Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Bummler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bummlers · Nominativ Plural: Bummler
Aussprache 
Worttrennung Bumm-ler
Wortbildung  mit ›Bummler‹ als Letztglied: Erdenbummler · Messebummler · Schlachtenbummler · Weltenbummler

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] jmd., der langsam, ziellos spazieren geht
  2. 2. [salopp] Müßiggänger, Rumtreiber
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich jmd., der langsam, ziellos spazieren geht
Beispiel:
ein nächtlicher Bummler durch die erleuchteten Straßen
2.
salopp Müßiggänger, Rumtreiber
Beispiel:
hatte Häschke es auch verstanden, sich aus einem zerlumpten Bummler in einen schmucken … Menschen zu verwandeln [ PolenzBüttnerbauer1,279]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bummeln · Bummel1 · Bommel · Bummel2 · Bummelzug · Bummler · Schlachtenbummler · Bummelant
bummeln Vb. ‘langsam schlendern, nichts tun’. Iterative Bildung in Anlehnung an bim-bam-bum des Glockenschlags, zuerst im Hinblick auf die schwingende Glocke ‘hin und her schwanken, baumeln’ (Anfang 17. Jh.), woraus sich im Nd. im 18. Jh. ‘schlendern, nichts tun’ entwickelt; in der 2. Hälfte des 19. Jhs. bereits allgemein üblich. Zu bummeln ‘baumeln’ gehört Bummel1 f. auch (westd. nordd.) Bommel f. ‘Troddel, Quaste’ (Ende 17. Jh.); zu bummeln ‘schlendern, nichts tun’, baumeln ‘hin und her schaukeln’ (s. d.), Bummel2 m. ‘erholsamer Spaziergang’ (19. Jh., Stadt-, Schaufensterbummel). Bummelzug m. ‘Personenzug’ im Gegensatz zum Eil- oder Schnellzug (2. Hälfte 19. Jh.). Bummler m. ‘umherschlendernder Müßiggänger, wer langsam und träge ist’ (19. Jh.); auch (um 1848) ein leichtfertiges, vom äußeren Schein ausgehendes Schlagwort für den Arbeitslosen. Seit etwa 1870 Schlachtenbummler m. wer als Zuschauer (offiziell als Krankenpfleger oder Berichterstatter) in den Krieg geht, um ihn aus Neugier oder Abenteuerlust mitzuerleben, übertragen auf Sportbegeisterte, die ihre Mannschaft auf fremde Spielplätze begleiten (20. Jh.). Bummelant m. ‘Nichtstuer, Faulpelz’, scherzhaft latinisierende Bildung der Studentensprache (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachzügler  ●  Bummelant  ugs. · Bummler  ugs. · Zu-spät-Kommer  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Drückeberger · Faulenzer · Müßiggänger · Nichtstuer · Tagedieb · fauler Strick  ●  Bukligger  fachspr., Jargon, seemännisch · Bummelant  ugs. · Bummler  ugs. · Faultier  ugs., fig. · Gammler  ugs. · Schlaffi  ugs. · Tachinierer  ugs., österr., bayr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Bummler‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bummler‹.

Verwendungsbeispiele für ›Bummler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diesen Eindruck gewinnt der Bummler schnell, der durch die Straßen der Hauptstadt zieht – und die Zahlen belegen es. [Die Welt, 13.08.2003]
Manchmal klappts, man findet einen Bummler und kann ihn fristlos feuern. [Süddeutsche Zeitung, 25.06.1999]
Sollte mein Ruf als Bummler schon bis hierher gedrungen sein? [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 1071]
Schulen achten deshalb darauf, notorischen Bummlern die Sache nicht leicht zu machen. [Der Tagesspiegel, 09.05.2003]
Man nehme lieber eifrige und lernwillige Niedrigsemester als faule Bummler. [Die Zeit, 01.02.1988, Nr. 05]
Zitationshilfe
„Bummler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bummler>.

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