Bundespräsident, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Bundespräsidenten · Nominativ Plural: Bundespräsidenten
Aussprache  [ˈbʊndəspʀɛziˌdɛnt]
Worttrennung Bun-des-prä-si-dent
Wortzerlegung  Bund1 Präsident
Wortbildung  mit ›Bundespräsident‹ als Erstglied: Bundespräsidentenwahl  ·  mit ›Bundespräsident‹ als Letztglied: Altbundespräsident
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Bezeichnung des Staatsoberhauptes in der Bundesrepublik Deutschland und in der Republik Österreich
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der deutsche, österreichische, amtierende, designierte, scheidende, frühere, ehemalige Bundespräsident
als Akkusativobjekt: einen Bundespräsidenten wählen, kritisieren, um etw. bitten, zu etw. auffordern
als Dativobjekt: dem Bundespräsidenten etw. vorschlagen, überreichen, vorwerfen
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. zum Bundespräsidenten wählen; die Wahl zum Bundespräsidenten; vom Bundespräsidenten [zu etw.] ernannt, berufen werden; etw. [eine Entscheidung] liegt beim Bundespräsidenten
mit Genitivattribut: der Bundespräsident der Republik Österreich, der Zweiten Republik
in Koordination: Bundespräsident und Bundeskanzler, Bundestagspräsident, Bundesratspräsident
als Aktivsubjekt: der Bundespräsident sagt etw., würdigt etw., jmdn., fordert etw., erklärt etw., empfängt jmdn., besucht etw., jmdn., überreicht etw., verleiht etw., ernennt jmdn. [zu etw.], unterzeichnet etw., unterschreibt etw.
als Genitivobjekt: das Amt, die Wahl, der Amtssitz, die Amtszeit, die Rede, die Äußerung, die Entscheidung, die Aufgabe, die Rolle, der Rücktritt des Bundespräsidenten
Beispiele:
Bei uns in Deutschland ist die Bundeskanzlerin die Regierungschefin und der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt. [Allgemeine Zeitung, 20.01.2021]
Das Grundgesetz räumt dem Bundespräsidenten einerseits einen hohen Status ein. Er repräsentiert das Land als Staatsoberhaupt; er war – bisher gab es nur männliche Bundespräsidenten – in gewissem Sinne der Herr Deutschland. Andererseits sind seine Befugnisse gering; weswegen der Bundespräsident leicht pejorativ auch gerne mal als »Staatsnotar« bezeichnet wird. [Süddeutsche Zeitung, 04.05.2019]
Zu den Aufgaben des Bundespräsidenten gehört es, Gesetze zu unterschreiben, die das Parlament beschlossen hat, und Regierungschefs sowie Minister zu ernennen; selbst bestimmen darf er sie nicht. Und er repräsentiert Deutschland bei Staatsbesuchen im Ausland. Da Bundespräsidenten meistens sehr honorige und respektierte Menschen sind, können sie auch ab und zu mit einer großen Rede die Meinung im Land beeinflussen. [Hamburger Abendblatt, 25.11.2017]
In Österreich hat das Staatsoberhaupt viel weitreichendere Kompetenzen als etwa der deutsche Bundespräsident. Er ist Oberbefehlshaber des Bundesheeres. Er kann zudem die Regierung entlassen, einen neuen Kanzler ernennen und das Parlament auflösen: Befugnisse, von denen die bisherigen Bundespräsidenten keinen Gebrauch machten. [Der Spiegel, 20.05.2016 (online)]
Adolf Schärf, 69, Dr. jur., Österreichs Bundespräsident, hielt sich bei der Vereidigung der neuen österreichischen Koalitionsregierung – es war die erste Bundesregierung, die Schärf vereidigte – besonders streng an den Kanon: Er begnügte sich nicht, wie üblich, mit dem allgemeinen »Ich gelobe« und einer Serie von Händedrücken, sondern ließ jeden Minister, während er dessen Hand hielt, die vorgeschriebene Antwort sprechen und bei ungenauer Wiedergabe sogar repetieren. [Der Spiegel, 29.07.1959]
2.
das Mitglied des Bundesrates (2) (der Schweizer Regierung), das in jährlichem Wechsel den Vorsitz bei den Sitzungen führt und als solches eine besondere Ehrenstellung unter den gleichberechtigten Bundesräten genießt
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der Schweizer Bundespräsident
Beispiele:
Der Schweizer Außenminister Burkhalter führt derzeit turnusmäßig den Vorsitz im Bundesrat, der Schweizer Regierung, und hat damit auch das Amt des Bundespräsidenten inne. [Österreich und Schweiz bekräftigen Partnerschaft, 21.01.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
Bundespräsident Ueli Maurer hat am Sonntag in Dubai mit dem Spatenstich den Startschuss zur Bauphase des Schweizer Pavillons für die Expo 2020 gegeben. [Thurgauer Zeitung, 28.10.2019]
Bundespräsident Berset hat Bundesrat Cassis gar nichts zu sagen, gemäss Verfassung ist der Bundespräsident ein besserer Sitzungsleiter und verfügt über keinerlei Weisungsbefugnisse gegenüber seinen Kollegen in der Regierung, sie sind alle gleichberechtigt, weswegen von »Leviten lesen« und »zitieren« nie eine Rede sein konnte. [Basler Zeitung, 09.06.2018]
Die beiden Parlamentskammern wählen gemeinsam für vier Jahre eine siebenköpfige Regierung, den Bundesrat. Aus dem Kreis der Bundesräte wählen die Parlamentskammern im Turnus jährlich den Bundespräsidenten. [Der Spiegel, 12.12.2007 (online)]
Früher war es nur ganz ausnahmsweise der Fall, dass ein schweizerischer Bundespräsident im Ausland als solcher auftrat, denn in der Schweiz ist der Bundesrat als Kollegium das Staatspräsidium. Die Schweiz ist auch das wohl einzige Land, das Staatsbesucher zwar empfängt, aber nicht entsendet. Das entspricht einer gewissen republikanischen Staatstradition, die dem Pomp und Gepränge um eigene Repräsentanten abhold ist. [Neue Zürcher Zeitung, 11.10.1996]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Bundespräsident  ●  Erster Mann im Staate  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Bundespräsident‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Bundespräsident‹.

Zitationshilfe
„Bundespräsident“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Bundespr%C3%A4sident>, abgerufen am 20.09.2021.

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