängerzone Gasse Gewächshaus Heiligengeistfeld Innenstadt Kaufhaus Kurfürstendamm Oktoberfest Reeperbahn Viktualienmarkt Weihnachtsmarkt Wochenmarkt abendlich ausgedehnt ausgiebig erholsam gemütlich kulturhistorisch lohnen nächtlich virtuell vorweihnachtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bummel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bummel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An Zielen für einen Bummel mangelt es schon jetzt nicht.
Der Tagesspiegel, 16.09.1999
Denn schaltfaules Bummeln in der Stadt macht die ohnehin schon bequemen Autos noch angenehmer.
Bild, 28.08.1998
Dort hatte ich wiederum den ganzen Nachmittag Zeit zum Bummeln.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 04.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Fast vierzehn Tage vergehen so mit Essen, Trinken und Bummeln.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 227
Ja, er ist ziemlich vergnügt; wenn die Kriminalen diesmal nicht einen Bummel gemacht haben, frißt er einen Besen!
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 104
Zitationshilfe
„Bummel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bummel#2>, abgerufen am 23.01.2020.

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