Bummelant, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bummelanten · Nominativ Plural: Bummelanten
Aussprache
WorttrennungBum-me-lant
Wortzerlegungbummeln-ant
Wortbildung mit ›Bummelant‹ als Erstglied: ↗Bummelantentum
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend jmd., der unregelmäßig seiner Arbeit nachgeht
Beispiele:
er fehlt oft unentschuldigt bei der Arbeit, er ist ein Bummelant
den Bummelanten entlassen
für Bummelanten ist hier kein Platz!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bummeln · Bummel1 · Bommel · Bummel2 · Bummelzug · Bummler · Schlachtenbummler · Bummelant
bummeln Vb. ‘langsam schlendern, nichts tun’. Iterative Bildung in Anlehnung an bim-bam-bum des Glockenschlags, zuerst im Hinblick auf die schwingende Glocke ‘hin und her schwanken, baumeln’ (Anfang 17. Jh.), woraus sich im Nd. im 18. Jh. ‘schlendern, nichts tun’ entwickelt; in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein üblich. Zu bummeln ‘baumeln’ gehört Bummel1 f. auch (westd. nordd.) Bommel f. ‘Troddel, Quaste’ (Ende 17. Jh.); zu ↗bummeln ‘schlendern, nichts tun’, ↗baumeln ‘hin und her schaukeln’ (s. d.), Bummel2 m. Schaufensterbummel m. (beide 2. Hälfte 19. Jh.), Bummelzug m. ‘Personenzug’ im Gegensatz zum Eil- oder Schnellzug (2. Hälfte 19. Jh.), Bummler m. ‘umherschlendernder Müßiggänger, wer langsam und träge ist’; um 1848 ein leichtfertiges, vom äußeren Schein ausgehendes Schlagwort für den Arbeitslosen. Seit etwa 1870 Schlachtenbummler m. einer, der als Zuschauer (offiziell als Krankenpfleger oder Berichterstatter) in den Krieg geht, um ihn aus Neugier oder Abenteuerlust mitzuerleben, modern vor allem von Sportbegeisterten, die ihre Mannschaft auf fremde Spielplätze begleiten. Bummelant m. ‘Bummler’, scherzhaft latinisierende Bildung, wohl aus der Studentensprache (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachzügler  ●  Bummelant  ugs. · ↗Bummler  ugs. · Zu-spät-Kommer  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Drückeberger · ↗Faulenzer · ↗Müßiggänger · ↗Nichtstuer · ↗Tagedieb  ●  Bukligger  fachspr., Jargon, seemännisch · Bummelant  ugs. · ↗Bummler  ugs. · ↗Faultier  ugs., fig. · ↗Gammler  ugs. · ↗Schlaffi  ugs. · ↗Tachinierer  ugs., österr., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Strolch · ↗Tagedieb  ●  ↗Nichtsnutz  veraltend · ↗Taugenichts  veraltet · ↗Tunichtgut  veraltet · ↗Hallodri  ugs., bair., österr.
  • (sich) davonschleichen · ↗(sich) davonstehlen · ↗(sich) fortstehlen · ↗(sich) verdrücken · ↗entschwinden (lit.)  ●  (sich) in die Büsche schlagen  fig. · ↗(sich) verflüchtigen  scherzhaft · (sich) von der Truppe entfernen  fig. · ↗(sich) abseilen  ugs., fig. · ↗(sich) dünne machen  ugs. · ↗(sich) dünnemachen  ugs. · ↗(sich) verdünnisieren  ugs., scherzhaft · ↗(sich) verpissen  derb
  • Berber · Clochard · Herumstreicher · ↗Landfahrer · Nichtsesshafter · ↗Streuner · ↗Strolch · ↗Stromer · ↗Trebegänger  ●  Fecker  schweiz. · ↗Herumtreiber  abwertend · ↗Landstreicher  abwertend · Obdachloser  Hauptform · ↗Stadtstreicher  abwertend · ↗Strotter  österr. · ↗Tramp  engl. · ↗Vagabund  veraltend · Wohnsitzloser  Amtsdeutsch · Wohnungsloser  Amtsdeutsch · Heckenpenner  derb, stark abwertend · ↗Pennbruder  derb · ↗Penner  derb, abwertend · ↗Rumtreiber  ugs. · ↗Sandler  ugs., österr., bair. · ↗Tippelbruder  ugs. · ↗Treber  ugs.
  • (seine) Pflichten vernachlässigen  ●  (sich) um nichts kümmern  Hauptform · die Dinge schleifen lassen  fig. · den lieben Gott einen guten Mann sein lassen  ugs., Redensart
  • Arbeitsscheu · ↗Drückebergerei · ↗Faulheit  ●  Verpissertum  derb
  • faul sein · ↗faulenzen · nichts tun  ●  (die) Arbeit nicht erfunden haben  ugs., Redensart · (einfach) dasitzen und Kaffee trinken  ugs., fig. · (sich) an den Füßen spielen  ugs., fig., Redensart · (sich) die Eier schaukeln  derb, fig., Redensart · Däumchen drehen  ugs., Redensart · abhartzen  ugs., salopp · abharzen  ugs., salopp · auf der faulen Haut liegen  ugs., Redensart · keinen Finger krumm machen  ugs., fig., Redensart · keinen Finger rühren  ugs., Redensart, fig. · keinen Handschlag tun  ugs., variabel, Redensart · keinen Schlag tun  ugs.
  • schlapp sein  ●  (sich) nicht aufraffen können  ugs. · (sich) zu nichts aufraffen können  ugs. · einen Durchhänger haben  ugs.
  • jemand mit der Einstellung "kommste heut nicht, kommste morgen"  ●  ↗Faulpelz  ugs., Hauptform · ↗Faultier  ugs., scherzhaft · fauler Hund  ugs. · fauler Sack  ugs., variabel
  • Blaumacher · ↗Drückeberger  ●  Laumalocher  ugs., ruhrdt. · ↗Leistungsverweigerer  fachspr., Jargon · Verpisser  derb
  • (sich) nicht aufraffen könnnen · (sich) zu nichts aufraffen können · in Lethargie verharren · in Untätigkeit verharren · nicht aktiv werden · nicht in die Gänge kommen  ●  (den) Arsch nicht hochkriegen  ugs., fig. · nicht aus dem Quark kommen  ugs., fig. · nicht in die Puschen kommen  ugs., fig.
  • Gammler · ↗Herumtreiber · ↗Rumtreiber · ↗Streuner

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit einem Durchschnittsalter von rund 26 Jahren haben sie international ohnehin schon das Image von Bummelanten.
Der Tagesspiegel, 20.04.2003
Gefahr droht nur durch Bummelanten und leichtbewegte oder stehende Gruppen.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 184
Endlich geht es den "Bummelanten", den "Langzeitstudenten" an die vom Bafög prall gefüllten Geldbeutel.
Süddeutsche Zeitung, 07.06.2000
Das Wort "Parasit" war für den Bär jetzt bei allen Bummelanten der Trumpf.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 360
Den Ländern wird aber die Möglichkeit eingeräumt, bei "deutlichem" Überschreiten der Regelstudienzeit Strafgebühren von Bummelanten zu verlangen.
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2002
Zitationshilfe
„Bummelant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bummelant>, abgerufen am 18.02.2019.

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