Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bummelant, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bummelanten · Nominativ Plural: Bummelanten
Aussprache 
Worttrennung Bum-me-lant
Wortzerlegung bummeln -ant1
Wortbildung  mit ›Bummelant‹ als Erstglied: Bummelantentum
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend jmd., der unregelmäßig seiner Arbeit nachgeht
Beispiele:
er fehlt oft unentschuldigt bei der Arbeit, er ist ein Bummelant
den Bummelanten entlassen
für Bummelanten ist hier kein Platz!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bummeln · Bummel1 · Bommel · Bummel2 · Bummelzug · Bummler · Schlachtenbummler · Bummelant
bummeln Vb. ‘langsam schlendern, nichts tun’. Iterative Bildung in Anlehnung an bim-bam-bum des Glockenschlags, zuerst im Hinblick auf die schwingende Glocke ‘hin und her schwanken, baumeln’ (Anfang 17. Jh.), woraus sich im Nd. im 18. Jh. ‘schlendern, nichts tun’ entwickelt; in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein üblich. Zu bummeln ‘baumeln’ gehört Bummel1 f. auch (westd. nordd.) Bommel f. ‘Troddel, Quaste’ (Ende 17. Jh.); zu bummeln ‘schlendern, nichts tun’, baumeln ‘hin und her schaukeln’ (s. d.), Bummel2 m. ‘erholsamer Spaziergang’ (19. Jh., Stadt-, Schaufensterbummel). Bummelzug m. ‘Personenzug’ im Gegensatz zum Eil- oder Schnellzug (2. Hälfte 19. Jh.). Bummler m. ‘umherschlendernder Müßiggänger, wer langsam und träge ist’ (19. Jh.); auch (um 1848) ein leichtfertiges, vom äußeren Schein ausgehendes Schlagwort für den Arbeitslosen. Seit etwa 1870 Schlachtenbummler m. wer als Zuschauer (offiziell als Krankenpfleger oder Berichterstatter) in den Krieg geht, um ihn aus Neugier oder Abenteuerlust mitzuerleben, übertragen auf Sportbegeisterte, die ihre Mannschaft auf fremde Spielplätze begleiten (20. Jh.). Bummelant m. ‘Nichtstuer, Faulpelz’, scherzhaft latinisierende Bildung der Studentensprache (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachzügler  ●  Bummelant  ugs. · Bummler  ugs. · Zu-spät-Kommer  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Drückeberger · Faulenzer · Müßiggänger · Nichtstuer · Tagedieb · fauler Strick  ●  Bukligger  fachspr., Jargon, seemännisch · Bummelant  ugs. · Bummler  ugs. · Faultier  ugs., fig. · Gammler  ugs. · Schlaffi  ugs. · Tachinierer  ugs., österr., bayr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bummelant‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bummelant‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bummelant‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem Durchschnittsalter von rund 26 Jahren haben sie international ohnehin schon das Image von Bummelanten. [Der Tagesspiegel, 20.04.2003]
Gefahr droht nur durch Bummelanten und leichtbewegte oder stehende Gruppen. [Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 184]
Das Wort "Parasit" war für den Bär jetzt bei allen Bummelanten der Trumpf. [Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 360]
Endlich geht es den "Bummelanten", den "Langzeitstudenten" an die vom Bafög prall gefüllten Geldbeutel. [Süddeutsche Zeitung, 07.06.2000]
Fleißige sollen schneller, Bummelanten hingegen in eine „nächstniedrige Bezahlungsgruppe“ strafversetzt werden. [Die Zeit, 01.06.1973, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Bummelant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bummelant>.

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